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 Die Straßen

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Caidra
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BeitragThema: Re: Die Straßen   Mo März 05, 2012 1:57 pm

Caidra sah es dem Magier förmlich an mit welcher Hingabe er ihre Wunde behandelte. Sorgfältig und darauf bedacht den Vorgang nicht noch schlimmer zu machen, als er ohnehin schon war. Vergaß dabei aber nicht darauf sich auch auf die Person hinter den Wunden zu kümmern. Auch wenn er auf ihren Scherz bezüglich der Pferde nur knapp und mit einem Schmunzeln reagierte. Ihr war das nur recht. Kleine Albernheiten halfen ihr zwar dabei die Schmerzen besser zu verarbeiten und auch die Starke zu spielen, bloß wollte sie es auch nicht riskieren ihn damit abzulenken. Vor allem wenn sie daran dachte was er da alles so zum Vorschein brachte. Dieses Zeugs hatte definitiv nichts in ihr zu suchen!
Es gefiel ihr Einzelheiten über ihm zu erfahren, ohne selbst viel von ihr zu erzählen. Obwohl sie spätestens wenn er sie wirklich einstellen sollte um einiges nicht drum herum kam und anderes wiederum nicht zu übersehen war. Über das was er ihr erzählte war sie einerseits nachdenklich andererseits etwas angetan. Er musste ein Magier mit Leib und Seele und da er von Akademien sprach schon ein wenig herum gekommen sein. Froh war sie weil er darauf hinwies auf gewisse Floskeln oder gar auf Unterwürfigkeit zu verzichten. Dinge denen sie sich nur widerwillig gefügt hätte.
Mit einem Nicken nahm sie es zur Kenntnis. Er bereitete sich auf den Heilprozess vor, darum verzichtete sie lieber auf ein Kommentar. Schließlich war das ihr Körper und sie wollte es auf keinen Fall drauf an kommen lassen. Nicht dass sie ihn damit ablenkte und irgendwelche Fehler geschahen. Sie wagte es zwar nicht sich zu bewegen, trotzdem versuchte sie einen Blick darauf zu erhaschen was da genau vor sich ging. Seine Hand verwehrte ihr dies. Sie verzog die Mundwinkel und musterte stattdessen Lucádian. Bemerkte wie ihre Augenlider durch das behagliche Gefühl immer schwerer wurden und ließ sie letztendlich fallen. Sie kannte das Gefühl schon von vorhin wodurch sie keine Anstalten mehr machte sich dagegen zu sträuben. Es wunderte sie ja selbst wie einfach sie sich davon mitreißen ließ. Nur überwogen die Gründe wieso sie es tat, denen die dagegen sprachen.
Leicht zuckte sie zusammen als Lucádian plötzlich ihre Hand in die seinige nahm. Blinzelnd bemerkte sie das freundliche Lächeln ihres Gegenübers und konnte gar nicht anders als es kurz zu erwidern. Das Geborgenheit spendende Gefühl das seine Magie verursacht hatte, war der Auslöser dafür. Sie atmete tief ein und war gerade im Begriff zufrieden durch zu seufzen, als sie bemerkte was sie da gerade tat. Sofort räusperte sie sich und ihre Augen strahlten wieder ihre übliche Härte aus. Ihr passte es ganz und gar nicht wie sehr sich sich hatte Fallen lassen. Sie war sogar ein bisschen verunsichert darüber. Nur verhinderten Lucádians Worte, dass sie sich weiter dafür kritisierte. Sie erwiderte den Händedruck und musste für einen Moment auflachen. „Caidra genügt.“ Sie verrenkte sich um ihre Schulter zu begutachten. Mit den Fingern der linken Hand strich sie über die Stelle an der noch vorhin die Wunde klaffte. Natürlich wollte sie sich vergewissern ob alles gut gegangen war und sie war verwundert darüber wie schnell sie sich geschlossen hatte. „Ich bin Söldnerin und halte mich zur Zeit mit der Jagd über Wasser“ erklärte sie und schenkte ihm wieder ihre Aufmerksamkeit. Sie war neugierig wie er auf diese Information reagierte, die unabdingbar war um das Gespräch in die Richtung zu führen in welche sie es beabsichtigte. „Daher befürchte ich, kann ich Euch weder mit höfischer Etikette noch mit inspirierende Gespräche dienen. Aber um Missverständnisse zu vermeiden. Wie darf ich Euch nun genau ansprechen?“
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BeitragThema: Re: Die Straßen   Mi März 07, 2012 1:28 pm

Einen winzigen Augenblick lang erwiderte Caidra sein aufmunterndes Lächeln, und Lucádian glaubte sogar einen winzigen Hauch von Dankbarkeit darin zu entdecken. Sie war also doch nicht ganz gefühllos und kalt. Doch dann räusperte sie sich kurz, und der Moment war vorbei. Ihr Gesichtsausdruck ließ wieder nichts als Distanz und kühle Selbstbeherrschung nach außen dringen. Der junge Magier hing einen Moment seinen Gedanken nach und fragte sich, wovor sie sich wohl abschotten mochte... was sie fürchtete, sodass sie sich nicht öffnen wollte.
"Caidra genügt", erklärte sie.
Er nickte. "Einverstanden."
Sie begutachtete die Wunde, schien auch mit dem Ergebnis zufrieden zu sein. Einen Dank erhielt Lucádian dennoch nicht. Dafür stellte sie sich vor und erzählte ein klein wenig von sich, dass sie eine Sölderin sei und momentan von der Jagd lebe.
"Nun, vielleicht solltet Ihr doch lieber wieder zum Sölderleben zurückkehren", meinte Lucádian in Anspielung auf die missglückte Jagd. "Oh, die korrekte Anrede wäre "Euer Wohlgeboren" oder, wenn Ihr mich als Magier ansprechend wolltet, "Hochgelehrter Herr", aber ich bitte Euch darum, es bei meinem Vornamen zu belassen. Hier weitab von höfischem Zeremoniell und Ritualen käme ich mir sonst reichlich albern vor."
Er richtete den Blick auf ihr gebrochenes Bein, welches immer noch ein wenig seitlich abgeknickt auf dem Laub lag. "Dürfte ich mir Euer verletztes Bein näher ansehen?"
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BeitragThema: Re: Die Straßen   Do März 08, 2012 12:43 am

