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Tiranmar



Das Delta

Die Sewaka, ein mittelgroßer Fluss mit vielen Nebenläufen, entspringt in den Karendibergen, wo sie aus zahlreichen kleineren Bächen ensteht. Sie fließt wie auch die Aldis durch die Verdorbenen Lande Richtung Norden, wo sie im weitläufigen Sewakadelta ins Meer mündet. Ebenso entspringt auch die Rotwasser in den Karendibergen, nur weiter westlich. Begleitet von Nebenläufen, toten Flussarmen und kleineren Zuflüssen sucht sie sich ihren Weg durch die Waldgebiete in Richtung Deltabucht, wo sie nahe der Sewaka ebenfalls ihre Mündung erreicht. Vorher jedoch teilem sich die Flüsse in hunderte, wenn nicht gar tausende kleine Arme, die sich vielfach verzweigen, versickern, andernorts wieder aus dem Boden hervortreten und kleine Seen, Teiche und Pfützen bilden. Das Delta dehnt sich über viele Meilen aus und bildet insgesamt die größte Sumpflandschaft Tiranmars. Bäume wachsen hier kaum, nur von Zeit zu Zeit sieht man eine krumme Erle, Kiefer oder Birke. Der allzeit durchnässte Boden ist trügerisch, unter den Schichten von Moos und Grasbüscheln kann feste Erde ebenso liegen wie ein nur leicht bedecktes Moorgebiet. Ganze Seen können derart zugewuchert sein, dass sie unter einer Schicht Pflanzen nicht mehr zu erkennen sind und wie fester Boden wirken. Nahe der Küste entsteht eine Landschaft, in der sich kiefernbewachsenen Sandhügeln, Wasserflächen und sumpfiges Gras und Schilf abwechseln. Fast immer herrscht nebliges Wetter, und die Sonne kommt kaum bis zum Boden durch, weswegen das Wetter meist kühl und windstill ist. Die Deltalandschaft ist reich an Fröschen, Lurchen, Schlangen und anderen Amphibien und Reptilien. Kleine Fische leben im Süß- und Brackwasser der Teiche und Flussläufe. Wasservögel sind ebenfalls recht häufig, viele Ernähren sich von den Wassertieren oder den Sewakischen Drachenfliegen, beeindruckend großen Libellen, die hier heimisch sind. Abgesehen von den seltenen Rufen der Frösche und Vögel ist ein bedrückend still in der ausgedehnten Einsamkeit. Das Sewakadelta trennt als Teil der Zentralen Wildnis das Kaiserreich vom Aviacarus, wird aber von keiner Straße und keinem Weg durchzogen. Kein Händler und kein Reisender wagt den Weg durch die unübersichtliche und unberechenbare Landschaft. Nahe der Küste beeinflussen auch die Gezeiten den Wasserstand und machen den Boden gänzlich unberechenbar. Tief im Delta liegt jedoch die versunkene Stadt Luwamos, die bereits vor mehreren hundert Jahren vom Sumpf verschluckt wurde und seit dem eine nebeldurchzogene Ruine geworden ist. Niemand kennt den Grund für den Untergang der einstmals blühenden Stadt, von der heute nicht einmal mehr Legenden erzählen.

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Die Ruinenstadt Luwamos

Luwamos wurde vor vielen Jahren zur Zeit des Siebten Zeitalters gegründet. Damals mussten Magier, die sich weigerten, Kaiser und Gesetz ihre Treue zu schwören, das Kaiserreich verlassen, weswegen sich einige mit ihren Familien hier niederließen. Zu dieser Zeit war das Land nahe der Stadt größtenteils von feuchten Wiesen geprägt, wo die Bewohner Luwamos Kühe hielten und Ackerbau betrieben. Die Stadt erblühte durch den Handel mit den Nordlanden und dem Aviacarus, bis die inzwischen enstandenden Verdorbenen Lande ihren Krieg begannen. Obwohl in Luwamos nie gekämpft wurde, verschwand die Stadt von der Bildfläche, ohne das jemand sagen konnte, woran dies lag. Verschiedene Theorien ziehen eine große Flutkatastrophe, langsames Versinken im sich ausdehnenden Sumpf, einen Fluch, der aus den Verdorbenen Landen kam, oder eine Seuche in Betracht. Die letztere Theorie wird dadurch gestützt, dass in Luwamos heute noch viel Tarkabes, auch Flederratten genannt, heimisch sind, die nicht nur giftig, sondern auch als Überträger von Krankheiten bekannt sind. Fest steht einzig, dass die Stadt heute völlig verfallen, von Moos und Flechten überwuchert und zur Hälte im Moor versunken ist. Kleine Bäche fließen dort, wo einst Straßen waren, Martkplätze haben sich in flache, sumpfige Seen verwandelt, Mauerreste liegen unter Schlamm und Pflanzen verborgen und Alltagsgegenstände und Knochen wurden vom Moor verschluckt. Vereinzelt hört man das Rascheln und Fauchen der Tarkabes, ansonsten ist es völlig still in der ausgestorbenen Ruine. Meist zieht Nebel durch die Überreste der Straßen, und nur selten streicht ein kühler Lufthauch über die abgebrochenen Mauerreste, die aus dem Boden herausragen. Die wenigen zumindest in ihren Grundmauern erhaltenen Gebäude sind die Tempel von Yanúti und Evaniël sowie die Versammlungshalle am Marktplatz. In diesen Häusern findet man teilweise noch Gegenstände wie Tonschüsseln, Fässer, Waffen, steinerne Figuren oder Schmuck, die alle noch dort liegen, wo sie einst hingehörten, als wären sie einfach vergessen und nie mehr angefasst worden.

