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Tiranmar
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Tiere und magische Wesen


Raubechsen

Nichtmagische Landtiere


Insekten, Spinnen und andere wirbellose Landtiere

Smaragdschröter

Smaragdschröter

Die Smaragdschröter sind größere Verwandte der bekannten Hirschkäfer, jedoch kommen sie nur in den südlichen Regenwäldern, also im Katzenwald, im Echsendschungel und auf den Waldinseln vor. Sie werden etwa einen halben Schritt lang und haben eine entsprechende Flügelspanneweite. Ihr Panzer ist von leuchtendem, schillerndem türkisgrün, was ihnen auch den Beinamen 'Juwelen des Waldes' eingebracht hat. Sie sind nicht gefährlich, solange sie nicht wirklich stark gereizt werden. Männchen der Smaragdschröter liefern sich oft spektakuläre Schaukämpfe auf Ästen. Einige Exemplare wurden auch gefangen und werden von Menschen nun in organisierten Kämpfen aufeinander gehetzt, wobei meist Wetten abgeschlossen werden. Außerdem werden aus den schillernden Panzern der Käfer die verschiedensten Schmuckstücke, zum Beispiel Kettenglieder oder Ohrringe, hergestellt.








Felsenwurm Felsenwürmer
Felsenwürmer sind Bewohner der Berge, vor allem im Murogan und Khitroxan kommen sie häufig vor, aber auch in den Karendibergen und vereinzelt auch in allen anderen größeren Gebirgen trifft man auf sie. Sie werden drei bis vier Schritt lang, können aber mit zunehmendem Alter noch größere Ausmaße annehmen. Felsenwürmer besitzen große Fühler, mit denen sie Temperaturen orten können. So spüren sie in Gebirgen lebendige Wesen auf. Mit Hilfe einer sehr starken Säure machen sie den Fels porös, um ihn dann mit ihren Greifwerkzeugen aufzubrechen. Auf diese Art wühlen sie sich durch das Gestein, wobei sie lockere Sedimente bevorzugen. Auf ihrem Weg nehmen sie sowohl Mineralien, die sich im Gestein und in unterirdischen Wasservorräten befinden, als auch andere Lebewesen, die ihren Weg kreuzen, zu sich. Dabei fallen ihnen schlafende Fledermauskolonien, kleinere Säugetiere und auch ganze Pilzwälder zum Opfer. Die einzigen Feinde der Felsenwürmer, die nur über minimale Intelligenz, aber große Zielstrebigkeit verfügen, sind Talpatone, eine Riesenmaulwurfart.


Goldtarantel Goldtarantel

Goldtaranteln kommen nur auf den Waldinseln vor. Die Spinnenart aus der Familie der Wolfsspinnen gehören zu den jagenden Spinnen, die keine Netze weben, sondern ihren Beutetieren auflauern. Zu den Opfern der Goldtarantel gehören Insekten sowie kleine Vögel und Nagetiere. Sie besitzt ein starkes Gift, das sie meist durch einen gezielten Biss in den Nacken des Opfers spritzen. Dann müssen sie nur noch wenige Augenblicke warten, bis sich das Gift im Körper ausgebreitet hat. Es führt bei den Opfertieren zu Halluzinationen und Muskelzuckungen, die mit dem Tod enden. Danach verspeisen die Goldtaranteln ihr Opfer und machen sich wieder auf die Jagd. Ihren Namen erhielten sie, weil die weiblichen Goldtaranteln golden glänzende Haare in ihrem ansonsten beige bis braun gefärbten Fell haben. Der Biss der Goldtarantel führt bei Menschen zu kurzer Orientierungslosigkeit, unwillkürlichen Zuckungen und meist auch zu einem Flimmern vor den Augen. Es wird manchmal gesammelt, um daraus ein Gift namens Tarantilia zu gewinnen, dass in hoher Konzentration bei Menschen ebenfalls Wahnvorstellungen und den Tod herbeiführen kann. Der Besitzt von Goldtaranteln, ihrem Gift und Tarantilia ist in weiten Teilen Tiranmars verboten, Ausnahmen bilden nur die Freien Städte des Südens.




Lichtbringer

Lichtbringer sind kleine Glühwürmchen, die etwa die Größe einer zur Faust geballten Hand erreichen und somit die größte Leuchtkäferart Tiranmars darstellen. Die Weibchen senden nachts während der Paarungszeit ein konstantes milchiges Leuchten aus, dass über hundert Schritt Entfernung sichtbar sein kann. Die Männchen, die mit zangenförmigen Greifwerkzeugen ausgerüstet sind, folgen dem Leuchten scharenweise, sodass es oft zum Kampf zwischen den Käfermännchen kommt. Dabei nutzen sie ihre Farben als Kommunikationsmittel: Rot leuchtende Käfer sind aggressiv, blaue signalisieren, dass sie keinen Kampf wollen, und wenn sie ihr Licht vollkommen verlöschen lassen, versuchen sie zu fliehen. Bei der Paarung selbst leuchten sie am stärksten, meist ebenfalls rot, sodass die Konkurrenten halb wahnsinnig werden und es zu regelrechten Licht- und Scherenschlachten auf den Ästen der Bäume kommt.


Sewakische Drachenfliege Sewakische Drachenfliege

Der klangvolle Name 'Sewakische Drachenfliege' bezeichnet eine besonder große Libellenart, die vor allem in den ausgedehnten Sümpfen des Sewakadeltas heimisch ist. Sie lebt in großen Schwärmen, die mehrere hundert bis tausend Tiere umfassen. Es sind Raubtiere, die im Flug ihre Beute, vor allem kleinere Insekten oder auch andere Libellen, verfolgen und erbeuten. Dabei nutzen sie ihre Kieferwerkzeuge, um die Beute zu packen und zu verschlingen. Sewakische Drachenfliegen sind erstaunlich schnelle und sehr gewandte Flieger. Sie orientieren sich vor allem mit ihren scharfen und großen Facettenaugen. Diese Augen nehmen fast den ganzen Kopf ein und setzen sich aus etwa dreißigtausend Einzelaugen zusammen. Die Besonderheit dieser Facettenaugen ist die hohe zeitliche Auflösung, die fünf- bis sechsmal so hoch wie die von Menschen ist. Außerdem besitzen die Drachenfliegen durch ihre großen Augen ein sehr weites Gesichtsfeld.
Wenn man verschiedenen Mythen und dem Aberglauben mancher Dorfmenschen glauben schenkt, legen die Sewakischen Drachenfliegen ihre Eier nachts auf unvorsichtige Wanderer ab, sodass ihre Larven den Unglücklichen unter die Haut kriechen und Juckreiz verursachen. Dieses Jucken und Brennen stammt aber vermutlich in Wirklichkeit von verschiedenen Nesselpflanzen, die in den Sümpfen beheimatet sind.

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Amphibien und Reptilien

Thomima

Thomima

Als Thomima werden kleine Raubtiere bezeichnet, die entfernt mit verschiedenen Echsenarten verwandt sind. Sie gehen aufrecht und erreichen dank ihrer langen Hinterbeine erstaunliche Geschwindigkeiten. Ausgewachsene Thomimas reichen einem erwachsenen Mensch etwa bis zur Hüfte, sie stellen also auch keine Gefahr für Humanoide dar. Stattdessen ernähren sie sich von Insekten, aber auch von Beeren und Früchten und seltener auch von Aas. Thomima kommen ausschließlich auf den Waldinseln vor, wo sie vor allem die dichten Dschungel und die Sandstrände als Lebensraum bevorzugen, sich von den Bergen in der Mitte der Inseln aber eher fernhalten. Sie sind sehr flink und besitzen schnelle Reflexe, die sie auch nötig haben, da sie ständig auf der Hut vor großen Greifvögeln sein müssen, die ihre natürlich Feinde sind. Thomima besitzen einen langgestreckten Kopf mit einem Maul voller kleiner Zähne, große Augen und sehr leicht gebaute Knochen. Manche Gelehrte bescheinigen den Thomimas auch eine entfernte Verwandschaft mit verschiedenen Halb- oder Pseudodrachenarten, da sie ähnlich wie diese auf zwei Beinen gehende Echsen sind.


