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Tiranmar



Die Nördlichen Hänge

Hoch über den fast endlosen Baumwipfeln der Wälder von Karendias erhebt sich das mächtigste und höchste Gebirge Tiranmars, die Karendiberge. Ihre nördlichen Ausläufer sind dicht bewaldet, in den tieferen Lagen mit Eichen, Warden und Buchen, weiter oben jedoch fast nur noch mit Karendikiefern und vereinzelten Alcanisträuchern bewachsen. Diese Kiefern besitzen kräftige Wurzeln, mit denen sie sich an den Felsen festklammern, und lange Nadeln, an denen das Wasser aus den an den Bergen aufsteigenden Wolken kondensiert und zu Boden tropft. Zerklüftete Berghänge, die von der Sonne aufgeheizt werden, wechseln sich mit tief eingeschnittenen Tälern ab, in denen klare Gebirgsbäche sprudeln. Der trockene, mit Moos bewachsene Boden und die Felsen sind warm, die Luft erfüllt vom Duft des Kiefernharzes. Es gibt keine Pfade oder Wege in den Karendibergen, mit Ausnahme des Adlerpasses, der aber fast nie von Menschen benutzt wird. Die häufigsten Tiere der Karendiberge sind Vögel, kleine Tiere wie Mäuse und Eidechsen, die sich auf den Steinen sonnen. Der Königsadler, der nur in den Karendibergen vorkommt und seinen Horst auf den höchsten Gipfel errichtet, lässt sich gerne mit ausgebreiteten Flügeln von den warmen Aufwinden nach oben tragen. Seine rauen Schreie und das Rauschen des Windes an den Felsgraten und in den Kiefern sind die einzigen Geräusche in diser Wildnis.

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Die Rotwasserschlucht

Einer der kleinen Bäche, die in den Karendibergen entspringen, wird Rotwasser genannt, da der hohe Gehalt von oxidiertem Eisen dem Wasser eine rotbraune Tönung und einen metallischen Geschmack verleiht. Sonst unterscheidet sich die Rotwasser aber nicht von den zahlreichen anderen Flüsschen, die sich aus verschiedenen Teilen der Karendiberge und der Wälder von Karendias ihren Weg bis ins weitläufige Sewakadelta suchen. Der Fluss hat sich im Laufe der Jahrtausende, die sie bereits die warmen Felshänge der Karendiberge hinabsprudelt, so tief ins Gestein gegraben, dass eine Schlucht von einigen hundert Metern Tiefe entstanden ist. Der Grund der Rotwasserschlucht liegt immer im Schatten, sodass es hier wesentlich kühler ist als an den von der Sonne erwärmten Hängen. Die Vegetation ist hier wesentlich dichter, und statt Kiefern wachsen Eichen, Birken und Erlen am Ufer der Rotwasser. Die Felswände, welche die mal breite, mal sehr schmale Schlucht begrenzen, sind feucht und mit dunkelgrünem Moos bewachsen. Wasservögel ernähren sich von Insekten und kleinen Fischen, die im Wasser leben. Je weiter man in das Tal vordringt, desto enger rücken die steilen Felswände zu beiden Seiten zusammen. Manchmal muss man durch die Rotwasser waten, wenn die Felsen keinen weiteren Platz mehr lassen. Ab und an bildet der Fluss auch kleine Wasserfälle, sammelt sich in einem Becken oder nimmt einen anderen Gebirgsbach in sich auf. Erreicht man schließlich das Ende des Rotwassertales, sieht man vor sich den Fluss aus einem schmalen Spalt im hoch aufragenden Fels quellen. Der dunkle Spalt ist gerade so breit, dass sich ein Mensch hindurchzwängen kann, um das dunkle und kalte Labyrinth der Gänge dahinter vorzustoßen, die auch als Höhlen von Durok bekannt sind.

