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 Die Straßen

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Flalin Felsenfaust
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BeitragThema: Re: Die Straßen   So Aug 21, 2011 12:41 pm

Kommend von den unteren Hängen der Murogan

Flalin Felsenfaust war zufrieden mit dem bisherigen Verlauf seiner Reise. Voller Vorfreude auf die große Stadt der Menschen am Golf von Yocul folgte er der gepflasterten Straße viele Meilen lang und ließ dabei mehrere kleine Dörfer hinter sich. Er glaubte nicht, dass die Einwohner ihm etwas Interessantes zu erzählen hätten, also passierte er die Siedlungen schleunigst, ohne sich mit den Menschen dort ausgiebig zu unterhalten. Diese Einstellung war der erste größere Fehler auf seiner Reise, denn durch seine Eigenbrödlerei hatte er von niemanden die Kunde erhalten, dass sich ein ungefähr dreißig Mann starker Söldnertrupp nur einige Meilen entfernt aufhielt und schon einige Dörfer ihrer wertvollsten Nahrungsmittel beraubt hatte. Als der Zwerg nun am Abend aufgrund des angenehmen Wetters entschied, dass er lieber unter einem Baum am Wegesrand nächtigen wollte, als in einem Gasthaus, wurde er wenige Stunden später durch wildes Gelächter geweckt. Der stark alkoholisierte Trupp der Mietschwerter von Tangilos, wie sie sich selbst gerne nannten, um etwas seriöser zu wirken, trottete auf der Straße entlang, nur wenige Meter vor Flalins Augen. Es dauerte nicht lange, bis einer der Reiter den zusammengekauerten Zwerg bemerkte und seinen Kollegen zurief: "Seht euch das an, ein einsamer Zwerg, der hier draußen alleine die Nacht verbringt! Weiß er denn nicht, wie gefährlich die Straßen neuerdings sind?" Die anderen Männer fielen in das Gelächter des berittenen Söldners mit ein und näherten sich dem reisenden Zwerg so schnell sie es in ihrer Verfassung vermochten. "Was wollt ihr von mir?! Ich besitze nichts wertvolles! Haltet euch doch nicht mit einem reisenden Zwerg wie mir auf!", doch seine Erklärungen halfen Flalin wenig, schon hatten sie ihn umringt und entdeckten den Rucksack, der neben der Decke lag. Gewaltsam entwendeten sie dem recht hilflosen Zwerg seine Reisetasche und durchstöberten sie nach irgendetwas wertvollem. Hier hatte der junge Zwerg Glück, denn in der Dunkelheit und wahrscheinlich auch wegen ihrer vernebelten Sinne fanden die Mietschwerter seine wertvolle Pfeife und den Tabak in der großen Tasche nicht, sondern bedienten sich "nur" an der Schafswolle und dem Fleisch, dass Flalin noch dabei hatte. Ein neu dazugestoßener, schwarzhaariger Mann mit einer dunkleren Haut, als seine Kompanen, machte einen Vorschlag, der den Reisenden fast das Leben gekostet hätte. "Bei Xerana, dieser Idiot ist wirklich die Zeit, die wir hier verschwenden nicht wert, töten wir ihn einfach, meine Klinge hat schon lange kein Blut mehr gesehen!" Den Anderen schien diese Vorgehensweise zu gefallen und einige zogen schon ihre Schwerter, als der nervöse Zwerg den Männern plötzlich ein Angebot machte: "Ich kann euch von großem Nutzen sein! Ich wette, dass euer Hauptmann euch euren wohlverdienten Sold schon oft unterschlagen hat..." Einige der Männer hielten inne und ein Gemurmel entstand unter den Söldnern. "...Ich bin ein erfahrener Schreiber und könnte euren Sold genau nachhalten und so dafür sorgen, dass keiner übers Ohr gehauen wird! Denkt nur daran, wie viele Münzen ihr schon verloren habt, weil ihr gar nicht wusstet, wie viel euch zusteht! Bestimmt hat sich irgendeiner aus eurem Trupp die ganze Zeit über bereichert, ich könnte dem ein Ende machen, wenn ihr mich nur am Leben ließet!" "Er hat Recht, Bodil zahlt mir immer nur zwei Münzen pro Woche, er selbst bekommt viel mehr! Immer steckt er sich was in die Taschen, ich hab das schon oft beobachtet! Ich bin dafür, dass wir es so handhaben, wie der kleine Mann hier vorschlägt." Bei dieser Bemerkung musste sich Flalin eine scharfe Antwort verkneifen, "kleiner Mann", also wirklich. Ein Hüne unter den Anwesenden stimmte ebenfalls zu und warf Flalin den Rucksack hin, in dem zum Glück nichts zu Bruch gegangen war. Bei Tharekk, das ist ja gerade noch einmal gut gegangen... Schlimm genug, dass ich mich jetzt in nächster Zeit mit diesen Halunken abgeben muss, aber solange sie mich meine Aufzeichnungen machen lassen.
So kam es, dass Flalin Felsenfaust ein unfreiwilliges Mitglied der Mietschwerter von Tangilos wurde und einige Zeit lang zur Kooperation mit diesen Söldnern gezwungen war.
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Shargath
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BeitragThema: Re: Die Straßen   So Aug 21, 2011 10:53 pm

Nachdem das recht üppige Mahl beendet war, machten sich die 5 wieder auf, ihre Reise fortzusetzen. Die Laune war nach der Mahlzeit ebenfalls deutlich besser. Oder zumindest das äquivalent von 3 Magiern der verdorbenen Lande zu guter Laune, was in etwa bedeutet, Shargath überlegte wie sie ihr Ziel am besten erreichen konnten, Keros legte sich Pläne zurecht um an noch mehr Macht zu gelangen und Telgar... nun Telgar hielt Ausschau nach nützlichen Pflanzen.

Inzwischen erreichten sie einen Weg der alle Anwesenden deutlich aufatmen ließ, auch wenn die Sonne bereits am untergehen war, hofften sie dennoch auf das Dorf oder zumindest ein Gasthaus zu treffen und dort nächtigen zu können. Und tatsächlich, deren Hoffnungen erfüllten sich und so erreichten sie nach einer Wochen, oder vielleicht Monate, langer Reise das Dorf Aliatal kurz nach Sonnenuntergang.

Weiter im Dorf Aliatal
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Flalin Felsenfaust
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BeitragThema: Re: Die Straßen   Fr Aug 26, 2011 11:05 am

An diesem Abend beschlossen die angetrunkenen Männer nicht mehr weiterzuziehen, sondern dort, wo sie Flalin gefunden hatten, die Nacht zu verbringen. Am nächsten Tag zogen sie weiter und erpressten die Bewohner einer kleinen Siedlung auf ihrem Weg, ihnen zwei Rinder und die meisten Säcke ihrer Ernte zu überlassen. Zum Glück endete dies ohne Blutvergießen, sehr zur Freude des reisenden Zwerges. Der Reisende aus dem Clan der Felsenfäuste vebrachte drei Wochen in der Gefangenschaft der Mietschwerter von Tangilos und schaffte es, von dem zu zahlenden Sold immer einen kleinen Teil für sich zu behalten. Das brachte ihm immerhin sechs Sessilis.

Am zweiten Tag der vierten Woche geschah dann etwas völlig unerwartetes, das Flalin seine lieb gewonnene Freiheit endlich wieder zurückbringen sollte. Kurz nach der Dämmerung konnte die kleine Schar plötzlich das deutliche Geräuch von Pferdehufen hinter sich auf der Pflasterstraße hören. Mit einem Mal schälten sich die Silhouetten von 10 Rittern aus dem lichten Nebel, die in vollem Galopp auf die ungeordneten Söldner zu ritten. "Achtung Leute, die Ritter des Ros...", tönte es noch aus der Kehle eines aufmerksameren Menschen, bevor sein Kopf von einem der gehärteten Stahlschwerter abgeschlagen wurde und sein lebloser Körper zu Boden fiel. Flalin erkannte die Gefahr, in der er sich befand, da die Sicht recht beschränkt war und rannte los, um den Graben neben der Straße zu erreichen. Das Auftreffen der vollblütigen Schlachtrösser auf die Reihen der schlecht ausgebildeten Söldner war verheerend, Männer wurden zurückgeschleudert, Gliedmaßen abgetrennt und der Kampf hatte grade erst begonnen. Einer der Reiter setzte ein kurzes Horn an seine Lippen und ließ in vollem Galopp das Hornsignal der Ordensburg erschallen, das den übrigen Mietschwertern noch zusätzlich Angst machte. Das Gefecht dauerte nicht lange. Die stolzen Krieger hieben mit ihren Schwertern nach den sich wegduckenden Soldaten und löschten nach und nach die Leben der Männer auf der Straße aus. Einer der Ritter gab seinem Ross die Sporen und trieb es über einen Gefallenen an das Ende des Söldnerzuges, wo sich der ungläubig dreinschauende Anführer der Meute aufhielt. Geschickt wich der berittene Schlächter einem Spieß aus, der auf ihn gerichtet worden war und spaltete Bodil, dem Hauptmann, den Schädel worauf dieser mit einem Schrei auf den Lippen zu Boden ging. In diesem Augenblick bohrte sich jedoch ein zweiter Spieß in die Flanke seines edlen Pferdes und das Tier brach samt Reiter zusammen. Dieser sprang wieder auf die Beine und machte mit seinen beiden Angreifern kurzen Prozess.
Die Getreuen Caldamias hatten gesiegt.
"Bitte verschont mich, ich gehöre nicht zu ihnen, sondern wurde gegen meinen Willen von diesen Raufbolden festgehalten! Mein Name ist Flalin Felsenfaust aus dem Clan der Felsenfäuste in Garimbar, was in den Murogan gelegen ist", meldete sich der Zwerg zu Wort, während er sich aufrichtete und die Straße betrat, "Ich danke euch für meine Befreiung, was führt euch denn an so einem Tage ausgerechnet hier entlang?"
Während der Schlächter des Hauptmannes neben seinem sterbenden Pferd kniete und es von seinem Leiden erlöste, antwortete einer der Ritter: "Wir sind Ritter des Rosendorn-Ordens und auf dem Weg nach Vincáma. Wir werden euch nichts tun, Herr Zwerg. Vor zwei Tagen trafen wir auf eine Siedlung, die kürzlich ausgeraubt wurde und die Bewohner beschrieben uns diesen armseligen Haufen. Ihr könnt euch glücklich schätzen, dass die Einwohner euch nicht für einen der Söldner gehalten haben, sonst wärt ihr jetzt auch tot." "Ihr habt Recht, Pferdeherr. Meine Reise führt mich übrigens auch in eure Hauptstadt, dürfte ich mich euch anschließen?" Ein Mann, der seinen Lederhelm abgenommen hatte und darunter längeres, hellbraunes Haar trug, näherte sich und gab zu Bedenken: "Das ist leider nicht möglich, da wir es eilig haben und ihr ohne Pferd nicht mithalten könntet. Aber wie ich sehe, ist Fredemunds Ross verendet und er muss wohl zu Fuß weiterreisen, solange er kein neues Pferd erstehen kann. Fragt ihn, ob ihr mit ihm gemeinsam reisen könnt."
Der betreffende Ritter war noch immer in tiefer Trauer um sein edles Reittier versunken und kaum ansprechbar, willigte aber auch auf Nachdruck seines offensichtlichen Anführers ohne zu zögern ein, eine Reisegemeinschaft mit Flalin zu bilden. Als dieser Umstand geklärt waren, brachen die stolzen Ritter wieder auf, preschten die breite Straße entlang und waren bald nicht mehr zu sehen.
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Flalin Felsenfaust
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Kurzcharakteristik: wissbegierig, offenherzig, etwas misstrauisch gegenüber Elfen und manchmal auch rechthaberisch