Saphirechsen

Saphirechsen sehen in etwa so aus, wie es ihr Name vermuten lässt. Sie werden etwa ein bis zwei Handbreit lang, sind schlank und flink und besitzen leuchtend blaue, im Licht glitzernde und schimmernde Schuppen, woher auch ihr elfischer Name Cadosil, 'Schimmerschuppe', rührt. Die Eidechsen kommen vor allem in den Schwarzen Gipfeln und den Feuerbergen vor und werden von Zeit zu Zeit gejagt, um aus ihrer Haut kostbaren Schmuck herzustellen.

Mouyaq
Mouyaq
Mouyaqs sind große Frösche, deren Körper den Umfang einer Melone einnehmen können. Sie sind sehr massig gebaut und wirken recht träge. Man findet Mouyaqs vor allem in den Sümpfen der Echsendschungel, in denen sie früher zu tausenden lebten. In letzter Zeit ist ihre Zahl jedoch zurückgegangen, was vermutlich an einer Krankheit liegt, die unter den Amphibien zahlreiche Opfer fordert. Mouyaqs sind leicht an ihrer verhornten, warzigen Haut zu erkennen, die zum Schutz vor dem Gefressenwerden für Amphibienhaut recht dick ist. Sie haben eine laute Stimme, deren charakteristisch Rufe ihnen den lautmalerischen Namen Mouyaq eingebracht haben. Mouyaqs besitzen lange, aber stumpfe Stacheln an ihren Unterkiefern, die vor allem dazu verwendet werden, in ritualisierten Kämpfen der Männchen gegeneinander andere Mouyaqs wegzuschieben oder ins Wasser zu werfen. Manchmal verletzen sich die Kämpfer auch mit den Stacheln, und die Haut mancher älterer Frösche ist von Narben und Kratzern übersät. Die Shassiruq schreiben den Stacheln Heilkräfte zu. Die weiblichen Mouyaqs besitzen keine Stacheln, sondern aber mit Hilfe der Drüsen an der weichen Bauchseite Duftstoffe und Gifte ab, die sie für die meisten potenziellen Fressfeinde ungenießbar machen.

Draganto Draganto

Dragantos gehören zu den Halbdrachen, die auch Pseudodrachen genannt werden. Diese sind Reptilien, die auf zwei Beinen gehen und deren Vordergliedmaßen mit Flügeln ausgestattet sind, ohne dass sie allerdings ein zusätzliches Paar Gliedmaßen hätten wie Echte Drachen. Meist haben sie zahlreiche Hörner, Krallen und andere Merkmale fleischfressender Raubtiere. Die Dragantos sind etwa menschengroße Vertreter der Halbdrachen, die in den Sonnengipfeln beheimatet sind. Sie ernähren sich vor allem von Säugetieren wie Bergziegen und größeren Nagetieren, unter Umständen auch von Eiern. Besonders auffällig sind ihre großen Hörner am Kopf, die vor allem bei recht blutigen Zweikämpfen der allein lebenden Dragantos um Reviere oder Fortpflanzungspartner verwendet werden. Ihre Flügel lassen sich auf eine erstaunlich kleine Fläche zusammenfalten, reichen aber nicht, um sie vom Boden in die Luft zu heben. Stattdessen springen Dragantos von Felsen oder Bäumen möglichst in warme Aufwinde, um längere Strecken im Gleitflug zurückzulegen.

Gabelschwanzdrache
Gabelschwanzdrache
Gabelschwanzdrachen sind ebenfalls keine Echten Drachen, sondern Halbdrachen. Sie sind deutlich größer als Dragantos, leben aber im selben Lebensraum wie sie, in den Sonnengipfeln. Ausgewachsene Weibchen, die etwas größer als die Männchen werden, überragen einen Menschen um fast das Doppelte. Ihren Namen haben sie von ihrem langen, gegabelten Schwanz, der als Unterstützung bei der Wahrung des Gleichgewichts dient. Sie sind reine Fleischfresser, die auf ihren Hinterbeinen laufen und Jagd auf Bergziegen und zuweilen auch auf ihre kleineren Verwandten, die Dragantos, machen. Dabei lauern sie meist hinter Büschen, Felsen und Bäumen und schleichen sich an ein Opfer heran, um dann plötzlich loszustürmen und es mit ihrem mächtigen Kiefer zu packen, zu schütteln und zu beißen, bis es tot ist, was meist sehr schnell geht. Der Kopf der Gabelschwanzdrachen ist sehr massig und schwer, mit großen Hörnern bestückt und mit einem sehr gefährlichen Gebiss ausgestattet, dass es ihnen ermöglicht, die meisten Beutetiere mit einem einzigen Biss zu töten. Als Ausgangspunkt für ihre Jagd suchen sie meist höher gelegene Punkte wie Abhänge, Klippen oder große Felsen, um von dort auf ihre Beute hinabzuspringen, wobei sie auch ihre Flügel zum Gleitflug verwenden. Außerdem dienen die Flügel auch zur Kommunikation unter Artgenossen. Gabelschwanzdrachen leben allein, finden sich jedoch zur Paarungszeit mit anderen zusammen, wobei die Stellung der Flügel Drohung, Besänftigung oder Paarungsbereitschaft ausdrücken kann. Außerdem werden Männchen mit besonders großen oder auffällig gefärbten Flügeln von den Weibchen bevorzugt. Gabelschwanzdrachen können auch für Shassiruq gefährlich werden, sollten diese sich in die Sonnengipfel wagen, und prinzipiell auch für Menschen und andere Humanoide (nur leben diese nicht in dieser Gegend).

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Vögel

Botenrabe
Botenrabe
Der Name 'Botenraben' ist die volkstümliche Bezeichnung für den Farisraben, dessen Name sich vom Farismoor bei Temornia ableitet. Farisraben sind im ganzen Bund der Freien Städte des Südens weit verbreitet, kommen aber auch in anderen Regionen Tiranmars vor. Ihr Gefieder ist schwarz glänzend mit einem leichten Stich ins Blaue. Sie sind hoch intelligent, sehr lernfähig, werden etwa fünfundzwanzig Jahre alt und besitzen ein erstaunliches Gedächtnis. Botenraben ernähren sich vor allem von Aas, Insekten, Nagetiere und Früchten. Sie begleiten oft Wanderer und Jäger, da sie auf Nahrungsreste und Beutetiere hoffen. Außerdem sind sie in der Lage, verschiedene Menschen auseinander zu halten und spielen sehr gerne. Aufgrund ihrer hohen Intelligenz werden sie in einigen Südbundstädten als Botenvögel eingesetzt, wobei sie zielsicher nach Personen suchen und sie selbst in größeren Menschenmengen ausfindig machen.

Smaragdrohrsänger

Diese kleinen Vögel sind so zierlich, dass man sie bequem in einer Hand halten könnte, währen sie nicht so scheu, dass sie vor Menschen schon aus einer Entfernung von einer Meile fliehen. Sie leben am Ufer der Bäche und Flüsse der Silberauen und brüten in den Zweigen von Erlen und Weiden. Die Eier der Smaragdrohrsänger sind sehr begehrt, da ihre schillernde Türkisfarbe, die im Licht ähnlich einer Muscheln irisierend glänzt, gerne als Material für Ketten, Ohrringe und anderen Schmuck verwendet wird. Durch die Landschaft von Seen, Flüssen und Auwald bis zu den Brutgebieten vorzudringen ist jedoch ein schwieriges Unterfangen, und die Vögel selbst lassen sich nur mit großer Mühe aufspüren, da sie nur selten singen und unglaublich scheu sind.