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Der Adlerpass

Der einzige gangbare Weg über die Karendiberge ist der Adlerpass, ein Handelsweg, der von Imáriël Lasyra, dem Heim einer Hochelfe am Silberlauf, dem Fluss stromaufwärts folgt und schließlich an einer Biegung des Flusses nach Osten abknickt. Dort durchquert er einen Teil der Wälder von Karendias und erreicht schließlich die Ausläufer der Karendiberge. Er windet sich an zahlreichen Hängen hinauf, durch Täler und Schlucht und über Felsgrate und erreicht schließlich die höchsten Gipfel. Hoch oben, am vom Wind umtosten und vom Eis bedeckten Adlergipfel, überquert er den höchsten Punkt des Gebirges. Am Adlerpass steht inmitten der Wildnis der Berge und im festen Griff von Eis und Schnee, der wohl höchste Tempel des Askion in ganz Tiranmar. Ein alter Geweihter lebt schon seit Jahrzehnten allein in diesem Tempel, und niemand weiß, wie er es schafft zu überleben. Reisenden gewährt er für eine Nacht eine Unterkunft in dem kleinen Tempel, allerdings darf man nicht darauf hoffen, hier länger willkommen zu sein oder mit dem Geweihten ein Wort zu sprechen. Ab dem Adlergipfel führt der Adlerpass bergab, die verschneiten Hänge hinab bis dorthin, wo weder Regen noch Schnee fallen und die Sonne die Felsen zum Glühen bringt. Dort, wo die südlichen Ausläufer der Karendiberge in die Wüste Kassarac übergehen, endet der Adlerpass.

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Die Höhlen von Durok

Am Ende der Rotwasserschlucht beginnt ein schmaler Tunnel, der sich schon bald verzweigt. Geschaffen vom Wasser, das noch immer stetig durch die Höhlen fließt, ist hier ein natürliches Labyrinth entstanden. In Kälte und totaler Finsternis liegen die Höhlen und gewundenen Gänge, die mal breit wie eine Straße sind und ein anderes Mal so eng, dass man sich nur schwer hindurchwinden kann. Oft führen die Gänge steil bergauf oder bergab, verzweigen sich oder kehren zum Ausgangspunkt zurück. In vielen fließt Wasser, und auch unterirdische Seen sind nicht selten, die gigantische Ausmaße haben können. Es gibt keine Tiere und Pflanzen hier unten, abgesehen von einigen wenigen, die gelernt haben, in der völligen Dunkelheit zu überleben. An den Wänden wachsen manchmal schwach leuchtende Schimmelpilze, und einige Schnecken und Fische bewohnen die kalten, dunklen Tiefen der unterirdischen Seen. Bisher hat niemand die Höhlen von Durok durchquert, und es würde auch niemand einen Sinn darin sehen, denn es gibt nur einen anderen Ausgang, und dieser befindet sich im Gebiet der Verdorbenen Lande. Hoch oben an einem Berghang befindet sich ein Felsspalt zwischen Geröll und Steinen, und von dort kann man den Abstieg zu den trockenen Ebenen der Verdorbenen Lande beginnen. Doch um dieses Ziel zu erreichen, muss ein Wanderer die lange Dunkelheit, Orientierungslosigkeit und Kälte auf sich nehmen.

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Die Südlichen Hänge der Karendiberge

Die Karendiberge bilden die nördliche Grenze der Wüste Kassarac, der einzigen Wüste Tiranmars. An ihren Hängen sammeln sich die Wolken, und der Niederschlag, der sonst die Wüste bewässert hätte, sammelt sich als Schnee auf den höchsten Gipfel der Berge. Auf der Südseite gibt es so gut wie nie Regen, und auch die Vegetation ist spärlich. Bäume findet man eher selten, höchsten einmal mannshohe Kakteen mit fingerlangen Stacheln, unter denen die ebenso stachligen und auffälligen Sommerpurpurboviste wachsen. Steine und Staub prägen die steil abfallenden Berghänge. Die Sonne scheint mit unverminderte Kraft das ganze Jahr auf die Felsen und erwärmt sie so stark, dass höchstens einige außergewöhnlich große Eidechsen mit farbenprächtigen und stachelbewehrten Halskrausen auf ihnen herumklettern und ab und an nach einer fetten Fliege schnappen. Auch sandfarbene Schlangen gleiten zwischen den Büscheln trockenen Grases dahin und machen Jagd auf kleine Nagetiere, die sich meist nur nachts aus ihren Verstecken wagen. Einige schlanke Raubtiere, die an Füchse erinnern, streunen zwischen den Felsen herum, und über allem ziehen geduldig Geier ihre Kreise, die nur darauf warten, dass Hunger, Durst oder Hitze ein weiteres Opfer fordern. Die steilen Felshänge gehen nach und nach in steinige Geröllfelder über, wo der heiße Wind aus dem Süden kleine, harte Sandkörner mit sich trägt, bis die Felsbrocken weniger werden und schließlich die Wüste beginnt.

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