In seinen hellblauen Augen konnte sie weder Misstrauen noch Abwertung lesen, nachdem sie ihm verkündet hatte eine Söldnerin zu sein. Er schien es nicht zu bereuen ihr die Hand geschüttelt und sie somit auf eine gleiche Ebene gestellt zu haben. Aber das was er darauf erwiderte, ließ sie skeptisch eine Augenbraue hochziehen. War das Spott? Maßt er sich wirklich an sie zu belehren?Noch dazu nachdem was geschehen war? Die Finger ihrer Linken die immer schneller werdend auf den trockenen Waldboden tippten, waren die ersten Vorboten ihrer aufkeimenden Wut. Er hatte sie, wahrscheinlich unbewusst, an der falschen Stelle erwischt. Sie lauschte nur mit einem Ohr seiner Unterweisung zu. Zu sehr war sie damit beschäftigt sich immer mehr in Rage zu reden. Angefangen von einem Thema mit dem sie schon oft genug gehadert hatte, über dem Wissen wirklich keine gute Jägerin zu sein, bis hin, dass er nicht ganz unschuldig an ihrer Situation war. Sogar an unsinnigen Kleinigkeit gab sie ihm die Schuld. Nämlich, dass er und seine Magie sie beeinflusst hätten. Sie durch das entstandene Gefühl dazu gebracht hätten ihre Distanz bewahrende Kälte zu vergessen.
Während er ihr Bein begutachtete richtete Caidra ihren Oberkörper so auf, dass sie auf ihre stützende Hände, die sie bald gebrauchen würde, verzichten konnte. Der darauf folgende Schmerz, der durch ihr Bein jagte, war stark genug um sie dazu zu bringen ihre Mundwinkel zu verziehen und ihre Augen zusammen zu pressen, trotzdem zu schwach um sie vor eventuellen Folgen des baldigen Gezeters zu warnen.
„Erstens!“ Der Zeigefinger der rechten drückte den der linken Hand hinunter um mit der Aufzählung zu beginnen. Ihr Körperhaltung war auf Offensive ausgerichtet, das Kinn nach vorn gereckt und die Augen funkelten vor Zorn. „Kann ich mich nicht ersinnen, Euch gebeten zu haben mir Ratschläge zu erteilen. Zweitens!“ Der nächste Finger war dran, dem die anderen bald folgen sollten. Ihre Stimme war noch ruhig, obwohl man deutlich heraushören konnte wie sehr sie sich beherrschen musste. „Seid froh, dass ich nicht nur vom Söldnergeschäft lebe. Ansonsten hätte Euch der Pfeil gegolten und nicht dem... Schwein. Angebot und Nachfrage ist zur Zeit nämlich derart unausgeglichen, dass ein Adeliger aus Tarcon eine verlockende Abwechslung wäre. Der Waffenstillstand würde stark wackeln. Infolgedessen mehr Arbeit“ Caidra räusperte sich. Sie hatte bemerkt, dass sie abgedriftet war. Noch dazu auf ziemlich unsicheren Boden – das Wappen auf seinem Dolch war ihr noch nicht aufgefallen. „Drittens wäre die Jagd erfolgreicher gewesen, wenn Ihr nicht auf den Gedanken gekommen werd' den Wald zusammen zurufen. Hat mich übrigens einen Pfeil gekostet und ich frag mich wer für den Schaden an meiner Kleidung aufkommt. Und Viertens! Nein Ihr dürft nicht, sondern Ihr habt Euch gefälligst um das Bein zu scheren!“
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BeitragThema: Re: Die Straßen   Mo März 12, 2012 10:37 pm