Karendiadler Karendiadler (Königsadler, Silberadler)

Karendiadler sind große Adler, die, wie ihr Name schon andeutet, in den Karendibergen heimisch sind. Je nach der Farbe ihrer Federn werden sie in Königsadler und Silberadler unterteilt. Die Königsadler leben etwas höher und sind auch etwas größer, ihre Federn sind rotbraun gefärbt und besitzen manchmal kleine helle Punkte. Die Silberadler sind grauweiß gefärbt, etwas kleiner und zierlicher und bewohnen die niedrigeren, waldbewachsenen Hänge. Beide Arten erreichen eine Flügelspannweite von über 2 Schritt. Karendiadler ernähren sich hauptsächlich von Säugetieren und Vögeln, vor allem von Kaninchen, Murmeltieren, Rehkitzen, kleinen Gemsen und verschiedenen Vögeln, die sie auch im Flug erbeuten. Karendiadler sind sehr kräftig und schnell, was sie zu sehr gewandten Fliegern macht. Ihre meist sehr hell gefärbten Schwanzfedern werden von manchen Menschen als Glücksbringer angesehen.

Alshabaya

Alshabaya Der Name Alshabaya stammt aus dem Azzani und bedeutet übersetzt soviel wie 'Schatten des Verderbens' oder 'Schicksalsschatten'. Damit spielen die Wüstenbewohner auf die unheimlichen Fähigkeiten dieses großen Geiers an, die schon fälschlich für magische Kräfte gehalten wurden. Alshabayas, die in den Weiten Ebenen, der Wüste Kha'Zzarak und den umliegenden Gebirgen leben, sind in der Lage, über eine Entfernung von vielen Meilen verendete Tiere und auch Menschen auszumachen. Diese Fähigkeit ist für sie allerdings selten notwendig, da sie überdies ein Gespür dafür zu besitzen scheinen, welche Lebewesen die Strapazen des Lebens in der Wüste und Steppe überstehen und welche dem Tod geweiht sind. So kann es sein, dass eine Karawane sicher die Wüste durchquert, ohne auch nur eine Flügelspitze der Alshabayas zu Gesicht zu bekommen, eine andere Gruppe Reisende jedoch ohne es zu wissen vom Weg abkommt und bald hartnäckig von den Geiern verfolgt wird, bis alle in der Wüste ihr Leben verloren haben. Somit gelten die Vögel als sichere Boten des Unglücks und wurden Inhalt von Aberglauben und verschiedenen Riten und Bräuchen. Manchmal erfüllen sich die Erzählungen ihrer unheimlichen Fähigkeiten von selbst, wenn Karawanenmitglieder vor Angst und Verzweiflung den Kopf verlieren, wenn sie die Geier zu Gesicht bekommen, und verzweifelt versuchen, einen anderen Weg zu finden. In Wirklichkeit sind die Alshabayas jedoch einfach perfekt an das Leben in der Wüste angepasst und sind sehr erfahren darin, Wetter und örtliche Gegebenheiten richtig zu deuten.


Tatami Tatami

Tatamis sind mittelgroße Singvögel, die vor allem in den ausgedehnten Wäldern von Karendias heimisch sind. Sie werden etwas größer als Amseln und zeichnen sich vor allem durch ihre kräftige Stimme aus. Den ganzen Sommer über hallen ihre komplizierten Melodien durch die Wälder, die sie jedes Jahr aufs Neue variieren und verfeinern. Ihre Gesänge sind zentraler Bestandteil der Paarungsrituale und bilden Stoff für verschiedene Legenden. Die Vögel an sich sind recht unscheinbar, mit weißen Federn am Bauch und bräunlichen Flecken am Rücken, wobei die Männchen allerdings zusätzlich einen Federschopf am Kopf besitzen. Laut einem verbreiteten Märchen rührt dies daher, dass ein Adliger aus dem Kaiserreich einmal auf der Jagd war und im Wald eine wunderschöne Elfe erblickte, die (laut der menschlichen Geschichte) mit Vögeln sang und spielte. Er versuchte, die Elfe durch seinen Gesang und seine Harfe anzulocken, doch sie verschwand zwischen den Bäumen. Der Adlige versuchte, ihr zu folgen, ging aber in den tiefen des Waldes verloren und starb schließlich. Nach seinem Tod verwandelte er sich jedoch in einen Vogel, der dort, wo der Adlige einen Federhut getragen hatte, den charakteristischen Federschmuck besaß, und in Vogelgestalt fand er schließlich die Elfe, um sie von da an zu begleiten und ihr weiter Lieder zu singen. Unter den Waldelfen gibt es wiederum gänzlich andere Geschichten zu den Tatamis.



Wespenmeisen


Nach einer Idee von Aeq =)
Wespenmeisen
Diese kleinen und schnellen Vögel sind eigentlich keine Meisen, sondern Sperlinge, die vor allem im Südbund vorkommen. Sie leben in großen Schwärmen von bis zu dreihundert Tieren, die gemeinsam in Waldgebieten nisten. Dort ziehen sie ihre Jungen auf, die sich für Vogeljunge erstaunlich rasch entwickeln und schnell flügge werden. Doch auch nach Erreichen der Flugfähigkeit dauert es eine Weile, bis die Jungvögel vollständig ausgewachsen sind, und in dieser Zeit werden sie gleichermaßen von allen Vögeln des Schwarms begleitet, beschützt und auch gefüttert. Erstaunlich ist vor allem das Verhalten der Wespenmeisen, das für ihren etwas seltsamen Namen verantwortlich ist: Normalerweise fliehen sie vor Raubvögeln und anderen Gefahren, doch von Zeit zu Zeit kann es vorkommen, dass die Vögel alle auf einmal ihr Verhalten ändern und simultan zum Angriff übergehen. So hat schon mancher überraschter Falke den Tod gefunden. Laut Gerüchten scheint dieses Verhalten von Zeit zu Zeit aus dem Ruder zu laufen, sodass sich zwei unterschiedliche Schwärme Wespenmeisen gegenseitig angreifen und aufreiben, oder dass sie sogar nicht fliegende Ziele angreifen. Darum werden die eigentlich harmlosen und zierlichen Vögel mit einem gewissen Respekt betrachtet, und unter den Menschen ist es üblich geworden, ihnen aus dem Weg zu gehen und sie möglichst nicht zu reizen oder zu ängstigen.



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Säugetiere

Eiswolf Eiswölfe

Eiswölfe sind eine Unterart der Wölfe, die nur in den Nordlanden vorkommen. Sie sind mit den Polarwölfen der nördlichen Wildnis verwandt, allerdings sind sie nicht ganz so gedrungen und etwas größer. Ihr Fell ist nicht so lang wie das ihrer Verwandten, dafür aber sehr fein, weich und dicht. Die Fellfarben der Eiswölfe variieren zwischen hellgrau, verschiedenen silbergrauen Farbtönen und reinem weiß. Sie leben in großen Rudeln von zehn bis dreißig Tieren, die durch die starken Bindungen zwischen den Wölfen zusammengehalten werden, denn nur in einer solch festen Gruppe ist es ihnen möglich, genügend Nahrung zu finden, um zu überleben. Eiswölfe jagen Rentiere und Wollschafe, aber auch kleinere Nagetiere und Vögel. Um größere Tiere zu erlegend gehen sie im Rudel auf Hetzjagd. Dabei erlegen sie von Zeit zu Zeit auch die zahmen Wollschafe aus den Herden der Nordländer, weswegen die Menschen sie nicht sehr schätzen und auch Jagd auf sie machen, wobei ihr Fell und ihre Zähne, die beide von gewissem Wert sind, noch einen zusätzlichen Anreiz darstellen. Dennoch sehen die Nordländer die Esiwölfe nicht als verhasste Feinde, sondern eher als mit Konkurrenten, die einen gewissen Respekt verdienen. Da Eiswölfe recht intelligent und außerdem sehr gut an ihre Umwelt angepasst sind, gelingt es den Nordländern nicht sehr häufig, eines der Tiere zur Strecke zu bringen.