BeitragThema: Re: Die Straßen   Sa Okt 01, 2011 7:05 pm

Die Reise mit dem pferdelosen Ritter Fredemund gestaltete sich wenig außergewöhnlich. Der junge Mann und Flalin sprachen während den Tagen ihrer Wanderung lange miteinander, hatten jedoch in einigen Punkten deutlich andere Ansichten. Beispielsweise konnte der Zwerg nicht richtig nachvollziehen, wie sein menschlicher Weggefährte solche starken Gefühle für ein Tier haben konnte, was zu einigen Spannungen zwischen den beiden führte.

Dennoch erfuhr Flalin Felsenfaust einiges über das Königreich und seine Bewohner, sowie über die Freunde als auch die Feinde Caldamias.
Nach einem anstrengenden Tag erreichten die beiden schließlich die äußeren Befestigungsanlagen von Vincáma und trennten sich kurz darauf respektvoll voneinander, da der Streiter des Rosendorn-Ordens unbedingt seine Kameraden wiedersehen wollte, die aufgrund eines wichtigen Treffens nach Vincáma geritten waren.

Weiter in den Straßen Vincámas
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BeitragThema: Re: Die Straßen   Mo Nov 28, 2011 5:13 pm

Kommt von Aliatal

Fast ohne Pause folgte Lora den Straßen quer durch das Königreich Caldámia. Oft sang sie dabei alle möglichen ihr bekannten Lieder vor sich hin, die Blicke der Reisenden denen sie begegnetet ignorierte sie einfach. Dafür musterte sie sie aber umso genauer. Denn bisher hatte Lora kaum Wesen von anderen Völker getroffen, daher war das alles sehr neu für sie. Wenn es dunkel wurde suchte sie sich einen Schlafplatz in oder unter kleinen Baumgruppen und wenn sie Hunger hatte pflückte sie die ein oder andere Beere, in der Hoffnung das sie Essbar seien. Die kleineren Dörfer betrat sie nicht sondern ging weiter, auch wenn sie allzu gern mal vorbeigeschaut hätte. Aber ihre Sehnsucht nach dem Meer war größer und sie wollte sobald wie möglich ankommen.
Umso weiter sie kam, umso mehr Lebewesen begegnetet sie. Die Straßen wurden breiter und auf ihnen sah man Spuren von Wagen. Sie näherte sich also der Hauptstadt von Caládamia. Diese wollte sich Lora nicht entgehen lassen wenn sie schonmal hier war. Ihre Schritte beschleunigten sich automatisch und sie fing schon wieder an zu summen. Gegen Abend konnte sie schon in der ferne die Stadt sehen.
So aufgeregt wie sie war konnte die junge Elfe nun unmöglich schlafen aber es war zu dunkel um weiter zu laufen. Also fing sie an zu tanzen. Zu den Sternen und zum Mond. So ging es mehrere Stunden und Lira tanzte unermüdlich weiter. Selbst als die Sonne schon aufgegangen war und die Straßen wieder belebter wurden tanzte sie noch. Erst als die Sonne im Zenit stand stant sie still und näherte sich mit schnellen Schritten der Stadt.

Weiter auf den Straßen von Vincáma
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Caidra
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BeitragThema: Re: Die Straßen   So Feb 19, 2012 3:48 pm

Einstiegspost

Jeder noch so kleine Wassertropfen war eine wahre Wohltat für die erhitzte Haut. Schon seit heute morgen war Caidra ohne Pausen unterwegs und nun hatte sie die Mittagshitze in einen Schatten spendeten Wald getrieben. Sie war nicht weit weg von der Straße, höchstens hundert Schritt, und sobald die Sonne wieder gnädiger war, würde sie ihren Weg fortsetzten. Suchend nach einer neuen Arbeit.
Gerade streckte sie ihre Hände ein erneutes Mal ins kühle Nass, da bemerkte sie seitlich oberhalb der Böschung einen Schatten. In ihrer Bewegung innehaltend musterte sie jenen und ein seichtes Lächeln legte sich auf ihre Lippen. Ein Wildschwein! Mit ein wenig Glück und Geschick könnte ihr dieses Tier eine angemessene Summe einbringen. Vielleicht sogar Dank, da es sich mit Sicherheit auch in den Weinbergen vergnügen würde.
Vorsichtig und ohne den Blick von ihrer Beute zu nehmen, griff sie nach den Zügeln des Pferdes und erhob sich. Dank des steinigen mit Sträuchern und Gräsern überwachsenen Abhangs, vermochte der Eber sie noch nicht zu entdecken. Zügig, mit eingeübten Bewegungen band sie Arun an einer jungen Birke fest, legte ihren Rucksack ab und entledigte sich ihres Schwertes mitsamt der Scheide und der Peitsche. Ihr Mantel war seit ihrem Aufbruch hinter dem Sattel festgebunden worden. Für den war es einfach zu heiß. Es war Eile geboten denn ihr auserkorenes Ziel war im Begriff sich gemütlichen Schrittes aus dem Staub zu machen. Immer hektischer werdend knöpfte sie die Seile des Bündels die ihren Bogen beherbergte auf und spannte diesen. Auf keinen Fall wollte sie zulassen, dass ihr das Wild entwischte. Zur Zeit war es äußerst schwierig seine Waffendienste anzubieten. Dafür gab es viel zu viel Konkurrenz.
Endlich war sie bereit zur Jagd. Ohne noch mehr Zeit zu verlieren nahm sie schräg über die Böschung kletternd die Verfolgung auf. Sie kam zäher voran, als das sie dachte. Jedoch wollte sie es sich nicht erlauben den gleichen Weg zu nehmen wie sie mit ihren Pferd zu dem Bach gelangt war. Der Umweg würde schlicht zu viel Zeit kosten. Immer steiler wurde der Hang und noch dazu kam, dass sie auf ihre Bewegungen achten musste um das Wildschwein nicht zu verjagen. Obwohl das Geplätscher des wadentiefen Baches, der sich neckisch durch den Graben schlängelte, ihre kleinen Unachtsamkeiten verzieh.
Bald hatte sie den Keiler wieder im Visier. Inbrünstig schabte er im verwurzelten Boden vor einer alten Eiche. Doch noch war die Distanz zwischen ihm und Caidra einfach zu weit. Auch hatte sie durch die steile Böschung keinen festen Stand. Angestrengt musterte die Jägerin ihre Umgebung und wog Möglichkeiten ab wie sie sich dem Tier am besten näherte. Zeit hatte sie anscheinend genug, doch kam sie wohl nicht darum herum ihre Jagd auf allen Vieren bis zum nächsten Baum fortzuführen.
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Lucádian
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BeitragThema: Re: Die Straßen   Mi Feb 22, 2012 9:55 pm

[Einstiegspost]