Lucádian blickte überrascht auf, als sie sich plötzlich aufrichtete und einen scharfen Ton anschlug.
"Erstens! Kann ich mich nicht entsinnen, Euch gebeten zu haben, mir Ratschläge zu erteilen."
Lucádian hob überrascht die Augenbrauen. Er war es nicht gewohnt, derart brüsk behandelt zu werden, vor allem nicht von Patienten. Er runzelte irritiert die Stirn und fragte sich, ob wirklich seine eher humorvoll gemeinte Anmerkung der Grund für den Ausbruch sein konnte...? Das war schwer vollstellbar. Und sie schien sich gerade ziemlich in ihre Wut hineinzusteigern.
"Seid froh, dass ich nicht nur vom Söldnergeschäft lebe. Ansonsten hätte Euch der Pfeil gegolten und nicht dem... Schwein. Angebot und Nachfrage ist zur Zeit nämlich derart unausgeglichen, dass ein Adeliger aus Tarcon eine verlockende Abwechslung wäre. Der Waffenstillstand würde stark wackeln. Infolgedessen mehr Arbeit."
Lucádian ging körperlich unweigerlich etwas auf Abstand. Er konnte kaum glauben, was er da gerade gehört hatte. Sollte das eine Drohung sein? Aus ihrer Lage war dies lächerlich, doch schien sie in ihrer Wut tatsächlich ernst zu meinen. Natürlich war es schmeichelhaft, dass sie ihn für ein derart einflussreiches Adelsmitglied hielt, dass man seinetwegen den Krieg neu beginnen würde. Aber warum bei allen Göttern verhielt sie sich so feindselig?
"Drittens wäre die Jagd erfolgreicher gewesen, wenn Ihr nicht auf den Gedanken gekommen werd' den Wald zusammen zurufen. Hat mich übrigens einen Pfeil gekostet und ich frag mich wer für den Schaden an meiner Kleidung aufkommt. Und Viertens! Nein Ihr dürft nicht, sondern Ihr habt Euch gefälligst um das Bein zu scheren!"
Das war zuviel. Wollte sie ihm Befehle erteilen? Lucádian wandte den Blick ab und erhob sich. Er hatte ihr sowieso viel zu offen in die Augen geblickt, sich von ihr und seiner Hilfsbereitschaft ablenken lassen.
Er räusperte sich. "Nun, werte Dame, es tut mir außerordentlich Leid, Euch in eine so hochgradig prekäre Lage gebracht zu haben. Ich bitte vielmals um Entschuldigung."
Er ließ die Worte einige Sekunden wirken, ehe er ruhig fortfuhr.
"Ich möchte Euch keinesfalls durch meine indiskrete Sorge um euer Wohlergehen zu Nahe treten, jedoch komme ich nicht umhin zu bemerken, dass Ihr offenbar in großer Sorge seid. Keineswegs wegen eurer Verletzungen, ich bin sicher, eine gestandene Reckin wie Ihr hat schon Schlimmeres klaglos überstanden. Vielmehr scheint Ihr zu fürchten, Eure Autorität zu verlieren. Ich weiß, es muss für eine Frau der Tat, wie ihr es seid, ein höchst kompromittierendes Gefühl sein, sich den Launen des Schicksals, der Schwäche des eigenen verletzen Körpers und der Hilfe eines Fremden ausgeliefert zu sehen. Meiner Diagnose als Heiler nach habt ihr eine verletzte Schulter, ein gebrochenes Bein sowie eine gravierende Wunde in eurem Selbstvertrauen davon getragen, und hier sind meine magischen Künste leider machtlos. Ich war sogar so unachtsam, euren Stolz durch inadäquate Worte weiter zu verletzen, ein Fehler, den ich nun erkannt habe."
Er machte eine kurze Pause, um seine Gedanken zu sammeln. "Ich möchte Euch gerne helfen. Wenn Ihr jedoch glaubt, dass dies eine unzumutbare Kränkung darstellen würde, möchte ich mich für meine Aufdringlichkeit entschuldigen und es bei meinen besten Wünschen belassen. Ich hoffe, ihr könnt mir meine Aufdringlichkeit verzeihen."
Damit endete er. Während sein Äußeres soweit als möglich Sicherheit und Ruhe ausstrahlte, fragte er sich innerlich, ob er sich wohl zu weit vorgewagt hatte. Vielleicht war seine Vermutung auch völlig falsch. Aber ihr beharren darauf, ihn die Schuld für die missglückte Jagd zu geben, die Wut angesichts der eigenen Lage und ihre Drohung, mit der sie versuchte, sich selbst wieder in eine stärkere Position zu bringen und ihre Sicherheit ihm gegenüber zurückzugewinnen, schienen ihm deutlich darauf hinzuweisen, dass sie einfach nur Angst hatte, machtlos und schwach zu wirken. Er konnte sie nicht dazu zwingen, sich helfen zu lassen, und er wollte sie auch nicht ihrem Schicksal überlassen. Also hatte er sich dafür entschieden, sie auf ihre eigenen Gedanken - so er denn richtig vermutet hatte - hinzuweisen, sich aber gleichzeitig förmlich zu entschuldigen, damit sie das Gesicht wahren konnte und nicht noch mehr Grund hatte, sich gegen alles zu zu Wehr zu setzen.
Er blickte weiterhin zu Boden und wartete ihre Antwort ab. Plötzlich stellte er auch fest, dass sein Herz schnell schlug und er hoffte, sie würde einlenken. Es würde ihm sonst sehr schwer fallen, sie allein zu lassen...
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BeitragThema: Re: Die Straßen   Di März 13, 2012 9:36 pm