Karu'Kâr

Als Karu'Kâr werden fremdartige, affenähnliche Raubtiere bezeichnet, die im Nordwesten Tiranmars vorkommen. Nach allem, was unter Menschen und Westelfen über sie bekannt ist, leben sie in Rudeln von ein bis zwei Dutzend Tieren tief in der nördlichen Weiten. Sie machen Jagd auf Wollschafe, Rentiere, Wildpferde und alle anderen Lebewesen, mit denen sie es körperlich aufnehmen können, also nahezu alle. Karu'Kâr sind etwas kleiner als Menschen, solange sie sich in ihrer leicht gebückten Haltung vorwärts bewegen, wenn sie sich jedoch ganz aufrichten, überragen sie selbst den hochgewachsensten Nordländer deutlich. Gleichzeitig sind sie sehr kräftig gebaut und muskulös. Karu'Kâr besitzen je zwei Arme und Beine und haben einen an Gorillas erinnernden Körperbau, allerdings ist ihr dichtes Fell grau bis schmutzigweiß gefärbt. An ihren Armen und Beinen besitzen die Karu'Kâr große Krallen, zusätzlich auch noch lange, spitze Eckzähne. Sie verständigen sich untereinander durch verschiedene an das Knurren von Bären erinnernde Laute und lauern ihren Beutetieren meist auf, um sie dann durch schiere Körperkraft zu überwältigen. In besonders harten Wintern ist es schon vorgekommen, dass große Gruppen der Raubtiere Siedlungen von Westelfen oder gar abgelegene Menschendörfer überfallen haben, wobei sie der Bevölkerung durch ihr wildes und gefährliches Erscheinungsbild und die zahlreichen Opfer, die ihre Angriffe forderten, großen Schrecken einjagten.



Wollschafe Wollschafe

Bei den Wollschafen handelt es sich um kleine, stämmig gebaute Verwandte der typischen Vertreter domestizierter Schafe, die man zum Beispiel im Kaiserreich findet. Im Gegensatz zu diesen sind die Wollschafe jedoch zäher und robuster. Sie leben vor allem in der Tundra der Nordlande und der Nördlichen Weite, wo sie in großen Herden von bis zu mehreren hundert Tieren auf der suche nach spärlichen Grasbüscheln über die kalten Graslande ziehen. Die großen Herden bestehen hauptsächlich aus weiblichen Tieren mit ihren Lämmern und werden von einer Gruppe von etwa zwei Dutzend erfahrener Tiere angeführt. Die Männchen ziehen in kleineren Herden umher und treffen dann in der Paarungszeit wieder auf die Weibchenherden. Wollschafe gelten als wenig intelligent, dafür aber als außerordentlich gut darin, sich große Gebiete einzuprägen und selbst nach Jahren noch Weideplätze und Wasserstellen wiederzufinden. Obwohl sie durch ihr dichtes Fell einen eher massigen Eindruck machen, können Wollschafe erstaunliche Geschwindigkeiten erreichen. Durch heftige Tritte sind sie in der Lage, sich notfalls gegen Wölfe und andere Raubtiere zu wehren, jedoch kommt dies nahezu nie vor, da sie einen ausgeprägten Fluchtreflex besitzen und auch ihr Herdentrieb sehr ausgeprägt ist.



Squinta

Diese mit Flughunden und Fledermäusen verwandten Raubtiere erreichen eine Körperlänge von bis zu vierzig Fingern und sind mit Hautflügeln und einem Maul voller nadelspitzer Zähne ausgestattet. Man findet sie an der Westküste des Aviacarim, dort wo die Steinstrände in eine hoch aufragende Steilküste übergehen und zahlreiche Möwen in den ausgewaschenen Felsenhöhlen brüten. Die Squintas haben es oft auf Fische und die Eier der Seevögel, aber durchaus auch auf die Vögel selbst abgesehen, deren Vorliebe für Höhlen in den Klippen sie teilen. Sie segeln, die steife Seebrise ausnutzend, dicht an den Klippen entlang, stürzen sich auf die Vögel oder packen Eier im Flug aus den Nestern, um sie gemeinsam mit ihren Nachkommen in ihren eigenen Höhlen zu verspeisen.



Talpatone

Talpatone sind Höhlenbewohner, die unterirdisch vor allem in den Zwillingsbergen und den Karendirbergen, aber auch in anderen Gebirgen leben. Sie sind relativ leicht als große Maulwürfe zu beschreiben - als sehr große Maulwürfe. Bisher gelang es noch nie, einen Talpaton auszumessen, doch die von ihnen angelegten Gänge sind groß genug, dass ein Mensch sich darin auf allen Vieren vorwärts bewegen kann, ohne mit dem Kopf an die Decke zu stoßen. Ihr Fell, von dem manchmal Reste in den Tunneln liegen bleiben, ist sehr dicht, schwarz und wollig, und wird von den Zwergen manchmal als Material für Kleidung verwendet. Talpatone kündigen sich schon aus großer Entfernung durch charakteristische Grabegeräusche an, sind allerdings völlig harmlos, da ihre Jagdbeute fast ausschließlich Felsenwürmer sind. Als Gegner dieser manchmal in großen Schwärmen auftretenden und recht ärgerlichen Würmer sind sie bei den Zwergen als nützliche Verbündete beliebt. Talpatone sind vollkommen blind und verlassen ihre Gänge niemals. Sie besitzen ein ausgesprochen gutes Gehör, dessen Empfindsamkeit von den Tasthaaren an ihrem Maul allerdings noch weit übertroffen wird. Somit spüren sie selbst Luftströmungen und winzige Vibrationen auf und sind in der Lage, ihre Beutetiere auszumachen und mit einem schnellen Biss in ihre dunkle Kehle zu befördern.


Eochai

Die ausgedehnte Graslandschaft der Weiten Ebenen wird von großen Huftieren bewohnt, die in Herden von hunderten Tieren über das Land ziehen. Ihre massigen Körper, die sowohl mit Nashörnern als auch mit Bisons Ähnlichkeiten aufweisen, werden von vier kräftigen Beinen getragen und überragen selbst großgewachsene Männer noch deutlich. Sie besitzen einen kurzen Schwanz, massige Schultern, so gut wie keinen Hals und einen breiten, schweren Schädel, der mit ganzen drei Hörnern ausgestattet ist, einem kleineren Paar hinter den Augen an der Stirn sowie einem kräftigen, längeren auf ihrer Schnauze. Ihre Augen sind klein und nicht besonders gut, jedoch ist ihr Hör- und Geruchssinn gut entwickelt. Der ganze Körper ist von langem, dunklen Haar bedeckt, das zu erstaunlich feinem und weichem Gewebe verarbeitet werden kann. In der Sprache der Azzani werden die großen Tiere Samazzay genannt, die Kaiserreichler bezeichnen sie als Wollbullen, doch die Einheimischen Shadirrim gaben ihnen den Namen Eochai. Sie jagen die großen Tiere vom Rücken ihrer Pferde aus, wobei sie vornehmlich kräftige Speere verwenden, und nutzen Fleisch, Knochen, Hörner und vor allem Haut und Fell ihrer Beute. Die dunklen Haare lassen sich leicht bleichen und werden danach kräftig in Rot- und Grüntönen gefärbt, kunstvoll verwebt und als Banner und Kleidungsstücke verwendet, wärend die Hörner als Rufhörner verarbeitet werden. Die Jagd auf die Eochai ist auch für geschickte Shadirrim eine Herausforderung, leben die Tiere doch in großen Herden und verteidigen sich durchaus wehrhaft gegen Angreifer. Sie erreichen eine erstaunliche Geschwindigkeit und werden deutlich schneller als Menschen, allerdings bleiben sie hinter Pferden dennoch zurück. Die Herden der Eochai ziehen auf immer den gleichen Wegen durch das scheinbar endlose Grasland und die Randgebiete der Wüste Kha'Zzarak, um jahreszeitenbedingt die besten Futterplätze aufzusuchen. Sie gelten als typisches Symboltier dieser Landschaft.