Lucádian seufzte tief auf und stütze sich mutlos auf seinen Stab, als er vor sich eine alte, borkige Eiche erblickte. Ihre Rinde erinnerte mit den daraus hervor ragenden Aststümpfen an das Gesicht eines alten Mannes, das Moos schien Augenbrauen und einen Bart zu formen. Lucádian hatte die außergewöhnliche Eiche interessant gefunden - als er sie das erste Mal erblickte. Doch nun war er schon das dritte Mal inmitten der sanften, von lichtem Wald bedeckten Hügel im Kreis gelaufen, und die Sonne begann bereits zu sinken. Er hatte den endlosen Marsch durch den Wald satt und wünschte sich nichts sehnlicher als ein weiches Bett und eine warme Mahlzeit. Doch dazu würde es heute vermutlich nicht mehr kommen. Er hatte sich irgendwo zwischen den unzähligen kleinen Bächen, Wildwechseln und Lichtungen verlaufen, und auch die kleinen weißen Blumen, die wie leuchte Sterne aus dem Gras hervorlugten, vermochten ihm nicht mehr als ein müdes Stirnrunzeln zu entlocken.
Lucádian schnalzte mit der Zunge, und seine Stute, die gerade begonnen hatte, einige der kleinen Blumen als Abendessen zu verspeisen, trottete ihm am Halfter geführt nach, während er weiter durch den Wald ging, diesmal fest entschlossen, sich nicht noch einmal in die Irre führen zu lassen. Irgendwo hier musste ein Gasthaus sein, doch der junge Magier befürchtete, dass er es heute nicht mehr finden würde. Der Saum seiner Reiserobe war bereits mit Schlamm bedeckt und seine Stiefel hatten eine gründliche Reinigung nötig. Aber weder dies noch ein warmes Abendessen würde es wohl heute für ihn geben. Gerade als er sich düster Gedanken darüber machte, wie er wohl die Nacht im Freien verbringen würde, schnaubte Lucádians Stute unruhig. Er wollte zunächst einfach weitergehen, doch dann bemerkte er ein leises Rascheln im Gebüsch zu seiner Linken.
'Sicher nur Vögel...', dachte er. Doch das Geräusch hatte nach etwas größerem geklungen.
"Hallo?", fragte er mit fester Stimme. Vielleicht war dort jemand, der ihm den Weg weisen konnte. Und wenn ihn ein wildes Tier anfallen sollte, konnte er sich mit Hilfe seiner Magie sicher problemlos verteidigen.
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Caidra
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BeitragThema: Re: Die Straßen   Fr Feb 24, 2012 12:21 am

Völlig vom Jagdfieber gepackt, kroch Caidra auf den nächsten Baum zu. Das Dickicht bot ihr die Deckung an, die sie brauchte um sich unbemerkt dem Wildschwein zu nähern. Aber dieses Sträucher erwiesen sich leider auch als hinderlich. Immer wieder verhedderte sie sich mit ihren Bogen in deren Zweigen, nur um kurz darauf stumm fluchend seine Freiheit wieder zu erringen. Caidra gehörte einfach nicht zu den eingefleischten Jägern, bei denen es wie ein Kinderspiel aussah, wenn sie sich an ihre Beute heranpirschten. Jedoch durfte man sie auch auf keinen Fall als talentfrei bezeichnen. Sie brauchte einfach nur länger.
Nur schien es so, dass sie wider Erwarten doch nicht so viel Zeit hatte, wie sie anfangs vermutete. Zunehmend schien der Keiler nervöser zu werden. Er war zwar groß und selbstbewusst genug um sich nicht zurück zu ziehen, doch unterbrach er immer öfters seine Nahrungssuche um sein Haupt zu erheben. Irgendetwas musste er wahrgenommen haben.
Unnachgiebig hämmerte Caidras Herz gegen ihre Brust. Konzentriert versuchte sie ihre Atmung unter Kontrolle zu bringen, während sie ihr Ziel beobachtete. Wie immer musste sie mit ihrer Nervosität ringen wenn sie auf der Jagd war und wie immer wurde dieser Kampf schwerer je länger sie wartete. Und nun gestaltete sich das Anschleichen auch noch als schwieriger als angenommen. Was, verdammt, machte ihn so achtsam? Hatte sie sich selbst verraten?
Wenigstens hatte sie den Baum bereits erreicht. Von hier aus könnte sie mit dem letzten Teil ihrer Jagd beginnen. Das Wildschwein tat ihr einen Gefallen indem er ein erneutes Mal sein Haupt in sein gegrabenes Loch steckte. Leise raschelte es während er die Blätter zur Seite schob um sich an den Eicheln satt zu fressen. Das war ihre Chance. Zwei der Pfeile bohrte sie geräuschlos in die Erde und erhob sich. Der andere Pfeil wurde aufgelegt, der Bogen gespannt und gerade als sie die Sehne losließ hörte sie jemanden rufen. Vor Schreck zuckte sie zusammen und so kam es, dass der ohnehin schon schlecht gezielte Pfeil völlig die Brust verfehlte und sich letztendlich in sein Hinterbein bohrte. Laut quiekte der Keiler vor Schmerzen, machte unglücklicherweise die Schützin ausfindig und preschte wutentbrannt und mit rasender Geschwindigkeit auf sie zu. Diese riss überrascht die Augenlider auf. Caidra war perplex. Zum einen weil sie durch ihre mangelnde Erfahrung mit diesen Tieren nicht gewusst hatte wie furchteinflößend so ein Wildschwein werden konnte. Zum anderen noch immer wegen den Rufenden, den sie gedanklich verfluchte. Woher war der bloß hergekommen?
Der immer näher kommende Eber gestattete ihr jedoch nicht sich weiter über den Fremden Gedanken zu machen. Sie musste etwas tun und zwar schnell! Hastig fingerte sie nach dem nächsten Pfeil, aber auch der erreichte nicht sein Ziel. Er war ihr entwischt bevor sie den Bogen richtig spannen und zielen konnte. Viel zu spät entschied sie sich für die Flucht und so kam es, dass das Wildschwein sie rammte und zu Boden stieß. Begleitet wurde ihr Sturz von einem erschrockenen aber auch gequälten Schrei. Der Aufprall war wuchtig genug gewesen um ihr rechtes Knie in einen unnatürlichen Winkel zu versetzten. Aber um sich dieser Verletzung zu widmen, geschweige denn die künftigen Konsequenzen abzuwägen, ließ ihr der Keiler keine Zeit. Der hatte nämlich noch lange nicht Genugtuung gefunden. Er war in Rage geraten und verstärkt wurde die indem er im Moment ganz klar das Oberwasser behielt. Nur mit knapper Müh' und Not vermochte Caidra ihn sich sprichwörtlich vom Hals zu halten. Im Gegenzug dazu musste sie aber Bisse an ungeschützten Stellen hinnehmen.
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Lucádian
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BeitragThema: Re: Die Straßen   Sa Feb 25, 2012 6:14 pm

"Hallo?", rief Lucádian, und schon einen Herzschlag nach seinem Ruf knackte und raschelte es laut in dem Gebüsch, und ein lautes Grunzen oder Quieken drang daraus hervor. Er zuckte zusammen, hatte aber keine Zeit zu reagieren, als die Sträucher plötzlich förmlich explodierten. Eine massige Gestalt, zwischen den Ästen nicht genau zu erkennen, preschte daraus hervor, orientierte sich kurz und stürmte dann davon. Gerade hatte Lucádian erschrocken realisiert, dass es sich um ein wildes Tier handeln musste, da hörte er einen schmerzerfüllten und entsetzen Schrei aus genau dieser Richtung, und es krachte erneut zwischen den Büschen. Lucádians überlegte nur einen Sekundenbruchteil, dann ließ er die Zügel seiner aufgeregt tänzelnden Stute los und lief, den Stab fest in seiner Hand, in die Richtung, aus der der Schrei gekommen war.
Er brach stolpernd durch Zweige und Gebüsch, wobei er sich seine Hand an einigen Dornen zerkratze, dann sah er vor sich zwei Gestalten. Die eine, massig, fast einen Schritt hoch und mit zottigem, schwarzem Pelz bedeckt, attackierte einen Menschen, der halb aufgerichtet am Boden lag und sich mühsam verteidigte. Nur vage huschte Lucádian ein Gedanke durch den Kopf, dass er keine Ahnung hatte, wie Wildtiere in der Praxis auf Menschen reagierten. Und wie gefährlich sie waren. Er hatte nur verdammte Angst vor diesem Monstrum, und er musste es irgendwie loswerden!
Er stieß seinen Arm nach vorn, auf das Wildschwein deutend. Die andere Hand mit dem Stab hob er an. Hastig rief er die Worte einer einfachen Formel. Wie er es schon tausend Mal geübt hatte, formte er die Magie zu der Ausprägung, die seinem Wesen am nächsten lag, und ließ sie fast ungehemmt fließen. Ein blendend heller Lichtblitz schoss aus seinen Fingern und erleuchtete die Szene derart grell, dass auch Lucádian selbst die Augen zusammenkneifen musste und einen Schritt zurückwich.
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BeitragThema: Re: Die Straßen   Sa Feb 25, 2012 8:05 pm