Er wandte sich von ihr ab und stand auf. Ein leiser Hauch von Angst machte sich neben ihrer Wut in Caidra breit.Würde er sie jetzt liegen lassen? Schlagartig wurde ihr bewusst, wie weit sie sich aus dem Fenster gelehnt hatte. Typisch! Sie musste ja unbedingt ihre Krallen zeigen. Aber sie hatte doch recht! Wie konnte er nur behaupten genug über sie zu wissen um sich in ihr Leben einzumischen? Und wenn er nicht gewesen wäre, hätte sie das Vieh erlegt!
Ihre Unsicherheit wurde durch seine Entschuldigung verstärkt. Nun übernahm sie den Part verdutzt und ebenfalls nachdenklich die Stirn in Falten zu legen. Selbst auf das Tun ihrer Hände achtete sie nicht. Der Zeigefinger zog den kleinen noch immer hinab. Ehrlich gesagt war eine derartige Reaktion auf ihre Schimpftirade Neuland für sie. Mit Verwünschungen, Provokationen oder Zorn vermochte sie umzugehen. Mit so etwas hingegen hatte sie nicht gerechnet. Normalerweise gehörten ihr jetzt ordentlich die Leviten gelesen.
Schweigend überbrückte sie seine kleine Pause. In Gedanken versunken und darauf bedacht sich selbst wieder Sicherheit zu geben. Diesmal würde sie bestimmt nicht wieder so schnell klein beigeben. Sie musste ihrem Ärger endlich freien Lauf lassen. Und dann sprach er ihr Selbstvertrauen an. Jetzt wagte er es auch noch sich binnen kürzester Zeit ein Urteil über sie zu bilden! Sie verschränkte ihre Arme und neigte den Kopf nach links. Ihre Lippen presste sie aufeinander um ihm bloß nicht zu unterbrechen. Wer weiß was er ihr noch so alles erwidern wollte. Sogar ein humorloses Auflachen verkniff sie sich, während er vom Schicksal sprach. Er debattierte auf einen völlig anderen Niveau, als sie es gewohnt war und das wiederum mahnte sie dazu Aufmerksam zu sein.
„... und es bei meinen besten Wünschen belassen“ Diese Worte versetzten ihr buchstäblich einen Stich im Herzen. Unweigerlich musste sie einen Kloß im Hals hinunter schlucken. Sie wusste über die Gefahren, die ihr auf den Weg zur nächsten Siedlung begegnen könnten, Bescheid. Die sie höchstwahrscheinlich pessimistischer betrachtete als er. Mit ihrem gebrochenen Bein könnte sie einen eigenwilligen Hengst wie Arun nicht reiten und falls es darauf ankam, sich nie gegen jemanden erwehren. Am liebsten hätte sie ihn jetzt mit vulgären Beschimpfungen überhäuft ihm wild gedroht und sich einfach den Frust von der Seele geredet. Er hatte sie, aus ihrer Sicht, in die Enge getrieben. Nur zeugte das nicht nur von intellektuelle Unterlegenheit sondern auch, dass er recht hatte. Daher ließ sie sich Zeit mit ihrer Antwort, überdachte seine Worte und betrachtete den Magier. Seine Besonnenheit wollte ihr nicht behagen, stand aber im Widerspruch zu seinem gesenkten Haupt.
„Wohl bedachte Worte Euer Wohlgeboren.“ Das war der sarkastische Auftakt ihres bald schon verbittert werdenden Antwort die sie für ihm parat hatte. „Nur muss ich Euch erinnern, Ihr sprecht mit einer Söldnerin und nicht mit Euresgleichen. Eure Schmeicheleien werden bei mir mit Gewissheit keine Früchte tragen. Ebenso könnt Ihr es Euch ersparen mich um Verzeihung zu bitten.“ Das war schlicht zu surreal. Ab jetzt aber war es mit der vorgenommenen Ruhe vorbei und sie schlug einen deutlich lauteren Ton an „Und bei den Göttern! Für wie dumm haltet Ihr mich? Denkt Ihr wirklich ich fall' auf Eure Heuchelei herein? Nach dem was ich Euch gegen den Kopf geworfen habe, seid ihr mit Sicherheit nicht mehr gewillt mir aus dieser Misere heraus zu helfen. Ihr wisst, dass ich durch meinen ach so gelittenen Stolz Euch niemals darum bitten werde und ich weiß, dass Euch nur noch Ehre und Manieren hier halten. Vielleicht habt Ihr sogar eine makabere Vorliebe für Situationen wie diese hier? Ein mächtiger Lichtmagier der darauf wartet, dass das niedere Gesindel um Hilfe winselt? Wie auch immer. Es ist auch nicht wichtig was Euch antreibt. Mich interessiert mehr, wie Ihr nun weiter vorgeht“ Es wäre doch gelacht wenn sie ihm nicht aus der Reserve locken könnte und wenn ihm Vorwürfe nicht richtig trafen, dann vielleicht etwas verletzendes? Das war ihre Art sich zu revanchieren. Dafür dass er viel zu tief in ihr gegraben hatte. Er sollte sich lieber um ihre physischen Wunden kümmern und nicht um die psychischen. Nur eines war neben ihren Anschuldigungen definitiv gelogen. Sie würde, wenn wirklich nötig, um Heilung betteln.
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BeitragThema: Re: Die Straßen   Di März 13, 2012 11:25 pm