Hirsche Laphayas (Finyarilhirsche)

Die Hirsche Finyarils sollen vor längerer Zeit ihren Verwandten, den Rothirschen in den Wäldern des tiranmarischen Festlandes, sehr ähnlich gewesen sein. Doch unter dem Einfluss der Hochelfen, die Finyaril zu ihrer Heimstatt machten und hier Städte aufbauten, veränderten sich auch die Hirsche gemeinsam mit der Insel. Obgleich sie wild in den Wäldern lebten und nicht gezähmt oder gezüchtet wurden, schien etwas von der hochelfischen Magie an ihnen hängen zu bleiben. Heute sind die Laphaya, die Finyarilhirsche, etwas größer als ihre Verwandten, und, wie oft behauptet wird, von besonderer Anmut und Eleganz. Ihr Fell ist hell, und wenn auch nicht weiß, so doch immerhin von einem hellen creme- oder beigeartigen Farbton. Die einzelnen Haare sind mehrfach gebändert, was dem kurzen Fell einen besonderen Glanz verleiht. Ihr Geweih ist ebenfalls sehr hell und nimmt, da in den Wäldern Finyarils nicht viel Unterholz wächst und ihren Weg behindert, erstaunliche Ausmaße an. Die Laphaya unterscheiden sich jedoch auch in ihrem Verhalten von anderen Hirschen, da sie gegenüber Hochelfen sehr zutraulich sind. Sie werden nicht gejagt und auch nicht wirklich domestiziert, jedoch leben manchmal Herden der Hirsche in der Nähe der Elfen und werden von ihnen gleich Kühen gemolken. Ihre Milch scheint nahrhaft und zumindest für die Elfen sehr schmackhaft zu sein. Aus den abgeworfenen Geweihen und dem Fell toter Finyarilhirsche stellen die Hochelfen auch kostbaren Schmuck her, der nur selten auf den Kontinent Tiranmar gelangt, wo er sehr begehrt ist.



Greif Greife

Greife gehören zweifellos zu den beeindruckensten und majestätischsten Wesen Tiranmars. Ausgestattet mit dem Körper eines Löwen, dessen Schulterhöhe mindestens die Größe eines erwachsenen Mannes erreicht, den Flügeln eines Adlers mit entsprechender Spannweite und gefiederter Brust und Kopf des Adlers mit dem kräftigen Schnabel übertreffen sie jedes andere Raubtier mit Ausnahme der Drachen. Greife besitzen wie Adler überaus leistungsfähige Augen, einen starken, gebogenen Schnabel und kräftige Schwingen. Mit Löwen haben sie die Hinterbeine mit den krallenbewehrten Tatzen sowie den Schwanz gemeinsam. An ihren Schultern, etwa dort, wo die Flügel ansetzen, geht das Federkleid, das braun, grau, rötlich oder in extrem seltenen Fällen schwarz gefärbt sein kann, in goldgelbes bis braunes Fell über. Greife sind ausschließlich in großen Gebirgen beheimatet, jedoch nicht in der Nähe großer Drachen. Bisher wurden in den Falkenbergen, den Frostzinnen und den Karendibergen Exemplare gesichtet. In der Wildnis ernähren sich Greife von verschiedenen Bergbewohnern wie Steinböcken, Gemsen, aber auch Weidetieren des flacheren Landes. Dabei verbringen sie oft viele Stunden in der Luft und suchen von dort aus nach Beute. Greife werden je nach Lebensweise zwischen fünfzig und zweihundert Jahre alt, dennoch sind sie schon mit drei bis vier Jahren körperlich voll ausgewachsen. Die meisten von ihnen legen im Alter von etwa fünfzehn Jahren einen Horst an, der oft sehr abgelegen und schwer zu erreichen ist, etwa in einer kleinen Höhle oder auf einer Felsspitze. Dort ziehen sie ihre Jungen auf und verteidigen sie erbittert gegen Feinde. Obwohl Greife sehr alt werden, gibt es nur wenige von ihnen. Die Mehrheit der Tiere lebt bei den Aviacarim, die in der Greifenzucht von Palvanis frisch geschlüpfte Greife an die Nähe von Zweibeinern gewöhnen und zu Reittieren ausbilden. Später werden sie mit einem speziellen Aviacarim gemeinsam ausgebildet, mit dem sie eine intensive Bindung eingehen, und als Reittiere vor allem für Kundschaftsflüge und im Krieg eingesetzt. Obwohl Greife recht intelligent sind, sind sie dennoch Tiere, und entgegen verschiedenen Legenden sammeln sie weder Schätze noch sind sie einer Sprache mächtig. Greife sind die Wappentiere der Aviacarim und werden von ihnen hoch geschätzt und von anderen Völkern fern gehalten.



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Nichtmagische Meerestiere

Muscheln Carnismuscheln

Die Carnismuscheln wirken recht unscheinbar, sind sie jedoch unscheinbar braungrau gefärbt und weisen weder Musterungen noch sonstige äußere Merkmale auf, die sie von verschiedenen ähnlichen Muschelarten unterscheiden. Sie kommen in großen Gruppen vor, werden etwa so groß wie eine Hand und sind recht schwer, außerdem besitzen sie eine massive Schale. Doch trotz ihrer fast schon langweiligen Erscheinung Carnismuscheln tragen ihren Namen nicht ohne Grund. Jeder halbwegs erfahrene Seemann kann grausige Geschichten davon erzählen, wie sich ganze Schwärme der Muscheln unbemerkt am Schiffsrumpf ansetzen und dort erst einmal verharren, bis eine genügend große Anzahl Artgenossen hinzugestoßen ist. Danach öffnen sie ihre Schale, hinter der zwei Reihen scharfer Zähne zum Vorschein kommen, mit deren Hilfe sie sich kaum einer Stunde von zahlreichen Seiten in das Schiff bohren. So bringen sie es zum Sinken, um sich dann genüsslich an Lebensmitteln und auch ertrunkenen Seemännern an Bord gütlich zu tun, denn Carnismuscheln ernähren sich nahezu ausschließlich von Fleisch. Laut einigen Geschichten sollen sogar schlafende Matrosen von Carnismuscheln, die sich durch die Planken fraßen, angegriffen und verletzt worden sein. Das Gerücht, ein Schwarm Carnismuscheln befände sich in einem Hafen, kann diesen daher ebenso schnell leer fegen wie der Bericht einer Seuche. Glücklicherweise treten die Muscheln nur selten in Plagen auf, und aufmerksame Schiffsbesatzungen können das Unglück noch rechtzeitig abwenden.


Mondkrabben

Mondkrabben gehören zu den typischen Meerestieren im Golf von Yôcul. Betrachtet man den kompletten Körper einschließlich der vier Beinpaare und der beiden Scheren, erreichen sie etwa die Größe einer Hand mit gespreizten Fingern, zählen also nicht gerade zu den beeindruckensten Krabbentieren. Sie leben vor allem am Meeresgrund und an den Rändern der Korallenriffe rund um die Insel Yôcul, wo sie sich von verschiedenen Wasserpflanzen und Algen ernähren. Sie leben meist in Gruppen, wobei sie sich untereinander mit Hilfe eines Leuchtorgans in ihrem teilweise transparenten Rückenpanzer verständigen. Das Aufleuchten der Muster auf ihrem Rücken in einem türkis- oder grünton kann Artgenossen sowohl Drohung oder auch Paarungsbereitschaft vermitteln. Zusätzlich nutzen sie ihre Scheren, um ihre Absichten deutlicher zu machen. Besonders interessant ist auch das Paarungsverhalten der Mondkrabben. Einmal im Jahr in einer Nacht, häufig bei Vollmond, klettern und schwimmen sie an den Korallenriffen hinauf, um sich auf deren bei Ebbe aus dem Wasser ragenden Spitzen und den Stränden der Yôcul-Inseln zu versammeln. Dort treffen sich die unzähligen Krabben, paaren sich und kehren wieder ins Wasser zurück, während ihre Rücken die ganze Zeit über flackern und leuchten. Dieses bemerkenswerte Schauspiel erweckt den Eindruck, dass die Krabben ihr Licht vom Mond haben oder ihn ähnlich den Marinae verehren würden, was ihnen ihren Namen eingebracht hat. Von den Marinae werden Mondkrabben von Zeit zu Zeit für ein paar Tage gefangen und als Lichtquelle verwendet, bevor sie wieder freigelassen werden.