Ununterbrochen attackierte er die beinahe wehrlose Söldnerin, die schon allein mit dem Abblocken seiner Angriffe genug zu tun hatte. Kraft und Gewicht des Tieres verhinderte jeden vergeblichen Versuch nach ihrem rettenden Messer zu greifen. Sein Gebiss und seine Hauer erwiesen sich als gefährliche Waffen, die unermüdlich durch in die ledernen Handschuhe drangen und sich tief ins darunter liegende Fleisch bohrten. Häufig wurde aus einem gequälten Stöhnen ein verzweifelter oder auch wütender Schrei. Vor allem als das Wildschwein es schaffte durch ihre Verteidigung zu brechen und seine Zähne gefährlich nah an ihrem Hals in ihre Schulter schlug. Da konnte sie sich einfach nicht mehr beherrschen. Mittlerweile stieß sie selbst mit ihrem gesunden Knie ungezielt nach dem Keiler. Sie kam sich erbärmlich vor. Schon oft genug hatte sie sich gegen jemanden mit ihren Waffen erwährt, selbst den Krieg hatte sie lebend überstanden und nun unterlag sie kläglich einem Tier!
Caidra registrierte zwar seitlich neben ihr eine Bewegung hatte aber keine Zeit dazu sich auf den Fremden zu konzentrieren. Dadurch kam nicht nur für das Wildschwein der plötzlich auftauchende Lichtblitz unerwartet sondern selbst für die Söldnerin. Fest presste sie die Augenlieder zusammen und wandte ihren Kopf ab. Es kostete sie viel Willensstärke nicht auch noch ihre Hände als Schutz gegen das Licht zu gebrauchen.
Erleichtert stellte sie fest, dass der Zauber auch bei dem Keiler seine Wirkung nicht verfehlte. Seine Angriffe endeten und auch sein Gewicht auf ihrem Körper, das ihr das Atmen schwer gemacht hatte, verschwand. Er hatte sich derart erschrocken, dass er seine Raserei vergaß und orientierungslos zurück taumelte. So bald er sich wieder zurechtfand würde er bestimmt das Weite suchen. Zusammen mit ihrem Pfeil. Aber das war Caidra im Moment ziemlich egal. Noch jedenfalls. Hauptsache sie hatte diese missliche Lage überstanden.
Aufatmend ließ sie sich auf ihre Ellbogen zurückfallen. Vielleicht war es wagemutig, da sie nicht wissen konnte wie der Eber reagieren würde sobald das Licht wieder verschwand. Nur solange es wirkte brauchte sie nichts zu befürchten und sie wollte nicht unnötig Kraft verschwenden indem sie sich krampfhaft aufrecht hielt. Und der Fremde? Natürlich war es misstrauend erweckend wenn jemand abseits der Straßen unterwegs war und unter anderen Umständen wäre sie mit Sicherheit vorsichtiger. Aber wenn er ihr etwas Böses gewollt hätte, hätte er nur warten müssen. Ohne dem Zutun von viel Glück wäre das Ganze anders ausgegangen. Obwohl, da war noch die Tatsache, dass er magisch begabt war. Das schürte in ihr schon wieder zwangsläufig Misstrauen.
„Danke“ stieß sie atemlos hervor. Ihre Stimme bebte, aber nicht nur die. Das ausgeschüttete Adrenalin und die Angst, die sie während dem Kampf verspürte, waren der Grund für ein Zittern das ihren Körper eingenommen hatte.
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BeitragThema: Re: Die Straßen   Sa Feb 25, 2012 9:40 pm

Lucádian hörte ein lautes Schnauben, dann Rascheln, Knacken und einen gedämpften Laut des Schmerzes. Nach einigen Sekunden, die ihm wie Stunden vorkamen, verblasste das blendende Gleißen und der Lichtkegel schrumpfte zusammen, bis nur noch sein Stab von einem hellen Licht umgeben war. Der Keiler wich zurück, irritiert und offenbar noch immer halb blind, und Lucádian, dessen Augen schmerzten, deutete drohend mit dem Stab in seine Richtung. Das Tier schreckte vor dem Licht zurück und ergriff die Flucht. Dem Magier fiel ein Stein vom Herzen.
Er rieb sich mit der freien Hand die schmerzenden Augen und fluchte innerlich. In seiner Unsicherheit und Angst hatte er es mit der Lichtmagie deutlich übertrieben. Hätte er doch nur eine Sekunde länger nachgedacht und das Licht gezielter Fokussiert, statt sich selbst gleich mit zu blenden...
Das Rascheln des sich entfernenden Wildschweins wurde leiser, im gleichen Moment bemerkte Lucádian jedoch den angestrengten, unregelmäßigen Atem des Menschen, der einige Meter von ihm entfernt am Boden lag.
"Danke", hörte er die atemlose, angespannte Stimme einer Frau. Sie klang, als stünde sie unter Schock oder hätte Schmerzen - oder beides. Rasch schlug er die Augen auf und eilte trotz seines von dem Schreck noch leicht unsicheren Ganges zu ihr.
Die junge Frau stellte sich als eine Kaiserreichlerin heraus, die mit einem festen Reisemantel und einer Lederrüstung bekleidet gewesen war - womöglich eine Soldatin oder Söldnerin. Es brauchte nur einen kurzen Blick, um zu erkennen, dass es nicht gut um sie stand. Ihr rechtes Bein lag unnatürlich gekrümmt neben ihr, ihre Kleidung war an manchen Stellen zerissen und von hervorsickerndem Blut befleckt, und mit einer Hand hielt sie ihre offenbar verletze Schulter umfasst. Zudem zitterte sie am ganzen Leib.
Lucádian schob alle Fragen beiseite und kniete sich neben die unbekannte Frau. Seine Hilfe als Heiler wurde gebraucht. Sein eigenes Puls raste noch immer, doch er bemühte sich, seine Konzentration zusammen zu nehmen und zu erkennen, was zu tun war.
"Ich kann dir helfen", sagte er, beugte sich über sie und griff nach ihrer Hand, um sie von ihrer Schulter zu nehmen und diese zu betrachten.
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Caidra
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BeitragThema: Re: Die Straßen   So Feb 26, 2012 2:37 am

Sobald das Licht wieder verschwand, öffnete Caidra ihre Augen. Einen Fehler den sie mit einem sofortigem Schließen wieder gut machen wollte. Wenigstens hatte sie Schemen sehen können die auf das das Zurückziehen des Wildschweins zu deuten waren. Doch erst als sie es auch hören konnte machte sich Erleichterung in ihr breit. Eine Fortsetzung dieses Kampfes wäre fatal gewesen.
Leise Geräusche, deren naheliegenste Erklärung Schritte waren, zwangen sie dazu wieder aufmerksam zu werden. Sie widerstand dem Impuls sich aufzurichten, das hätte ihr nur unnötige Schmerzen bereitet. Dafür aber versuchte sie vehement ihre Sicht einigermaßen zurück zu erlangen. Immer wieder blinzelte sie um die flimmerten Punkte die vor ihren Augen tanzten zu vertreiben. Erst als der Fremde sich neben sie hinkniete beendete sie ihren Kampf. Ihre grauen Augen lugten zwischen den halb geschlossenen Lidern empor. Selbst wenn es eine Qual war suchte sie nach Einzelheiten die ihr wichtig waren. Da sie zuerst nach Waffen oder deren etwaige möglichen Verstecke Ausschau hielt, stellte sie fest, dass der Magier schon längere Zeit unterwegs sein musste. Zwar würde sie diese Information kaum gebrauchen können, jedoch zwang sie sich ihr durch seine verdreckte Kleidung förmlich auf. Weiter ging es zu seinem Gesicht, welches sie dann auch gleich fixierte. Seine Haar – und Hautfarbe machten es ihr schwer auf die Herkunft des Mannes Schlüsse zu ziehen. In ihrer Situation war ihr das auch gar nicht mal so wichtig. Vielmehr suchte sie nach Anzeichen die eventuelle Absichten offenbarten. Selbst als er ihr verkündete ihr helfen zu können, endete ihre Suche nicht. Das hatte weniger mit Misstrauen zu tun, sondern war im Laufe der Zeit mehr zu einer Angewohnheit geworden.
Zuerst verkrampfte sich ihre Hand unter der seinigen, ließ ihn aber letztendlich gewähren und legte ihren Kopf zur Seite um ihm bessere Sicht zu verschaffen. Was hatte sie denn für eine andere Wahl? Ihre Wunden mussten versorgt werden und ihre mangelten Kenntnisse darüber reichten definitiv nicht aus. Vor allem fürchtete sie den gut möglichen Wundbrand und auch die Schmerzen die mit Sicherheit stärker wurden sobald der Schock nachließ.
Trotzdem legte sie ihre Hand bewusst in der Nähe ihres Messers ab. Ob er es mitbekam oder nicht war ihr gleich. Wenn ja wusste er, dass er vorsichtig sein sollte. Wenn nicht, auch gut. Sie kam sich einfach ausgeliefert neben ihm vor. Schließlich hatte er geschafft das Wildschwein zu vertreiben, welches sie nicht zu bezwingen vermochte. Sie lag hier wehrlos vor ihm und er war unversehrt und noch dazu ein Magier.
„Auf welche Weise gedenkt Ihr mir zu helfen und was ist der Preis dafür?“ Wenn sie schon so hilflos war, wollte sie ihn durch die Anrede wenigstens auf verbaler Ebene wieder auf Distanz bringen. Und die Antwort auf die Frage wie er es bewerkstelligen wollte, dämmerte ihr zwar, doch sie hatte trotzdem noch den kleinen Hoffnungsschimmer, dass sie falsch lag. Sie wusste selbst wie unlogisch… dumm, es war selbst heilende Magie zu misstrauen, verfluchte sich im Moment sogar selbst dafür, nur sie hatte damit einfach zu wenig Erfahrung gemacht um ihr zu vertrauen.
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BeitragThema: Re: Die Straßen   So Feb 26, 2012 11:32 am