Sie schwieg einen Augenblick lang, der Lucádian wie Stunden vorkam. Am liebsten hätte er sie geschüttelt und ihr gesagt, sie solle doch Vernunft annehmen und sich einfach helfen lassen, aber er wusste, dass er so nicht weiter kommen würde. Dann erwiderte sie endlich etwas, allerdings klang ihr Tonfall scharf, als sie ihn mit seinem Adelstitel ansprach. Sie warf ihm vor, ihr zu schmeicheln und griff ihn erneut an, und langsam erschien auch dem Magier die Situation einfach nur noch fremdartig. Zu irritiert von ihrem Verhalten, um wirklich wütend zu sein, wartete er, was nun noch kommen würde. Ihre Stimme wurde merklich lauter, als sie ihn anfauchte: "Und bei den Göttern! Für wie dumm haltet Ihr mich? Denkt Ihr wirklich ich fall' auf Eure Heuchelei herein? Nach dem was ich Euch gegen den Kopf geworfen habe, seid ihr mit Sicherheit nicht mehr gewillt mir aus dieser Misere heraus zu helfen."
Lucádian wollte ihr schon widersprechen, doch sie ließ ihn nicht zu Wort kommen und schrie nun fast. "Ihr wisst, dass ich durch meinen ach so gelittenen Stolz Euch niemals darum bitten werde und ich weiß, dass Euch nur noch Ehre und Manieren hier halten. Vielleicht habt Ihr sogar eine makabere Vorliebe für Situationen wie diese hier? Ein mächtiger Lichtmagier der darauf wartet, dass das niedere Gesindel um Hilfe winselt?"
Das klang schon beinahe, als würde sie ihm zustimmen. Es war kein richtiges Eingeständnis, aber sie hatte ihren Stolz angesprochen, und nun war sich Lucádian sehr sicher, ins Schwarze getroffen zu haben. Ihre Anschuldigungen, er würde sich an ihrem Leid weiden, überging er einfach. Natürlich genoss er das Gefühl von Macht und die Gewissheit, außergewöhnliche Fähigkeiten zu besitzen. Er war stolz auf seine magischen Fähigkeiten und wandte sie gerne an. Aber er hoffte, dass er dies niemals ausnutzen würde.
Und schließlich beendete sie ihre wüste Schimpftirade - verrückterweise mit einem Hinweis auf seine Manieren - und fragte ihn, was er nun tun würde.
Das fragte Lucadian sich auch. Und dann dachte er einen Augenblick lang ernsthaft darüber nach, was eigentlich das Ziel seiner Reise war und was ihn beschäftigt hatte, bevor es zu dieser Begegnung gekommen war, und ihm fiel eine mögliche Lösung wie Schuppen von den Augen. Er brauchte ihre Hilfe! Zumindest könnte er es so hinstellen, und vielleicht konnte sie ihm ja wirklich helfen.
"Ihr macht mir eine Menge Vorwürfe, Caidra", sagte er, "und ich könnte sie alle abstreiten und mit euch in einen endlosen Disput geraten. Ich bin mir nicht ganz sicher, was Ihr mit Euren Anschuldigungen erreichen wollt, aber ich kann Euch Eure Frage bezüglich meines Vorgehens gerne beantworten. Ich werde nach Aliatal gehen. Zumindest ist dies das nächste Ziel meiner Reise. Leider bin ich etwas vom Weg abgekommen, und ich hatte gehofft, Ihr könntet mir vielleicht einen Hinweis geben, in welcher Richtung ich ein gutes Gasthaus oder zumindest einen ordentlichen Pfad erwarten kann. Ich hege kein sonderlich großes Bedürfnis nach Übernachtungen unter freiem Himmel. Erlaubt mir auch eine Gegenfrage: wie soll ich mich Eurer Meinung nach denn verhalten?"
Wenn sie ihm schon nicht glaubte, dass er ihr aus freiem Willen helfen wollte, vielleicht konnten sie dann einfach eine Abmachung treffen... Dann würde es vermutlich viel leichter für sie zu akzeptieren sein, dass er ihr aus ihrer Notlage half, so hoffte Lucádian zumindest.

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BeitragThema: Re: Die Straßen   Mi März 14, 2012 8:44 pm

Interessiert wartete Caidra seine Reaktion ab. Rechnete mit einigem und legte sich zur Not schon etwas zurecht falls er gehen würde. Verübeln könnte sie es ihm nicht. Ihr Verhalten ihm gegenüber entsprach zweifellos nicht dem was er gewohnt sein müsste. Und so kam es, dass er sie abermals überraschte. Ihr schien es schon fast so, als ob ihre Anfeindungen einfach an ihm abprallen würden. Er bewahrte weiterhin seine Fassung und ging einfach nicht darauf ein. Missmutig verzog sie die Lippen. Mit ihm konnte sie schlichtweg nicht streiten! Das allerdings spornte sie dazu an nicht einfach aufzugeben. Irgendetwas erschütterte jedem! Sie bräuchte nur mehr Informationen über ihm. Jedes Wort auf die Waagschale legend widmete sie ihm weiterhin ihre Aufmerksamkeit, bis sie letztendlich aufhorchte. Er hatte ein anderes Begehren in ihr wieder erweckt, welches sie durch ihre Wut stiefmütterlich vernachlässigt hatte. Nämlich aus dieser Begegnung zu profitieren. Nachdem was sie Lucádian gegen den Kopf geworfen hatte, war dieser Gedanke zwar derartig absurd, weswegen sie später bestimmt darüber lachen konnte, jedoch witterte sie ihre Chance.
„Ihr seid ein harter Brocken, Lucádian“ Er sprach sie mit dem Vornamen an und sie tat es ihm gleich. Ein versteckter Hinweis was sie davon hielt wenn man sie als Dame betitelte. Er fand es albern wenn man ihm außerhalb seiner gewohnten Umgebung so ansprach und gleiches galt für sie, nur prinzipiell.
„Da mir es wichtig ist, bin ich gewillt Euch den Grund meines Gekeifes zu erläutern“ Nicht nur das war für sie relevant. Sie wollte eine Entschuldigung umgehen, dennoch eine Basis für ein eventuelles Geschäft legen. So weit es ihr möglich war hatte sie sich wieder gefasst. Sie als ruhig zu bezeichnen wäre jedoch noch ein wenig übertrieben. Hin und wieder rutschte ihr schon ein scharfes Wort heraus. „Es ist offensichtlich, dass wir gewisse Dinge aus verschiedenen Perspektiven betrachten. Es wäre auch verwunderlich wenn es anders wär'. Jedoch war es leichtsinnig von Euch meine Geschicke in Frage zu stellen und ich bleib bei meinen Standpunkt, Ihr seid nicht ganz unschuldig am Unfall. Gut, Ihr habt Euren Fehler eingesehen und Euch entschuldigt, gleichzeitig trotzdem Schlüsse über meine Person gezogen und mich in die Enge getrieben! Ein gebrochenes Bein kann hier draußen schwerwiegende Folgen mit sich ziehen. Und um ehrlich zu sein, hat mich auch nur ein niederer Beweggrund dazu geleitet Euch an zu giften. Ich wollte es Euch zeigen wie es sich anfühlt, wenn jemand sich zu schnell eine Meinung über andere bildet. Ob sie nun der Tatsachen entsprechen oder nicht.“ Mit ihrer Beherrschung ging es wieder steil bergab. Ihre Stimme und ihre Augen zeugten deutlich von ihrem Zorn “Und verdammt noch mal, musstet Ihr mich unbedingt mit der Nase darauf stoßen? Mein....“ Sie stockte, schloss die Augen und atmete tief durch – mehrmals – um sich wieder zur Besinnung zu rufen. Es war nicht einfach für sie von jetzt auf gleich ihre Wut unter Kontrolle zu bringen. Dafür hatte sie sich viel zu sehr hineingesteigert und im Nachhinein betrachtet hatte sie ihm wieder nur Vorwürfe gemacht mit den einzigen Unterschied diesmal Ruhe bewahrt zu haben. Halbwegs. „Ich denke wir sind jetzt quitt“ Sie öffnete ihre Lider wieder um den Blickkontakt mit ihm zu suchen. Dabei entwickelte sie nun endlich ihre verschränkten Arme und platzierte sie seitlich von sich um sich darauf ab zu stützten. Nicht nur mit ihren Worten wollte sie ein kleines Friedensangebot machen sondern auch ihrer Körpersprache sollte nicht mehr Aggressionen oder Ablehnung zeigen.
„So und jetzt dazu wie Ihr Euch meiner Meinung nach verhalten solltet. Wie Ihr richtig annehmt ist mir der Weg nach Aliatal bekannt, wie auch die Gaststätten die man dorthin aufsuchen kann. Und statt der Jagd bevorzuge ich es auch eher Reisende zu führen und sie notfalls zu schützen“ Kurzzeitig wurde ihr Blick warnend. Wehe ihm, es kam ein falsches Kommentar. „Das heißt, Ihr werdet mein Bein jetzt heilen, dabei könnt Ihr es mir nochmal so richtig heimzahlen. Dann werden wir verhandeln und letztendlich stellt Ihr mich in Eure Dienste. Denn auf dieser Reise lauern auf Euch noch mehr solche Biester wie ich es bin.“ Nach dem was geschehen war, wagte sie sich ziemlich weit vor, aber sie traute sich nur an Erfolg zu hoffen wenn sie selbstsicher und von ihrem Vorschlag überzeugt war. Selbst wenn es nur den Anschein danach hatte.
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BeitragThema: Re: Die Straßen   Do März 15, 2012 11:02 pm