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Die Schwarze Eiche

Die schwarze Eiche ist ein berüchtigter Baum im südöstlichen Sewakadelta. Sie ist bereits mehrere hundert Jahre alt, knorrig und verkrümmt gewachsen und von einem Blitz in zwei Teile gespalten. Ihr Holz ist schwarz, ob erst seit dem Blitzeinschlag oder aufgrund anderer Ursachen weiß niemand zu sagen. Da die alte Eiche kaum noch Laub trägt, ragen ihre spitzen und verkrümmten Äste wie Finger in den Himmel. Abgesehen von diesem außergewöhnlichen und etwas unheimlichen Äußeren trägt der Baum jedoch noch mehr Geheimnisse in sich. Nachts, sobald das letzte Licht des Sonnenuntergangs verschwunden ist, breitet sich ein Säuseln und Flüstern in den Zweigen aus, das bald zu einem Rascheln anschwillt, dass nicht von dem meist sowieso stillen Wind herrühren kann. Die Zweige bewegen sich, als seien sie lebendig geworden und deuteten mit ihren spitzen Fingern anklagend in den Himmel. Grund für diese beunruhigenden Geschehnisse sind die Geistwesen der Dunkelheit, die Schattengeister, die den Baum zu Dutzenden bewohnen. Nachts werden sie lebendig und bevölkern den Baum, doch in manchen Nächten ist ihre Aufregung sogar noh größer als gewöhnlich. Sie reagieren damit auf das Nahe eines anderen Wesens, dass ebenfalls, obwohl es selbst kein Wesen der Magie, sondern lediglich mit magischen Fähigkeiten ausgestattet ist, eine Affinität zur Dunkelheit besitzt. Es handelt sich um ein Lithila, ein schwarzes Einhorn, dass in seiner stetigen Suche nach einem seelenverwandten Zweibeiner in seiner Melancholie diesen Ort aufsucht und hier die Nacht verbringt. Es liegt im Schatten der Eiche, während das Mondlicht auf seinem tiefschwarzen, seidigen Fell glitzert und die Dunkelgeister seinen Körper umtanzen.

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Mooraugen und Muldenpfuhle

Die Mooraugen sind eine Gruppen von kleinen Seen im Zentrum des Sewakadeltas, tief im Moor. Teilweise wachsen Grüppchen von Birken und Erlen an ihren Rändern, während sich kleine Bäche zu ihnen hin- und aus ihnen hinaus winden. In der direkten Umgebung der Mooraugen wachsen Rohrkolbem, Binsengras, Sumpfschwertlilien und Schilfrohr. Rund um das Gebiet der Mooraugen ist der Boden des Sewakadeltas besonders feucht, weich und vor allem trügerisch, denn hier gibt es besonders viele Muldenpfuhle, gefährlich tiefe Tümpel aus zähem, glitschigen Schlamm und Pflanzenteilen, auf denen eine Schicht Gras oder Schilf gewachsen ist, sodass sie nicht mehr von außen zu erkennen sind. Meist haben sie einen Durchmesser von ein bis drei Schritt, werden jedoch deutlich tiefer als ein Mann hoch ist. In ihrem Inneren finden verschiedene Faulprozesse statt, sodass mit den Faulgasen ein leichter, aber typischer Geruch aufsteigt. Manchmal entstehen über diesen Löchern Irrlichter, kleine Flämmchen, die tanzend in grün- und blautönen Flackern. Sie können wohl als die letzte Warnung vor den tükischen Muldenpfuhlen angesehen werden, denn in Sichtweite eines Irrlichts befindet man sich bereits tief im innersten Sumpfgebiet. Ein kluger Wanderer, sollte jemals einer den Weg durch das Sewakadelta wagen, würde also bereits die in der Ferne glitzernden Mooraugen umgehen, sollte er sie denn trotz des meist zähen Nebels erkennen können. Wenn der Boden schlammiger wird und ein leicht fauliger Geruch aufsteigt, weiß jemand, der sich mit den Sumpf auskennt, dass er sofort umkehren muss, alle anderen werden jedoch vermutlich die geisterhaften Irrlichter sehen und wenig später durch die dünne Grasschicht in einem viele Schritt tiefen Loch aus zähem Schlamm versinken, aus denen sich zu befreien selbst mit Hilfe sehr schwer ist.

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Die Nebelseen

Die Nebelseen befinden sich im Süden des Sewakadeltas in der Nähe der Rotwasser. Einige Arme dieses Flusses fließen hier in Talsenken zusammen und bilden ausgedehnte, flache Seen, die von kleinen Waldstücken aus Birken und Erlen umgeben sind. Die Wasseroberfläche der Seen ist von zahlreichen Wasserlinsen und Seerosen bedeckt, während ihr Ufer von breiten Schilfgürteln gesäumt wird. Halbversunken im Wasser liegen die langsam verrotenden Stämme älterer Bäume, auf denen Frösche und Eidechsen sitzen. Die ganzen Nebelseen sind ein Paradies für Libellen wie die Sewakische Drachenfliege und für riesige Mückenschwärme, welche die stille Landschaft mit ihrem Summen erfüllen. Sonst hallen nur die gedämpften Rufe von verschiedenen Wat- und Wasservögeln wie den Brachvögeln, Birkhühnern und Enten über die Wasserflächen. Fast immer liegt dichter, feuchter Bodennebel über den Seen, der in dichten Schwaden nur langsam vorüberzieht und höchsten nachmittags einmal einen kurzen Blick auf den Himmel gewährt. Meist jedoch bleibt die feuchtkalte Schicht geschlossen und umschließt die Moorgebiete wie eine Glocke, welche die einsame Landschaft von allen äußeren Einflüssen abschmirmt.

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