Regenbogenmuscheln

Diese in den unterschiedlichsten Farben leuchtenden Muscheln leben im Golf von Yôcul und werden dort von den Marinae auf Terassenfeldern in den Korallenriffen gezüchtet. Das Fleisch der Muscheln ist eins der wichtigsten Lebensmittel der Marinae, wenngleich es bei landbewohnenden Zweibeinern wegen seines sehr eigenen Geschmacks Abscheu hervorruft.


Azurschlangen

Diese im Wasser lebenden Reptilien werden bis zu drei Schritt lang. Sie besitzen eines der gefährlichsten Gifte des Tierreichs und leben in den warmen Gewässern rund um die Südmeerinseln, wo sie nahe den Küsten Jagd auf Beute machen. Azurschlagen ernähren sich hauptsächlich von Fischen, aber auch von anderen Kleintieren im Wasser. Manchmal greifen sie sogar Beutetiere direkt am Ufer an, indem sie plötzlich aus dem Wasser schnellen, um zum Beispiel einen Vogel zu packen. Sie nutzen die ins Wasser ragenden Wurzeln der Bäume, um daran zu kauen und ihre Fangzähne zu schärfen. Dabei löst ihr Gift das Holz gleich einer Säure auf. Für Schiffe, die von den Azurschlangen manchmal ebenfalls als Zahnschärfer benutzt werden, ist dies verheerend, da so innerhalb einer Woche ein Leck entstehen kann.

Pelagos

Der Pelagos oder 'Tiefengeist', wie er auch genannt wird, gehört als große, drachenähnliche Echse zu den Halb- oder Pseudodrachen. Somit ist er zum Beispiel mit mit Dragantos und Gabelschwanzdrachen verwandt, auch wenn diese auf dem Land leben. 'Tiefengeister' sind natürlich keine Geisterwesen, sondern wurden nur aufgrund des Aberglaubens und der Furcht der Seeleute so betitelt. Sie besitzen einen langgestreckten Körper mit dornenbewehrtem Rückenkamm und vier Gliedmaßen, von denen die beiden vorderen zu Flossen umgebildet sind, während die hinteren mit kräftigen Krallen ausgestattet sind. Noch gefährlicher ist ihr beeindruckendes Gebiss, mit dem sie einem Hai schon einmal den Kopf abbeißen können. Pelagos leben allein und machen Jagd auf große Fische wie zum Beispiel Thunfische, aber auch auf Delphine, wenn sie sie erwischen können. Sie werden etwa sechzig Jahre alt und treffen auch wegen ihrer Seltenheit nicht besonders häufig mit Artgenossen zur Paarung zusammen, was auch nicht zu ihrer größeren Verbreitung beigetragen hat. Da sie recht aggressiv gegenüber Schiffen, die ihnen zu nahe kommen und kleineren Booten, die sie für Beute halten werden können, stellen sie eine ernstzunehmende Gefahr für Seereisende dar. Meist lassen sie sich jedoch durch beherztes Handel und einen Schlag auf den Kopf oder die Kiemen verjagen, was im Angesicht des gewaltigen Gebisses einen gewissen Mut erfordert. Glücklicherweise kommen Pelagos überall dort nicht vor, wo Seeschlangen leben, das heißt in der Deltabucht und im Nordmeer.


Yocûllische Rochen Yocûllische Rochen

Yocûllische Rochen sind die größten Rochen Tiranmars und leben, wie ihr Name schon andeutet, vor allem im Golf von Yocûl, aber auch in anderen gemäßigten Meeresgebieten. Sie leben nicht am Meeresgrund, sondern schwimmen frei im Wasser, wobei sie in großen Gruppen von verwandten Tieren unterwegs sind. Durch wellenförmige Bewegung ihrer Flossen erreichen sie eine sehr hohe Schwimmgeschwindigkeit und erinnern an Vögel, die Flugbewegungen ausführen. Die Ernährung der Yocûllischen Rochen besteht zum größten Teil aus Muscheln und Krabben, die sie mit ihrem kräftigen Gebiss zerquetschen. Die größte Besonderheit der Yocûllischen Rochen ist ihre Fähigkeit des Farbwechsels, die es ihnen einerseits erlaubt, sich zu tarnen, um Beutetiere zu überraschen und selbst nicht gesehen zu werden, andererseits auch zur Kommunikation innerhalb der Gruppe dient. Eine große Anzahl der Rochen lebt frei zwischen den Korallenstädten der Marinae, einige von ihnen leben auch als Reittiere bei den Wassermenschen und werden bei der Jagd oder zur Erkundung eingesetzt. Meist gehen dabei einer der Marinae und ein Rochen eine Art Freundschaft ein und treffen sich oft zu Jagd oder Spiel, wobei die Rochen eine außergewöhnliche Intelligenz und ein gutes Gedächtnis beweisen. Yocûllische Rochen werden, wenn sie einmal der gefährlichen Kinderzeit entwachsen sind, zwanzig bis dreißig Jahre alt. Sie besitzen keine Fressfeinde, solange sie sich in den geschützten Gewässern rund um die Korallenriffe aufhalten, im offenen Meer außerhalb des Golfes können ihnen Seeschlangen, Tiefengeister und andere große Raubtiere gefährlich werden.


Schwefeldrachen (Olgadreki)

Schwefeldrachen sind amphibisch lebende Raubtiere, die in der Umgebung der Waldinseln leben. Sie messen vom Kopf bis zur Schwanzspitze sieben bis zehn Schritt. Schwefeldrachen besitzen vier Gleidmaßen, die zu Flossen umgebildet sind, einen von hellen bis rein weißen schuppenbedeckten Körper und einen massigen, sehr an Drachen erinnernden Kopf. Als Verwandte der Pelagos zählen sie wie sie zu den Halb- oder Pseudodrachen. Der ganze Körper der Schwefeldrachen ist von Stacheln und Hautkämmen übersät, und auch ihr Gebiss macht einen recht abschreckenden Eindruck. Sie ernähren sich von größeren Fischen, aber auch Salzwasserkrokodilen, großen Schildkröten, Delphinen und anderen Beutetieren dieser Größe, die ihnen begegnen. Von Zeit zu Zeit dringen sie auch bis sehr nah an den Strand vor, lauern dort auf unvorsichtige Landtiere, die sich zu nah ans Wasser wagen, und greifen dann plötzlich an. Dabei dringen sie auch einige Schritt auf den Strand vor, was ihnen dank ihrer kräftigen Flossen in einem kriechenden Gang möglich ist. Ebenso bewegen sie sich zu den vulkanischen heißen Quellen der Insel, in denen die Weibchen ihre Eier ablegen. Dort werden sie innerhalb eines ganzen Jahres ausgebrütet, wobei ihre dicke Schale sie vor den übergroßen Temperaturen schützt, die jede Gefahr fernhalten. In der Sprache der Waldmenschen werden Schwefeldrachen 'Olgadreki' genannt.