Ein harter Brocken? Lucádian konnte es immer noch nicht glauben, wie sie mit ihm umsprang. Ein harter Brocken wofür? Er hatte es ihr doch nun wahrlich nicht schwer gemacht. Aber immerhin - jetzt endlich schien das Gröbste überwunden zu sein, und ihre nächsten Worte ließen ihn hoffen, dass sie nun endlich ein wenig auf ihn zukommen würde. Immerhin warf sie ihm nicht ganz zu Unrecht vor, dass er sie damit konfrontiert hatte, was er über sie dachte. Die wenigsten Menschen konnten ohne weiteres damit umgehen, von anderen analysiert zu werden und deren Meinung zu hören.
Er hielt den Blick abgewandt, musste aber leicht schmunzeln, als sie konstatierte, sie seien nun quitt. Er nickte zustimmend und wartete ab, was sie nun von ihm
wollte. Als sie ihm vorschlug, ihn zu heilen und sie dann als Leibwache einzustellen, wusste er zunächst nicht, was er davon halten sollte. Es entsprach zwar seiner Idee, dass sie nun nicht mehr den Eindruck haben würde, seiner Wohltätigkeit ausgeliefert zu sein, aber er hatte keine Ahnung, ob dies ein gutes Ende nehmen würde.
Auch wenn es ihn eine Menge Selbstbeherrschung kostete, verkniff er sich einen sarkastischen Kommentar zu ihrem letzten Satz.
"Gut, ich werde Euch heilen. Soweit stimme ich Euch schon einmal zu", meinte er. Er hoffte jedoch stark, dass er sich jetzt noch würde konzentrieren können, so viele Gedanken schwirrten in seinem Kopf herum. "Das Verhandeln schieben wir auf später."
Er hockte sich neben sie auf dem Boden und besah sich ihr verletzes Bein. "Ich muss meine Hand auf Eure Haut legen, um Euch zu heilen", meinte er nachdenklich." Das stellt uns vor gewisse Schwierigkeiten, denn ich möchte weder Eure Hose aufschneiden noch euch bitten, sie auszuziehen, das wäre umständlich und schmerzhaft. Hm..."
Er tastete behutsam ihr Bein ab, was wohl nur ein klein wenig weh tun würde und nicht zu vermeiden war. "Der Bruch ist relativ weit unten, am Schienbein. Ich werde einfach Euren Stiefel ausziehen und meine Hand dort ans Ende Eures Beins legen, um mit der Heilung zu beginnen, wenn Ihr erlaubt."
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BeitragThema: Re: Die Straßen   Fr März 16, 2012 5:43 pm