Lucádian sah, dass die verletze Frau ihn im Blick zu halten versuche, auch wenn ihre Augen vermutlich noch schmerzten. Ihr ganzer Körper war angespannt und zitterte, doch im ersten Moment hatte er dies nicht auf etwaige Misstrauen gegenüber ihm selbst zurückgeführt, sondern gedacht, die Schmerzen wären der Grund dafür. Als er ihre Hand nahm, verkrampfte diese sich. Er sah Blut an ihren Handschuhen, vermutlich ihr eigenes. Er schob die Hand vorsichtig zur Seite und konzentrierte sich auf die Wunde an der Schulter, dass sie die Hand an ihr Messer legte, bemerkte er nicht.
Die Hauer des Wildschweins hatten ihre Kleidung an der Schulter zerrissen und ihre eine heftig blutende Wunde zugefügt. Er versuchte, den Kopf klar zu bekommen. Die Verletzung schien nicht lebensbedrohlich zu sein, wenngleich sie vermutlich stark schmerzen und die Verletzte durch den Blutverlust schwächen würde. Auf jeden Fall musste die Wunde gereinigt werden, bevor er sie magisch behandelte. Gerade als er sich diese Gedanken machte, hörte er ihre Stimme, noch immer leicht zitternd, aber auch mit einem leicht abwehrenden Unterton.
"Auf welche Weise gedenkt Ihr mir zu helfen und was ist der Preis dafür?"
Sofort ließ zog er sich ein Stück zurück. Verdammt, warum hatte er nicht erst gefragt, ob er näher kommen durfte? Sie war doch nicht bewusstlos oder etwas in der Art, dennoch war er einfach zu ihr gegangen und hatte sie berührt. Er hatte nicht daran gedacht, dass sie ihm eventuell ablehnend oder argwöhnisch gegenüberstehen könnte. Doch wenn sie ihm jetzt misstraute, würde er ihr nicht helfen können. Er sammelte seine Gedanken und versuchte, den Fauxpas wieder gut zu machen.
"Verzeiht. Ich wollte Euch nicht beunruhigen."
Er wandte den Blick von ihrer Schulter ab und suchte ihr Gesicht, schlug die Augen, die einen dunklen Farbton irgendwo zwischen braunrot und violett angenommen hatten, jedoch sofort nieder, um nicht ihrem Blick zu begegnen.
"Ich... bin ein Lichtmagier und verstehe mich besonders auf die Heilkunst", erklärte er, bemüht um einen beruhigenden, vertrauenerweckenden Tonfall. "Ich verlange keinen Preis, lasst mich Euch bitte helfen."
Sein Blick streifte ihr Bein, welches zweifellos gebrochen war. Auch diese Verletzung war nicht lebensbedrohlich, aber zweifellos schmerzhaft, und er musste das Bein zunächst richten, damit es mit magischer Hilfe gerade zusammenwachsen konnte.
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BeitragThema: Re: Die Straßen   So Feb 26, 2012 9:41 pm

Falls er die Hand in der Nähe ihres Messers bemerkte, dann war er ein guter Schauspieler. Caidra konnte keine Anzeichen erkennen die verrieten, dass er davon Wind bekommen hatte. Nun gut, dann hatte sie zur Not den Überraschungsmoment auf ihrer Seite, den sie vermutlich nicht mal gebrauchen würde. Es gab ihr einfach nur Halt und das Gefühl nicht ganz so hilflos zu sein.
Der Fremde lehnte sich zurück und fast zeitgleich drehte sie stutzig geworden ihren abgewandten Kopf mit. Etwas zu schnell wie sie feststellen musste, da ihr ein stechender Schmerz durch die Schulter jagte. Sie verzog ihre Mundwinkel nur um kurz darauf resigniert durch zu seufzen. Für einen Moment hatte sie befürchtet ihn verstimmt zu haben. Nicht dass er aufgrund ihrer misslichen Lage der Meinung war er könnte übertriebene Forderungen stellen, oder noch schlimmer, einfach ging. Erst als er sich bei ihr entschuldigte, wurde sie wieder sicherer. Sie sollte aufhören von sich auf andere zu schließen, dann müsste sie sich viel seltener den Kopf zerbrechen.
Unter anderen Umständen würde sie das Niederschlagen seiner Augen eher auf den Gedanken bringen, dass seine Worte falsch waren. Jedoch wenn es ihm nur annähernd so ging wie ihr, dann wollte er ihnen nur eine kurze Pause gönnen. Und schließlich bestätigte er nur ihren Verdacht. Der Mann war ein Magier und wollte sie heilen. Sie rieb sich die überreizten Augen. Eine blutige Spur wurde auf der blassen Haut hinterlassen. Caidra rang mit sich selbst. Zu gern wäre sie der Einladung seiner Stimme nachgekommen und hätte sich entspannt zurück gelegt. All ihre Befürchtungen über den Haufen geschmissen und ihm einfach vertraut. Stattdessen starrte sie ihn weiterhin skeptisch an. Nicht mal als er ihr verkündete nichts für seine Hilfe zu verlangen und sogar sein 'Bitte' hörte, entspannte sie sich. Sie quittierte es nur mit einem Stirnrunzeln.
„Nun gut, dann bereinigt Euren Fehler“ So sehr sie sich auch bemühte, schaffte sie es nicht ihrer Stimme die übliche Sicherheit zu geben. Trotzdem klang sie äußerst unterkühlt und ihre Augen wirkten deutlich vorwurfsvoll. Schließlich war er nicht ganz unschuldig, dass sie nun hier lag und sie fand es war jetzt ein passender Zeitpunkt es ihm unter die Nase zu reiben. Er sollte nicht später noch auf die Idee kommen, dass sie ihm für seine Hilfe etwas schuldig war.
„Und beeilt Euch. Es wäre unklug sich hier länger aufzuhalten.“ Den Tumult den das Wildschwein und sie verursacht hatten und auch der Lichtblitz könnte jemanden aufmerksam gemacht haben. Obwohl, wenn das der Fall war, war es bereits zu spät. Eigentlich wollte sie es nur schnell hinter sich bringen.
Demonstrativ legte sie ihren Kopf nach hinten, behielt ihn aber weiterhin im Auge. Sie verdammte das Zittern, dass ihren Körper noch immer eingenommen hatte. Wenigstens hatte sie ihre Atmung unter Kontrolle, aber nur da sie bewusst langsam ein – und ausatmete.
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BeitragThema: Re: Die Straßen   So Feb 26, 2012 10:33 pm

Als sich die Frau etwas zurücklehnte, hörte Lucádian sie leise stöhnen, offenbar bereitete die Bewegung ihr Schmerzen. Mit dem unverletzen Arm rieb sie sich über die Augen, und er sah, dass etwas Blut von ihrem Finger auf ihrer Haut zurückblieb. Seine entschuldigenden Worte hatten offenbar tatsächlich eine Wirkung erzielt, denn als er ihr sagte, dass er keinen Lohn verlangte, und sich entschuldigte, schien sie das zu akzeptieren.
"Nun gut, dann bereinigt Euren Fehler", sagte sie. Lucádian fragte sich, warum sie so gereizt klang - ihre abweisende Stimme erschien ihm ein klein wenig übertrieben. Nunja, vielleicht wollte sie sich durch diese ablehnende Haltung selbst ein Gefühl von Sicherheit geben. Wenn es ihr half, das Gefühl zu bewahren, dass sie die Lage unter Kontrolle hatte, und sich zu entspannen, sollte es ihm recht sein.
"Und beeilt Euch", wies sie ihn an. "Es wäre unklug sich hier länger aufzuhalten."
"Ich werde mein Bestes tun", versprach Lucádian. "Legt euch bequem hin, ich werde zunächst eure kleineren Wunden heilen, damit ihr nicht solche Schmerzen habt."
Er beugte sich kniend über sie, hielt aber einen Moment inne, um sie zu warnen: "Ich muss euch dazu leicht berühren."
Er würde dann erst einmal seine Stute suchen müssen, denn sie hatte sein ganzes Gepäck, und er brauchte Wasser und saubere Tücher, um die Wunde zu reinigen. Hoffentlich war sie nicht davon gelaufen...
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BeitragThema: Re: Die Straßen   Mo Feb 27, 2012 4:49 pm

Nichts! Keine Reaktion. Weder stritt er es ab, noch entschuldigte er sich. Nicht mal ein Gegenangriff kam. Stattdessen überging er ihren Vorwurf und machte weiter mit seinem Konzept. Zu gern hätte sich Caidra ihren Frust über die misslungene Jagd, den verlorenen Kampf und ihren jetzigen Zustand von der Seele geredet, nur ohne weiteren Nährboden für ihre Feindseligkeiten stand sie auf verlorenen Posten. Sie fühlte sich ja nicht mal bestätigt. Eher das Gegenteil war der Fall. Ihr Blick verlor an Schärfe. Sie kapitulierte. Vorerst! Irgendwie hatte er ja recht. Der Zeitpunkt für dieses Thema war vielleicht doch nicht so weise gewählt. Der einzige Vorteil war, dass sie die Starke gemimmt hatte. Aber sie nahm sich fest vor später noch einmal darauf zurück zu kommen, falls er ihr nicht zuvorkam.
Caidra legte ihren Kopf schräg, beobachtete den Fremden und hörte ihm zu. Sie sollte es sich bequem machen. Wenn man von den Verletzungen absah, war der Boden unter ihr gar nicht mal so ungemütlich. Dank der Rüstung die die kleinen Steine und Wurzeln daran hinderten sich gegen ihren Körper zu drücken. Sie kam seiner Forderung nach, wobei sie tunlichst darauf achtete keine unnötigen Bewegungen zu machen und sorgte dafür, dass sich ihre Muskeln lockerten.
Zu gern hätte die Söldnerin Veto eingelegt, als sie hörte, er wolle sich zuerst um die kleineren Wunden kümmern, da ihr das Bein den größten Kummer bescherte, unterließ es aber. Sie hatte sich vorgenommen sich zu fügen. Er wusste auch bestimmt besser darüber Bescheid was zu tun war als sie. Daher nickte sie nur leicht. Insgeheim fragte sie sich welche Verletzung er meinen könnte. Wenn man sie fragen würde, könnte sie keinen Unterschied zwischen ihnen erkennen. Qualvoll waren alle. Fakt war jedoch, das Bein war zwar gebrochen, aber der Bruch lag nicht offen. Die rechte Hand war mehr in Mitleidenschaft gezogen worden als die linke, da sie sich hauptsächlich mit dieser gewehrt hatte. Ein paar der kleinen Knochen und Sehnen waren durchtrennt oder angeritzt. Die rechte Schulter war das kleinere Übel. Nur Muskelgewebe war betroffen.
Kritisch beobachtete Caidra den Magier als er sich über sie beugte. Das Zeichen das es losging und es bald ziemlich unangenehm wurde. Doch dann hielt er inne und warnte sie. Die Frau deutete ein Nicken an. „Nur zu.“ Sie verkniff sich das Kommentar dergleichen gewöhnt zu sein. Unter Umständen könnte man es falsch verstehen. Und sie glaubte auch nicht daran ihn warnen zu müssen, seine Finger unter Kontrolle zu halten. Dafür wirkte er zu kompetent.
„Sagt es, wenn ich Euch irgendwie zur Hand gehen kann“ Bei den Söldnern war es meistens der Fall gewesen, dass sie etwas halten oder Körperstellen freilegen musste, während eine andere Verletzung versorgt wurde. Nur die gingen auch nicht wirklich auf die Leidenden ein. Es musste immer schnell gehen.
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BeitragThema: Re: Die Straßen   Mo Feb 27, 2012 11:21 pm