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Magische Kreaturen

Falter Valehdella

Valehdella sind große Schmetterlinge, deren Flügelspannweite eine Armeslänge betragen kann. Sie leben vor allem tief in den Wäldern von Karendias und im Iliandelforst, aber auch in den tropischen Wäldern des Echsendschungels und der Waldinseln kommen sie vor. Im Gegensatz zu anderen Schmetterlingen ernähren sie sich nicht etwa von Blütennektar wie zahlreiche andere Arten, sondern besitzen einen Stechrüssel, mit dem sie die Haut ihres Opfers durchbohren, um an dessen Blut zu kommen. Doch die rote Flüssigkeit ist nicht ihr eigentliches Ziel der Valehdella - es ist die Lebenskraft des Opfers. Durch einen intuitiven Zauber saugen die Schmetterlinge das Leben direkt heraus und ernähren sich von ihr, statt ihre eigene Lebenskraft zu entwickeln. Somit ist es ihnen auch möglich, einen einfachen Illusionszauber zu wirken, der ihren Opfern wunderschöne Falter in den schillernsten Farben vorgauckelt, um so gefährlich nahe heranzukommen. Es soll schon geschehen sein, dass schlafende Reisende von derart vielen Valehdellas ausgesaugt wurden, dass sie Tage brauchten, um sich zu erholen oder gar daran starben. Vor allem Magier wirken sehr anziehend auf die Schmetterlinge, da ihre Kraft beim Zaubern frei fließt und auch sonst offener zu Tage tritt.




Einhörner und Lithila (Schwarze Einhörner)

Einhörner sind äußerst seltene magische Wesen, die nur von wenigen Zweibeinern je gesichtet wurden. Ihr Körper ähnelt dem von großen, aber zierlichen und schlanken Pferden, doch tragen sie ein langes, spiralförmig gedrehtes und spitz zulaufendes Horn auf ihrer Stirn. Einhörner können entweder rein weiß oder schwarz sein, im ersteren Fall ist ihr Horn silbrig schimmernd, in letzterem dunkelrot oder schwarz gefärbt. Laut alten hochelfischen Schriften ist die Fellfarbe vom Zeitpunkt der Geburt abhängig, bei Nacht geborene Einhörner werden schwarz, bei Tage geborene weiß. Einhörner besitzen die magische Gabe, Emotionen von jedem anderen Wesen zu spüren, selbst wenn sie noch meilenweit entfernt sind. Dabei fühlen sich weiße Einhörner besonders zu positiven Gefühlen wie Glück, Friedfertigkeit, Unschuldigkeit und Gerechtigkeit hingezogen, während schwarze Einhörner von Trauer, Verzweiflung, Schuldgefühlen und Melancholie angezogen werden. Gleichzeitig sind Einhörner nicht dazu in der Lage, selbst Gefühle zu entwickeln, sondern spiegeln nur die Emotionen ihres Zieles wieder. Oft halten sie sich im Geheimen versteckt und begleiten eine Person eine Weile, solange es sich in der Wildnis, zum Beispiel den Wäldern von Karendias oder im Sewakadelta, aufhält. Dabei versuchen sie oft vorsichtig, besonders anziehenden Personen näher zu kommen und sie schließlich dazu zu bewegen, auf ihrem Rücken zu reiten. Dabei verbinden sie ihren Geist mit dem der Person, um so für kurze Zeit zu einem fühlenden Wesen zu werden und gleichzeitig einen Teil des fremden Geistes zu behalten und etwas von ihnen dafür zu geben. Die Auswirkungen auf den Zweibeiner beschränken sich darauf, dass sie von da an ein deutlicheres Gespür für die Stimmung anderer Menschen haben und allgemein empfindsamer werden, während das Einhorn nach dieser Begegnung trächtig wird und nach einem Jahr ein Fohlen zur Welt bringt. Da Einhörner aber nur äußerst selten eine derartige Verbindung eingehen können, sind Einhornfohlen unglaublich selten. Innerhalb von sieben Jahren sind die Fohlen ausgewachsen, ihre gesamte Lebensspanne beträgt etwa fünfzig Jahre. Da fast jeder Teil des Einhornkörpers von Magie durchzogen ist, sind ihre Hörner, ihr Fell, ihr Blut und alle anderen Teile sehr begehrt, doch dank der Fähigkeiten der Einhörner, auch Gier oder Mordlust zu spüren, können sie meist rechtzeitig entkommen. All dies trägt zu ihrer überaus scheuen Lebensweise und ihrem legendenumwobenen Ruf bei.


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Intelligente und magisch begabte Wesen

Geflügelte Katze Felimornae

Felimornae sind magische, intelligente Katzenwesen, die von den Mraunim, den Katzenmenschen, als Gottheiten und Schutzgeister verehrt werden. Die Felimornae wachen im Glauben der Katzenmenschen über sie und behüten sie vor Unglück, was sie auch über lange Zeit nach besten Kräften getan haben und teilweise immer noch tun. Felimornae sind in der Lage, verschiedene Formen der Magie zu wirken, wobei sich ihre Fähigkeiten von Individuum zu Individuum unterscheiden. Eine weitere Fähigkeit der Felimornae ist ein gewisser Instinkt, der sie vor Gefahren und bösen Absichten warnt. Sie besitzen den Körper einer Hauskatze, wobei sie eher mit den von den Azzani gehaltenen Arten zu vergleichen sind, haben sie doch einen schlanken Körper, kurzes Fell und lange Beine. Ihr Kopf ist leicht pfeilartig geformt, ihre Augen können die verschiedensten Farbtöne annehmen, wobei grüne, gelbe und Bernsteintöne vorherrschen und ihr Fell ebenfalls in jeder für Katzen denkbaren Farbe und Zeichung aufweisen kann. Sie erreichen etwa die Schulterhöhe einer Wildkatze, sind aber schlanker. Ab einem gewissen Fortschritt ihrer körperlichen Entwicklung besitzen Felimornae große, gefiederte Flügel, die an ihren Schultern entspringen und kräftig genug sind, um sie einige Stunden lang in der Luft zu tragen.
Das Leben der Felimornae ist ein langer Zyklus aus acht Wiedergeburten. Zum Zeitpunkt ihrer ersten Geburt sind Felimornae nicht von Katzenjungen zu unterscheiden. Ab etwa der sechsten Woche wachsen sie nicht mehr, sondern bleiben Jungtiere. Nun suchen sie sich die Aufgabe für ihr Leben. Diese Aufgabe besteht darin, ihrem natürlichen Instinkt zu folgen und ein Wesen zu beschützen oder zu begleiten. Meist leben sie als Haustiere oder Freunde von Zweibeinern und versuchen, ihnen möglichst Gefahren vom Leib zu halten oder sie sicher zu ihrem nächsten Lebensabschnitt zu begleiten. Erfüllen die Felimornae ihre Aufgabe, so sterben sie noch in der nächsten Nacht und erwachen am nächsten Tag erneut zum Leben, sterben sie jedoch ohne ihr Ziel zu erreichen, bleibt ihnen die Wiedergeburt verwehrt. Nach der ersten Wiedergeburt beziehungsweise dem 'Wiedererwachen' entwickeln sie sich weiter und werden zu einer erwachsenen Katze. Wiederum widmen sie ihr Leben dem Ziel, ein Wesen zu beschützen, bis sie sterben, und in ihrem dritten Leben besitzen sie die Gabe, Gedanken zu lesen oder zumindest zu erahnen, je nachdem, wie deutlich die Gedanken ihres Gegenübers zu Tage treten. Im vierten Leben kommt die Fähigkeit des telepathischen Sprechens hinzu, womit sie anderen Lebewesen ihre Gedanken magisch mitteilen können, im fünften Leben wachsen ihnen Flügel. Zu Beginn ihres sechsten Lebens wachsen sie erneut, werden größer, ausdauernder und schneller. Im siebten und achten Leben entwickeln alle Felimornae persönliche magische Gaben, die sich stark unterscheiden können, ihr neuntes Leben schließlich verbringen sie in der Abgeschiedenheit der höchsten Berge der Schwarzen Gipfel.
Die Aufgaben, denen sich die Felimornae widmen, erschließen sich ihnen aus ihrem Instinkt heraus. Umso älter sie werden, desto schwieriger werden ihre Lebensaufgaben, weswegen immer nur ein Teil der Felimornae das nächste Leben erreicht. Von den Katzengöttern im siebten, achten und neunten Leben zusammen existieren in Tiranmar vielleicht ein Dutzend, keinesfall mehr. Früher widmeten sich die Felimornae ausschließlich dem Schutz des Volkes der Katzenmenschen. Sie begleiteten, berieten und verteidigten sie. Als jedoch nach dem Krieg der Alten Völker die Mraunim immer mehr in der Bedeutungslosigkeit versanken, ihr Volk langsam kleiner und schwächer wurde und andere Völker sich ausbreiteten, widmeten sich nicht mehr alle Felimornae 'ihrem' Volk, sondern begannen, ganz Tiranmar zu durchstreifen und sich andere Aufgaben zu suchen. Doch noch immer verehren die Mraunim ihre Katzengötter und bringen ihnen höchsten Respekt entgegen, was bei vielen Felimornae ein gewisses Gefühl von Pflicht und Verantwortung hervorruft. Wie die Zahl der Mraunim, so hat auch die Zahl der Felimornae in den letzten Jahrtausenden langsam, aber stetig abgenommen, und dank ihrer geschickten Vorsicht wissen nur die Mraunim und sehr wenige Angehörige anderer Völker überhaupt von ihrer Existenz.