Meist nach einem Wutanfall fühlte sich Caidra befreit und dieses Mal sollte es nicht anders sein. So einige aufgestaute Lasten waren von ihren Schultern gefallen für die Lucádian nicht mal verantwortlich gemacht werden durfte. Er hatte lediglich das Fass zum Überlaufen gebracht. Mitleid hatte sie mit ihm dennoch nicht. Das Einzige was sie bereute war, viel zu freizügig ihre Gefühle und Meinungen enthüllt zu haben. Zu Caidras Glück nahm er ihr Friedensangebot an. Mit einem Nicken. Sein Schweigen brachte sie zum Grübeln. Was er jetzt wohl von ihr dachte? Eigentlich entsprach das ganz und gar nicht dem was sie vorhin noch von sich gab, nur war sie neugierig. Andererseits, wer wusste schon für was es gut war. Sie konnte nicht versprechen, sich zu beherrschen. Dafür brauchte sie erst wieder eine dickere Haut für die sie noch etwas Zeit benötigte. Gedanken mussten erst wieder geordnet, Gefühle unterdrückt und Vorgehensweisen zurecht gelegt werden.
Ihren Vorschlag nahm Lucádian an, zumindest bis zu den Verhandlungen. Worüber sich Caidra schon mal glücklich schätzen konnte. In erster Linie ging es ihr um das Bein, der Rest ergab sich. Obwohl, ihr war bereits eine kleine Gemeinheit eingefallen, falls er sich sträuben würde, oder es einen unüberwindbaren Streitpunkt gab. Daher war sie es nun die ihr Einverständnis bloß mit einem Nicken kund gab.
Mit einem Seitenblick zu ihrem Bein und skeptischer Mine quittierte sie seine Erklärungen über das Problem mit dem Stück Stoff zwischen ihm und ihrer Haut. Weniger wegen dem Ausziehen, da gab es Mittel und Wege sich dennoch nicht verlegen zu fühlen. Viel mehr störte sie der Gedanke auch die Hose noch zu beschädigen. Wenn es so weiter ging, war bald ihre komplette Kleidung ruiniert. Da er anscheinend weiter darüber nachdachte, protestierte sie nicht, sondern beobachtete Böses erwartend seine Hände. Schon bei seiner ersten Berührung zuckte sie übertrieben zusammen nur um kurz darauf feststellen zu müssen, dass sie sich geirrt hatte. Da war kein unerträglicher Schmerz oder das scheußliche Geräusch zwei aneinander reibenden Knochen. Lucádian tastete bloß. Caidra rollte mit den Augen und schüttelte über sich selbst den Kopf, aber auch ein Grinsen konnte sie sich nicht verkneifen. Sie war davon ausgegangen, dass er sie nachdenken ließ – ablenkte – während er ihr Bein in die richtige Stellung brachte. Wieder einmal wurde sie von ihm eines Besseren belehrt.
Es freute sie auch zu hören, wie er weiter vorgehen würde. Noch immer leicht schmunzeln nickte sie und sagte: „Ihr seid vom Fach. Tut was auch immer Ihr für erforderlich haltet. Solang Ihr mir nicht die Hose zerschneidet...“ Sie versuchte erst gar nicht sich den Stiefel mit dem gesunden Bein selbst abzustreifen. Es wäre sinnlos und zudem noch schmerzhaft. Es reichte ja schon wenn es jemand anderer tat. „Nur falls mir die Frage überhaupt noch gestattet ist. Was treibt Euch eigentlich nach Aliatal? Ich wüsste nichts was es dort geben könnte, was einen Mann Eures Status dort interessiert. So weit weg von Eurer Heimat und noch dazu allein... bis auf die Begleitung Eures Pferdes und richtig bewaffnet seid Ihr auch nicht.“ Es war nicht so, dass sie die Antwort auf diese Frage brennend herbei sehnte. Zugegeben ein wenig neugierig war sie schon, nur hauptsächlich wollte sie eine beklemmende Stille nach dem Streit vermeiden.
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BeitragThema: Re: Die Straßen   So März 18, 2012 2:17 pm

Lucádian zog vorsichtig den ledernen Stiefel aus und stellte ihn neben sich. Das Schienbein rund um den Bruch war bereits etwas angeschwollen und gerötet. Er würde das Bein zunächst ein wenig richten müssen, damit die Knochen in der richtigen Form zusammenwuchsen.
"Was treibt Euch eigentlich nach Aliatal?", fragte Caidra.
"Dort wohn eine Gelehrte, mit der ich in Briefkontakt stehe", erklärte Lucádian. "Sie erlaubt mir, zu Forschungszwecken Einsicht in ihre private Schriftensammlung zu nehmen."
Er zog vorsichtig an ihrem Bein, streckte es etwas gerade und beobachtete dabei Caidras Reaktion. Zu seiner Erleichterung schien es kein komplizierter Bruch zu sein, bei dem erst einmal der Knochen hätte geschient werden müssen, sodass er direkt mit der Heilung beginnen konnte.
"Das Schlimmste habt Ihr hinter Euch. Ich beginne jetzt mit der Heilung. Und ja, Ihr habt Recht, ich bin äußerlich größtenteils unbewaffnet. Jedoch bin ich in der Lage, im Notfall einen Menschen mit meiner Magie zu töten, wenngleich ich glücklicherweise noch nie mit dieser Notwendigkeit konfrontiert wurde."
Er schloss die Augen, atmete tief durch und ließ seine Kraft fließen. Inzwischen spürte er eine leichte Erschöpfung, aber es würde noch reichen, um das Bein zu heilen. Die Lichtmagie strömte durch seine Finger in Caidras Haut, Fleisch und Knochen und verbanden die gerissenen und gebrochenen Stellen. Die Schwellung ging langsam zurück und auch die Haut nahm wieder eine normal Färbung an.
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BeitragThema: Re: Die Straßen   So März 18, 2012 5:21 pm