Sie nickte zustimmend und gab ihm die Erlaubnis, seine Arbeit zu beginnen. Dabei stellte er fest, dass sie ihre Lippen zusammenpresste und die Stirn leicht in Falten gelegt hatte - offenbar erwartete sie Schmerzen.
Sie hatte sich rücklings auf den Waldboden sinken lassen, und Lucádian schob ihren Mantel beiseite. Zuerst betrachtete er die Wunden an ihren Armen, wo sie versuchte hatte, mit bloßen Händen den Angriff des Keilers abzuwenden. Er nahm ihre rechte Hand in seine linke und zog vorsichtig den Handschuh aus, der mit bereits verkrustendem Blut bedeckt war. Dann legte er ihren Unterarm frei und strich mit der freien Hand über die Haut, wobei er die Augen schloss und leicht die Lippen bewegte. Während er sich bemühte, den Kontakt seiner Fingerspitzen so leicht und sanft wie möglich zu halten, griff er nach der Magie, die sein Innerstes durchströmte, und formte sie zu einer heilsamen Kraft, welche die Wunden schließen und dem menschlichen Körper bei seiner Genesung helfen sollte. Eine innere Ruhe erfüllte ihn, während er sanft, aber bestimmt die Magie aus sich herausströmen ließ. Mit einem leisen Lächeln öffnete er die Augen, die nun einen dunkelblauen Farbton angenommen hatten, und sah zu, wie sich die Risse in der Haut innerhalb von einer halben Minute mit Haut überzogen und heilten, während Caidra nur ein warmes, prickelndes Gefühl warnehmen konnte.
Danach vollzog er die gleiche Prozedur an ihrem anderen Arm, der weniger stark verletzt war. Nun musste er sich noch um die Schulter und um das Bein kümmern.
"Habt Ihr Euer Gepäck in der Nähe?", erkundigte er sich bei Caidra. "Ich werde Wasser brauchen, um die Wunde an Eurem Arm auszuwaschen."
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BeitragThema: Re: Die Straßen   Di Feb 28, 2012 5:04 pm

Caidra war positiv überrascht darüber wie feinfühlig und sanft er mit ihr umging. Dabei hätte sie ihm ja genügend Gründe gegeben seiner sadistischen Ader freien Lauf zu lassen. Von seiner inneren Ruhe angestiftet, ließ sie sich fallen. Nur für einen kurzen Augenblick erinnerte ihr Verstand sie daran welche Ansichten sie über Magie hatte, in diesem Moment verkrampfte sie sich auch kurz, aber dann entspannte sie sich. Wieso sollte man etwas, was ein derartiges Gefühl in einem auslöste, misstrauen? Sie fühlte sich geborgen und schloss die Augen. Dadurch sah sie weder sein Lächeln, noch seine veränderte Augenfarbe, der sie bis jetzt sowieso noch kaum Beachtung geschenkt hatte.
Erst als er anfing zu sprechen, sammelte sie ihre Gedanken und musterte ihn. Zuerst wirkte sie irritiert, hauptsächlich wegen ihrer selbst, dass sie sich so hatte gehen lassen. Dann war ihr Blick skeptisch. Sie hob ihre Hände an, musterte sie und bewegte die Finger auf und ab. Machte zuerst eine lockere Faust und dann eine festere. Ihre Hände waren genesen. Wieder völlig einsatzfähig. Innerlich jubelte sie, aber nach außen hin war sie gefasst. Dieser Fremde könnte ihr, wenn sie es geschickt anstellte, noch von großen Nutzen sein. Sie musste nur einen Weg finden ihm glauben zu lassen, er könne sie gebrauchen. Vielleicht ein neuer Auftraggeber? Vorerst schob sie den Gedanken beiseite. Noch wusste sie zu wenig über ihm um ihre Waffendienste für ihm schmackhaft zu machen.
„Wasser?“ Sie zögerte. Eigentlich hatte er schon gezeigt, dass er nicht zu denjenigen gehörte, die sich mit ihrem Gepäck davonstehlen würden, aber wenn sie sich täuschte...“Dort drüben hinter den Büschen...“ fing sie trotz ihren Bedenken an und deute mit der Hand auf den Ort den sie meinte. Sie musste ihm diese Frage beantworten, ansonsten kämen sie nicht weiter. „...versteckt sich ein Graben indem sich ein kleiner Bach befindet. Vorsicht die Böschung ist an dieser Stelle sehr steil.“ Wenn er sich selbst auch noch ernsthaft verletzte, könnte sie ihre Heilung vergessen. „Wenn ihr Euch rechts haltet, wird das Gefälle flacher. Meine Habseligkeiten könnt ihr dann nicht übersehen.“ Egal von wo aus sie ihm zum Bach gelotst hätte, die Schlingen des Baches waren nicht stark genug um ihr Pferd mitsamt Gepäck zu verstecken. Daher war es auch einerlei ob sie ihm den Weg zum Gewässer oder ihrer Ausrüstung erklärte. „Werdet Ihr dieses Wissen nun ausnützen?“ Zuerst kam es ihr in den Sinn ihn vor einem Diebstahl zu warnen, aber in ihrer Position wäre es lächerlich. Eine Bitte kam ebenfalls nicht in Frage da ihr Stolz schon genug gelitten hatte. Daher entschied sie sich für diese Frage.
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BeitragThema: Re: Die Straßen   Di Feb 28, 2012 8:46 pm

Lucádian stellte fest, dass sie ihre Finger offenbar schmerzfrei bewegen konnte. Das war schon mal gut. Sie schien zwar nicht gerade vor Dankbarkeit überzusprudeln, aber er dachte sich, dass sie das vielleicht noch nachholen würde, wenn der Schock und die Schmerzen überwunden waren.
Die Fremde zeigte mit dem Finger in die Richtung, in der sich ihr Gepäck befand, und beschrieb ihm den Weg. Er nickte und erhob sich.
"Ich bin sofort wieder da, bleibt bitte einfach ruhig liegen."
Gerade als er sich auf den Weg machen wollte, sagte sie: "Werdet Ihr dieses Wissen nun ausnützen?"
Einen Moment lang war er verwirrt, was sie meinen könnte. "Ehm, ich gehe jetzt und verwende Eure Sachen, um Euch zu behandeln - insofern könnte man von 'nutzen' sprechen..." Dann sah er ihre zusammengekniffenen Augen und spürte die Atmosphäre von Misstrauen und Unsicherheit, die von ihr ausging. "Oh", sagte er. "Nein, ich habe nicht vor, Euch irgendwie zu schaden. Warum sollte ich das tun?"
Außerdem hätte er das Pferd sicher nach einer gewissen Suche auch ohne ihre Beschreibung gefunden. Aber auf den Gedanken, sich einfach mit ihrem Gepäck davon zu machen, war er nicht gekommen, und es überraschte ihn, dass sie trotz seiner offenkundigen Hilfsbereitschaft noch immer so viele Bedenken gegen ihn zu hegen schien. Nun, ob sie ihm vertraute, musste sie wohl alleine entscheiden.
Er nickte ihr ermutigend zu und ging dann raschen Schrittes in die von der Verletzten gewiesene Richtung. Er drückte einige Zweige und Sträucher beiseite und fand nach kurzer Zeit auch den Abhang, an dem er ein Stück entlang ging, bis er eine Stelle fand, an der er gefahrlos die Böschung hinuntergehen konnte. Unten floß tatsächlich ein kleiner Bach, und nur ein paar Schritte weiter hatte ein Pferd seinen Kopf zum Wasser hinabgebeugt und trank. Als er näher kam, hob die Stute den Kopf und schnaubte freundlich. Es war sein eigenes Pferd, dass er vorhin unangebunden los gelassen hatte.
Erfreut, die Stute wohlbehalten wiedergefunden zu haben, klopfte er an ihren Hals und nahm sie beim Halfter. Wenig später hatte er auch das Tier der Fremden gefunden, das ein Stück flussabwärts angebunden war. Er näherte sich vorsichtig dem Pferd, in der Hoffnung, dass es gut ausgebildet oder zumindest vertrauensvoll gegenüber Menschen war, die mit Pferden umgehen konnten.

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BeitragThema: Re: Die Straßen   Mi Feb 29, 2012 3:31 pm

Noch bevor Caidra etwas tun konnte um ihn zu verstehen zu geben was sie eigentlich meinte, bemerkte der Fremde ihr Misstrauen. Was er jedoch sagte beruhigte sie nicht wirklich. Dafür hatte sie einfach zu viel Umgang mit Leuten gehabt für die es ein leichtes war Vertrauen aufzubauen, Informationen zu sammeln und sie dann für ihre Zwecke zu gebrauchen. Seine Frage, auf die sie so viele Antworten wüsste, ließ sie offen stehen Der Blick der Söldnerin änderte sich selbst bei seinem Nicken nicht, noch als er sich auf den Weg machte. Etliche Sorgen kursierten in ihrem Kopf. Wenn sie sich falsch entschieden hatte, wäre buchstäblich ihre Lebensgrundlage dahin. Aber neben seinen Gefälligkeiten stand noch etwas anderes für ihm. Nämlich dass er anfangs gar nicht recht wusste was sie meinte. An diesem Gedanken hielt sie fest.
Ruhig liegen bleiben wollte ihr auch nicht richtig gelingen. Dafür plagte sie viel zu sehr ihre Nervosität und sie wollte nicht unnütz daliegen. Zuerst musterte sie noch die Schäden den das Wildschwein angerichtet hatte und überlegte wie sie sie möglichst kostengünstig beheben konnte. Da das schnell getan war, versuchte sie danach nach ihrem Bogen zu fassen. Er war außer Reichweite deshalb robbte sie rücklings auf ihn zu. Mit Schmerzen und großer Anstrenung erreichte sie ihn nur um letztendlich leise vor sich hinfluchend herauszufinden, dass es in ihrem Zustand gar nicht so einfach war ihm zu entspannen. Das alles hatte nur den einen Sinn; sich abzulenken um die Wartezeit zu überbrücken.