Seeschlangen

Seeschlangen zählen zu den Halbdrachen, sind aber zweifellos die beeindruckensten und mächtigsten Vertreter dieser Gruppe. Sie leben vor allem in den nördlichen Gewässern Tiranmars, legen aber so weite Strecken zurück, dass sie auch in anderen Gebieten angetroffen werden können. Seeschlangen werden mehrere tausend Jahre alt und hören nie ganz auf zu wachsen, weswegen sie unglaubliche Ausmaße erreichen können. Sie besitzen einen von grünlichen, bläulichen oder grauen Schuppen bedeckten, langgestreckten Körper ohne Gliedmaßen, einen Kamm von Zacken am Rücken und zahlreiche Hörner an ihrem drachenhaften Kopf. Seeschlangen leben allein und halten sich vor allem in den tiefen Bereichen des Meeres auf. Dort ernähren sie sich von Fischen und auch Algen. In der Deltabucht treffen alle zehn Jahre sämtliche ausgewachsene und an der Paarung interessierte Seeschlangen Tiranmars zu einem großen Paarungsritual zusammen, bei dem sie spektakuläre Tänze vollführen, sich im Wasser winden und umeinander schlingen. Dabei speien sie türkisfarbenes, grünes und blaues Feuer, dass allerdings nur dazu dient, die anderen Seeschlangen zu beeindrucken. Diese Fähigkeit wird magisch unterstützt und so gut wie ausschließlich im Zusammenhang mit der Paarung eingesetzt. Während der zwei bis drei Wochen der Paarung ist es für Schiffe nahezu unmöglich, die Deltabucht zu passieren, da ständig wild ineinander verknotete Seeschlangen auftauchen können, die keinerlei Rücksicht auf Schiff nehmen. Seeschlangen greifen keine Menschen an und wissen auch um die Bedeutung von Schiffen, jedoch achten sie auch nicht weiter auf Schiffe und machen sich nicht viel aus seltenen Zusammenstößen, die für sie höchstens mit einem Kratzer enden. Die Sichtung einer Seeschlange außerhalb der Paarungszeit gilt als glückbringend.
Abgesehen von ihrem leuchtenden Feuer besitzen Seeschlangen noch einige weitere magische Kräfte, nämlich eine grundlegende Telepathiefähigkeit, die sie allerdings nur selten anwenden, und eine magische Verbindung mit dem Ozean, die es ihnen ermöglicht, Gezeiten und Wetter vorauszuahnen und möglicherweise sogar Einfluss auf Meeresströmungen zu nehmen. Vor allem für Menschen und andere Zweibeiner interessant ist jedoch die Tatsache, dass sie über Wasser in der Lage sind, mit einer Stimme zu sprechen, wobei sie dank ihrer Telepathie die Sprache ihres Gegenübers verwenden. So eine Begegnung ist jedoch noch niemals außerhalb von Legenden und historischen Erzählungen vorgekommen.


Echte Drachen

Echte Drachen, auch Königs- oder Kaiserdrachen genannt, sind schließlich die Krönung all ihrer Verwandten, der Pseudodrachen. Sie sind mit einer Körperlänge von bis zu zwanzig Schritt und einer ebenso großen Flügelspannweite mit Abstand die größten flugfähigen Wesen Tiranmars. Sie besitzen je ein Paar Vorderbeine, Hinterbeine und Flügel, wobei die Vorder- und Hinterbeine in krallenbewehrten Tatzen enden. Die Flügel bestehen aus der Flughaut, die sich zwischen den fünf Fingerknochen der Flügel spannt. Der ganze Körper der Drachen ist von diamantharten Schuppen bedeckt, die etwa handgroß sind und die verschiedensten Farbtöne annehmen können. Schwarz und Hals der Drachen sind recht lang, der Hals endet in dem typisch geformten Kopf mit dem langen, reißzahnbewehrten Maul und den beeindruckenden, oft leicht geschwungenen Hörnern. Vom Kopf an zieht sich ein Kamm den Hals hinunter über den Rücken bis zum entweder in einer Spitze oder einem Pfeil endenden Schwanz. Drachen sind in der Lage, Feuer zu speien. Ihr Feuer gilt als eine der zerstörerischsten Kräfte, die es überhaupt gibt, es durchdringt jegliche Form von Fleisch und Haut, Holz, Metall und teilweise auch Stein mühelos und lässt Eis in Sekundenbruchteilen verdampfen. Die Reichweite des Feueratems eines Drachens beträgt etwa das Doppelte seiner Körperlänge. Außerdem sind Drachen dank ihrer magischen Fähigkeiten in der Lage, neben ihrer Stimme auch telepathisch mit anderen Wesen zu kommunizieren und deren Gedanken zu lesen. Die meisten Drachen besitzen noch andere magische Kräfte, diese unterscheiden sich jedoch von Individuum zu Individuum.
Die wenigen Echten Drachen Tiranmars leben in den Sonnengipfeln, einer oder zwei vielleicht auch in den Schwarzen Gipfeln und den Bergen von Karendias. Insgesamt sind die Drachen sehr selten geworden, und nur wenige brüten noch Eier aus. Die Eier schlüpfen nach drei Jahren, und bis die ein bis fünf Jungdrachen ausgewachsen sind, vergehen noch einmal etwa zwanzig Jahre. Danach altern Drachen nicht mehr, sie werden also entweder mehrere zehntausend Jahre alt oder sind tatsächlich unsterblich. Daraus resultiert auch das hohe Alter der in Tiranmar lebenden Drachen, die sich fast alle noch an den großen Krieg der Alten Völker am Ende des dritten Zeitalters erinnern. Allen Drachen ist gemeinsam, dass sie über einen enormen Wissensschatz verfügen und sich auch untereinander austauschen, auch sind sie hoch intelligent, wenn nicht gar die intelligentesten Wesen Tiranmars. Drachen stehen dem Leben von Menschen und anderen Zweibeinern wohlwollend bis desinteressiert gegenüber und mischen sich von sich aus nicht in deren Belange ein, betrachten sie aber auch nicht als Beute und sollen bereits ein- oder zweimal in der Geschichte ihren Rat an Zweibeiner weitergegeben haben. Die Echsenmenschen, die Shassiruq, verehren die Drachen sehr und sehen in ihnen göttliche Sendboten der Sonne, weswegen sie auf die Knie fallen und beten, sobald sie in der Ferne die Silhouette eines Drachens ausmachen können.


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