Der junge Baum war stark genug gewesen um den angebundenen Hengst während Caidras Abwesenheit zu halten. Genüsslich rupfte er an einigen Kräutern, interessiert richtete er seine Ohren nach allen Richtungen aus und hob vor sich hin kauend den Kopf als sich ihm jemand näherte. Augenblicklich richtete er seine Ohren nach vorne. Die Ankömmlinge wurden neugierig gemustert, aber sein Hauptaugenmerk lag auf der Stute. Er blähte die Nüstern auf, machte sich groß und hob stolz den Schweif. Er schritt auf die Beiden zu wodruch die Birke gefährlich anfing zu schwanken. Der Stute der er imponieren wollte, wäre er bestimmt ohne weiteres gefolgt. Jedoch sollte man vorsichtig sein, da er mit seinen stämmigen Körper und seinem Temperament schnell den Menschen gefährlich werden konnte. Er wäre ja eigentlich kein übler Kerl, nur der Ungeduld seiner nicht selten überreizten Herrin hatte er sich angeglichen. Für jemanden der aber ruhig und einfühlsam mit ihm umging war er schnell zu bändigen.
Rund um Arun herum langen Caidras Schwert, Peitsche, Rucksack und das aufgerollte Fell zusammen mit ihren Alltagsgewändern. Alles wahllos verstreut. Selbst ein ungeübter Beobachter bemerkte schnell in welcher Eile sie aufgebrochen war. Durch das Gestrüpp das den Graben umgab, hatte sie sich auch keine Sorgen machen müssen, dass man ihre Habseligkeiten entdeckte.
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BeitragThema: Re: Die Straßen   Do März 01, 2012 11:00 pm

Lucádian trat auf den Hengst zu und bemerkte, dass dieser offenbar ein eher selbstbewusstes Pferd war. Er hob sofort den Kopf und schnaubte stolz. Lucádian ging vorsichtig auf ihn zu, seine eigene Stute ein Stück hinter sich lassend. Nach einigen Augenblicken merkte er auch, dass diese es war, die den Hengst so interessierte. Glücklicherweise war sie gerade nicht rossig, sodass es bei gegenseitigem Beschnuppern blieb und der Hengst sich auch schnell wieder einigermaßen beruhigt hatte. Lucádian war froh, dass seine Stute ein sehr ruhiges und geradezu unerschütterlich entspanntes Tier war, sodass sie sich von dem etwas angeberischen Gehabe des Hengstes nicht aufregen oder anstacheln ließ. Der junge Magier war zwar kein begnadeter, aber ein leidlich gut ausgebildeter Reiter, und nachdem er dem Hengst ein wenig gut zugeredet hatte, band er ihn von der arg strapazierten Birke los. Die Habseligkeiten, die auf dem Boden abgelegt worden waren, sammelte er auf und verteilte sie provisorisch auf den beiden Pferden - es musste ja nur ein paar hundert Meter halten. Dann führte er die Pferde zurück zu dem Ort, wo er die Fremde zurückgelassen hatte.

Lucádian hatte nicht den Eindruck gehabt, dass sie ihm vertraute, trotz seines Versprechens, ihre Lage nicht auszunutzen. Als er zurückkehrte, stellte er fest, dass sie glücklicherweise noch da war - allerdings hatte sie offenbar seinen Rat, sich nicht zu bewegen, in den Wind geschlagen. Sie war ein Stück gekrochen und hatte ihren Bogen erreicht. Lucadian band die beiden Pferde an einen Baum und nahm eine Wasserflasche aus seinem Gepäck. Jetzt, wo er dieses mitsamt seiner Stute wiedergefunden hatte, konnte er ja auch seine eigene Ausrüstung benutzen. Er ging damit zu der Verletzen und hockte sich neben sie.
"Seht, ich habe Euer Pferd gefunden, und meins auch. Sie aus, als hätten wir Glück."

[Ich bin jetzt einfach mal gleich in diesem Post zu Caidra zurückgekehrt, kannst ja noch was am Anfang deines nächsten Posts einfügen, wenn du vorher noch was machen wolltest Lächeln ]
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BeitragThema: Re: Die Straßen   Fr März 02, 2012 5:17 pm

(OT: Zu viel wollte ich mit ihr eh nicht machen. Passt genau (: BT)

Diese verdammte Warterei konnte einem wahnsinnig machen! Er müsste doch schon längst zurück sein! Nein, er hatte die Zeit die man für den Weg brauchte noch lange nicht überschritten.
Immerfort wechselte ihre Aufmerksamkeit zwischen Bogen und der Richtung in die der Fremde verschwunden war hin und her. Sie zweifelte immer stärker an ihrer Entscheidung und das bekam der vermaledeite Bogen zu spüren. Es kostete ihr viel Beherrschung darauf zu achten die Waffe nicht zu beschädigen, ebenfalls aber auch, nicht zu vergessen welche Konsequenzen es gab wenn er unkontrolliert entspannt wurde. In der gleichen Weise wie ihre Wut stieg, wurden auch ihre Flüche immer derber.
Ihr Plan jedoch, sich mit ihm abzulenken glückte ihr, wenngleich der Preis dafür Zorn und Schmerzen waren. Sie vergaß darauf nach dem Fremden Ausschau zu halten und auch auf die Zeit. Umso überraschter war ihre Mimik als der Magier plötzlich neben ihr erschien. Caidra hatte weder bemerkt wie er zurück gekehrt war, noch wie er die Pferde angebunden hatte.
Sein Auftauchen erzeugte eine Kette unterschiedlicher Gefühle. Als erstes fühlte sie sich ertappt. Nicht etwa weil sie seiner Bitte, liegen zu bleiben, nicht gefolgt war, vielmehr weil er sie bei ihrem kläglichen Scheitern erwischt hatte. Prompt beendeten ihre Hände den Kampf mit den Bogen um die Freilassung der Sehne und legten ihn zur Seite. Sie brauchte erst gar nicht zu versuchen etwas zu überspielen. Der Fremde hatte sie mit Sicherheit schon beobachten können.
Kurz darauf war ein angedeutetes Lächeln, aus Erleichterung, auf ihren Lippen zu sehen, welches geschwind einem nachdenklichen Stirnrunzeln wich während er sprach.
„Wie...“ Wieso war er zurück gekommen? Der Erlös für das Pferd und ihre Ausrüstung hätten ihm für einige Zeit ein angenehmes Leben beschert. Er hätte keinen Grund gehabt eine Verfolgung zu fürchten. Zuerst hätte die ihr Bein verhindert, danach ihre Unwissenheit über ihn. Wenn sie nicht einmal seine Herkunft erraten konnte, wie dann sein Ziel?
Schnell nachdem sie ihre Frage hinunter geschluckt hatte, richtete sie ihre Aufmerksamkeit auf die Pferden. Sie verkniff sie sich da sie Gegenfragen befürchtete. Wer wusste schon zu was sie führten und was sie über sie Preis gaben. Beide lebten offenbar in zwei ganz verschiedenen Welten.
„Wie es aussieht, hattet Ihr keine größeren Probleme mit ihm.“ Ob das reichte um ihren kleinen Ausrutscher zu vertuschen? Sie zweifelte stark daran. Vielleicht überging er es auch einfach. Das wäre für sie zwar nicht die beste Lösung aber es war eine.
„Wie geht es nun weiter? Schulter oder Bein?“ fragte sie ihn mit gefassterter Stimme und wandte sich dem Mann wieder zu. Noch ein Versuch das Gespräch wieder in andere Bahnen zu lenken.
Die Wasserflasche in seinen Händen war ihr freilich nicht entgangen und natürlich hatte sie Durst. Nicht nur das. Sie war auch ausgelaugt und sehnte sich förmlich nach einem sicheren Plätzchen um sich Ruhe zu gönnen. Nur ging es ihr gegen den Strich ihm das zu zeigen und es war nicht schlimm genug als dass sie es nicht noch eine Weile aushalten würde. Daher vermied sie tunlichst auch nur einen offensichtlichen Blick darauf zu werfen. Sie hatte schließlich die Rolle der kühlen unabhängigen Söldnerin zu spielen.
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BeitragThema: Re: Die Straßen   Sa März 03, 2012 4:39 pm

"Wie...", begann Caidra, räusperte sich dann kurz und setzte fort: "Wie es aussieht, hattet Ihr keine größeren Probleme mit ihm."
Lucádian blickte auf. "Euer Hengst ist ein temperamentvoller Bursche, das muss ich schon zugeben", sagte er lächelnd. "Er wollte wohl Eindruck schinden, als er eine Dame seiner Art entdeckt hat. Aber zum Glück ist meine Stute momentan nicht rossig, und er ließ sich dann einigermaßen brav mitnehmen."
Er betrachtete ihre Wunde an der Schulter. Sie blutete und war gefährlicher als die am Bein, aber es war unvermeidlich, sie vor der Heilung auszuwaschen, damit die Verunreinigungen nicht zu Schwierigkeiten beim Heilungsvorgang oder gar zu Wundbrand führten.
"Wie geht es nun weiter, Schulter oder Bein?", fragte die Verletze.
"Die Wunde an eurer Schulter muss gereinigt werden", erklärte Lucádian, "das werde ich jetzt tun, und ihr müsst dabei ein wenig tapfer sein, denn es wird weh tun. Trinkt erst einmal einen Schluck, wenn ihr möchtet."
Er bot ihr die Wasserflasche an und schob dann die Rüstung und die Kleidung beiseite, um die Wunde freizulegen. Sie war glücklicherweise nicht sehr tief, aber Haut und Fleisch waren unregelmäßig eingerissen. Er beschloss, sie mit einem Gespräch ein wenig abzulenken, damit sie sich nicht zu sehr auf den Schmerz konzentrierte.
"Mein Name ist übrigens Lucádian", stellte er sich vor. "Lucádian Saphis von Isenwart, um genau zu sein. Darf ich mich nach Eurem Namen erkundigen?"
Nachdem sie getrunken hatte, nahm er die Wasserflasche zurück und begann, einen kleinen Lappen, den er aus einer Tasche seiner Robe hervozug, zu befeuchten. Dann betupfte er die Wunde damit und entfernte kleine Schmutzpartikel wie Holzstückchen und Dreck daraus. Es blutete nun wieder stärker, aber das war erstmal gut, denn das Blut würde Verschmutzungen aus dem Körperinneren heraus tragen. Hauptsache, sie verlor nicht zu viel, sodass es sie schwächte.
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Caidra
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BeitragThema: Re: Die Straßen   Sa März 03, 2012 8:12 pm

Während er über die Erlebnisse mit ihrem Hengst sprach, verzogen sich ihre Lippen zu einem Grinsen. Sie war dankbar darüber, dass er auf ihren Patzer in keiner Weise reagierte. Er war fremd und da wollte sie bestimmt noch nicht all ihre Lebenseinstellungen preisgeben.
Ein temperamentvoller Bursche, war eine nette Umschreibung von ihrem Pferd. Engstirniger Gaul war aus ihre Erfahrung eine bessere Definierung für ihm. Es fiel ihr sogar schwer zu glauben, er wäre einigermaßen brav gewesen. Irgendwas machte sie mit ihrem Hengst wohl verkehrt. Gut, sie konnte auch noch nie mit einer Stute dienen.
Caidras Grinsen erstarb allerdings, als es um die Versorgung ihrer Verletzungen ging. Ihr war bewusst was es hieß, wenn eine Wunde gereinigt werden sollte. Eine qualvolle Prozedur an die sie sich mit Sicherheit nie gewöhnen könnte, an der aber auch kein Weg vorbeiführte. Ein Seitenblick galt ihrer Schulter. Stirnrunzelnd musste sie feststellen, dass das Entspannen des Bogens keine kluge Idee gewesen war. Blut hatte ihre Bluse durchtränkt und ihre Rüstung verschmutzt. Das weiße Leinen war sogar eingerissen. Und sie wollte erst gar nicht daran denken welcher Dreck darin verborgen war.
„Ein nötiges Übel, das mir bekannt ist.“ Erwiderte sie und nahm die Wasserflasche mit einem dankenden Nicken an. Wenn man es ihr anbot würde sie es bestimmt nicht ablehnen. Der kleine Schluck war eine Wohltat als er ihre trockene Kehle befeuchtete. „Ich werde den Wald schon nicht zusammenbrüllen“ fügte sie mit einem angedeuteten Lächeln hinzu.
Die fremden Finger so nah an ihrem Herzen wurden genauerstens beobachtet. Selbst wenn sie auch nicht alles sah, spürte sie zumindest den Rest. Gewiss, es gehörte dazu, nach wie vor schätzte sie ihn kompetent genug ein ihre Lage nicht derartig auszunutzen und so was war auch nicht das erste Mal, aber...
Und plötzlich hatte der Fremde einen Namen. Noch dazu einen der sie kurzzeitig aus der Fassung brachte. So sehr, dass sie es nur am Rande mitbekam wie er die Flasche wieder an sich nahm um das Stückchen Stoff zu befeuchten. „Lucádian Saphis von Isenwart?“ wiederholte sie fragend. Es war unmöglich, dass sie sich verhört hatte. So sehr konnten seine Handgriffe sie nicht abgelenkt haben. Natürlich kannte sie das Haus Isenwart. Wer aus Tarcon tat dies nicht? Aber was machte er so weit entfernt von seiner Heimat? Abseits der Straßen ohne Eskorte und noch dazu in Caldámia? Gut, sie musste zugeben die Familienverhältnisse waren ihr nicht bekannt auch sein Vorname sagte ihr kaum etwas, nur hätte sie nie daran gedacht jemanden adeligen aus ihrer Heimat hier zu anzutreffen.
„Jetzt versteh ich, wieso Euch der Gaul so bereitwillig gefolgt ist. Wer kann schon einer Stute widerstehen, deren Besitzer aus dem Adel stammt“ Sie hatte sich wieder gefangen. Den Göttern sei Dank, aber auch dem Lappen, mit dem er nun ihre Wunde säuberte. Scharf zog sie die Luft ein, bemühte sie dann aber sofort um eine gleichmäßige Atmung. Sie zwang sich dazu ansonsten keinerlei Anzeichen von Schmerzen zu präsentieren, wodurch sie sich anspannte. Ein Schuss der wohl leicht nach hinten losging.
Jetzt war Höflichkeit die Devise. Weit weg von zu Hause und aus dem Adel. Er hatte mit Gewissheit mehr Gulden in der Tasche als sie und von dort woher er kam gab es noch mehr. Vielleicht konnte sie einen Nutzen aus der Sache ziehen. „Caidra Borlen. Verzeiht wenn ich Euch nicht angemessen meine Ehrerbietung darbringen kann. Meine Situation erlaubt es mir nicht.“ Nicht nur die auch ihre Unwissenheit wie man mit Seinesgleichen richtig umging.
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Lucádian
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BeitragThema: Re: Die Straßen   So März 04, 2012 11:07 pm

Lucádian bemerkte, dass sie ihn beobachtete, aber das war ihm bereits vertraut. Patienten wollten immer wissen, was man mit ihnen machte, auch wenn ihnen dies nicht immer gut tat. Aber die Fremde schien nicht gerade zimperlich zu sein, was Blut anging, und als sie ihm versprach, den Wald "nicht zusammenzubrüllen", nickte er ermutigend.
Während er arbeitete, schob er ihre eingerissene Bluse ein Stück zur Seite, doch nicht weiter als unbedingt notwendig. Er entfernte vorsichtig einen kleinen Holzssplitter, ganze auf seine Arbeit konzentriert.
Als sie seinen Namen hörte, schien sie überrascht zu sein. Nunja, als Magier war es nicht üblich, seine Familie als Wappen überall herum zu zeigen, sodass man ihn nicht von vornherein als Adeligen erkannte. Die Fremde war offenbar so verblüfft, dass sie seinen Namen wiederholte, um sich zu vergewissern. Es schien, dass ihr sein Nachname geläufig war, was ihn hier in Caldámia verblüffte.
"Jetzt versteh ich, wieso Euch der Gaul so bereitwillig gefolgt ist. Wer kann schon einer Stute widerstehen, deren Besitzer aus dem Adel stammt", scherzte sie.
"Vielleicht", erwiderte Lucádian schmunzelnd, und tupfte vorsichtig ein paar kleine Steinchen und Staubkrümel aus der Wunde. Sie zog scharf die Luft ein, biss jedoch die Zähne zusammen und bewahrte die Fassung - offenbar besaß sie eine große Selbstbeherrschung, was Schmerzen anging, stellte der Magier fest.
Dann nannte sie ihm ihren Namen. "Caidra Borlen. Verzeiht wenn ich Euch nicht angemessen meine Ehrerbietung darbringen kann. Meine Situation erlaubt es mir nicht."
"Macht Euch keine Umstände", erwiderte Lucádian lächelnd. "Ich habe den Großteil meines Lebens an Magierakademien verbracht und lege daher sowieso mehr Wert auf ein inspirierendes Gespräch als auf die höfische Etikette."
Die Wunde war nun ausreichend gesäubert. Lucádian legte den Lappen beiseite, nahm Caidras Oberarm, einige Fingerbreit von der Wunde entfernt, in die rechte Hand, und hielt die Linke über die verletzte Stelle. Er schloss die Augen, konzentrierte sich erneut und ließ die Kraft in seinem Inneren fließen. Es fühlte sich an, als würde er einen kleinen Staudamm öffnen, und das Hinausströmen der magischen Energie erzeugte ein warmes, angenehmes, fast erleichterndes Gefühl. Die Magie nahm bereitwillig die heilsame und wiederherstellende Kraft an, floss in die Haut und das Fleisch der Verletzen, verband Gewebefetze und Muskelstränge mit einem weiß-silbern leuchtenden Band. Verletzte Blutgefäße verschmolzen innerhalb von kaum einer Minute miteinander, neue Haut bildete sich auf der Wunde, und zuletzt blieb nur eine leicht gerötete Stelle zurück.
Lucádian schlug die Augen auf und lächelte, schon ein wenig stolz auf seine magische Tat. Es war bei weitem nicht die schwierigste magische Operation, die er je vollbracht hatte, aber dennoch ein ordentliches Stück magische Heilkunst. Er spürte, wie die verflossene Magie eine leichte Leere in ihm zurück ließ, doch noch war nicht seine ganze Kraft aufgebracht.
Er lächelte Caidra aus nun hellblau gefärbten Augen an und nahm ihre Hand an dem nun geheilten Arm, wie um sie zur Begrüßung zu schütteln.
"Es freut mich, Eure Bekanntschaft zu machen, werte Dame Borlen."
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Die Straßen

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