Caidra versuchte alles daran zu setzen um nicht als wehleidig zu erscheinen. Ihr Problem war nur, dass schon allein jedes minimales Ziehen oder Umlegen ihres Beins eine kleine Herausforderung für die Söldnerin war. Wodurch schon beim Ausziehen des Stiefels gewisse Reaktionen von ihr zu erkennen waren. Sie atmete tief durch und verzog die Lippen. Für einen Tag hatte sie schon genug durch machen müssen und wenn man dann noch an die Umstände dachte... Es wäre definitiv kein schlechter Zug sich wieder einer Arbeit zu widmen. Um dies jedoch zu erreichen, sollte sie sich erst mit Lucádian wieder besser stellen. Wenn ihr dies so einfach fallen würde. Er antwortete ja, was schon mal hieß, dass sie ihn nicht komplett verärgert hatte, aber das was er sagte, konnte sie nicht wirklich nachvollziehen. Wegen ein paar Schriften eine derartig lange Reise? Sie runzelte die Stirn und musste sich beherrschen nicht verständnislos den Kopf zu schütteln. Forschungen, stundenlanges Studieren, das war alles andere nur nicht ihr Metier. Sie beschäftigte sich mit anderen Dingen.
Um ihre Meinung zu äußern, die wirklich nicht tolerant war, kam sie zu ihrem Glück oder auch Pech, je nachdem aus welchen Blickwinkel man es betrachtete, nicht. Jetzt setzte das vorher Erwartete ein. Der Magier richtete ihr Bein. Er ersparte ihr zwar unnötige Torturen und war vorsichtig, nur wem ließ so was schon kalt? Ihre Finger gruben sich krampfhaft in den Boden, ihr Aufstöhnen entwickelte sich beinahe zu einem gepressten Schrei und am liebsten hätte sie nach ihm getreten. Zu ihrer Überraschung hatte sie das gesunde Bein sogar schon angehoben. Sofort legte sie es wieder ab.
„Verzeiht“ Egal ob er es mitbekommen hatte, wollte sie ihm keinen Grund geben mit der Behandlung zu enden. Das sollte keine Drohung sein, sie hatte nur die Beherrschung für einen Moment verloren.
Nachdem die Prozedur beendet war, ging ihr Atem noch immer flach und stoßhaft. Sie musste sich richtig konzentrieren um das was er sagte richtig zu verarbeiten. Er könnte mit seiner Magie töten... Es war merkwürdig das aus dem Mund eines Heiler zu hören. Er hatte sich als gutherzig, ruhig und hilfsbereit erwiesen und sie konnte sich noch gut an ihre Hemmungen bei ihrem ersten Mal erinnern. Andererseits sprach er nur von der Theorie und davon noch nie soweit gekommen zu sein. Dass in ihm diese Macht innewohnte, glaubte sie ihm zweifellos. Er hatte schon viermal bewiesen, fähig zu sein seine Magie richtig zu lenken und war nun im Begriff mit dem letzten Part zu beginnen. Sie blieb ruhig liegen, beobachtete ihn dabei, ließ sich aber nicht mehr fallen. Ihre Reaktionen bei den letzten Malen hatten ihr gereicht. So bald er fertig war, beugte sie sich nach vorn, winkelte das geheilte Bein an und langte nach ihrem Stiefel. Sie konnte es kaum erwarten sich wieder völlig aufzurichten, von ihm nicht mehr abhängig zu sein und nicht mehr hilflos. Während ihre Aufmerksamkeit auf dem Stiefel lag meinte sie trocken: „Ihr müsst ja ein wahrer Musterschüler gewesen sein. Nachdem was Ihr jetzt geliefert habt. Eure Forschungen... um was auch immer sie sich drehen mögen. Die Lehrer waren bestimmt angetan von Euch. Aber was macht Ihr wenn Ihr es mit der Magie übertrieben habt? Wenn Ihr schneller handeln müsst, als das Ihr Euch konzentrieren könnt? Oder wenn Ihr von den Pfaden abkommt? "
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BeitragThema: Re: Die Straßen   Mi März 21, 2012 9:59 pm

Lucádian hatte erwartet, dass sie sich die unvermeidlichen Schmerzen anmerken lassen würde - musste. Es war wahrlich eine unangenehme, sogar qualvolle Prozedur, und glücklicherweise hatte sie ihren Körper soweit unter Kontrolle, dass sie sich nicht wild wand und sich zu entziehen versuchte. Ihre Entschuldigung sowie den Grund dafür bemerkte er gar nicht, während er in den Heilungsprozess vertieft war. Dann war es geschafft.
Caidra richtete sich auf und Zog ihren Stiefel an. Der Magier beobachtete ihre Bewegungen und stellte fest, dass sie sich offenbar problemlos bewegen konnte, es schien alles in Ordnung zu sein. Hoffentlich würde sie jetzt, wo sie mehr Kontrolle über ihre Situation hatte, auch etwas umgänglicher werden.
Tatsächlich stellte sie ihm Fragen, ganz ohne ihn zu bedrohen oder zu beleidigen.
"Nun, auch ein Magier ist selbstverständlich nicht allmächtig", erklärte er. "Wenn meine magische Kraft zu Neige geht, würde es mich in Lebensgefahr bringen, sie zu sehr zu strapazieren, und ich bin gezwungen, mich zurückzuhaltne. Und natürlich kann ein Magier wie jeder Mensch überrascht oder übervorteilt werden. Auch aus diesem Grund könnte es uns beiden sicher von Nutzen sein, uns gegenseitig auf diesem Weg zu unterstützen. Was ist denn Euer Ziel?"
Während er dies sagte, erhob er sich und blickte sich auf der kleinen Lichtung um. Seine Sachen lagen etwas unordentlich neben den Pferden, die inzwischen zu grasen begonnen hatten. Die Sonne sank bereits und die Bäume warfen lange Schatten auf das Laub.
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BeitragThema: Re: Die Straßen   Do März 22, 2012 1:19 am

Erst als Lucádian zu sprechen anfing, war Caidras Aufmerksamkeit wieder auf ihm gerichtet, wodurch ihr sein Mustern entging. Das was er sagte, wusste sie zu schätzen. Sie könnte einen Magier, der sich selbst überschätzte, nicht gebrauchen. Es würde nur zu Problemen führen und Stress. Es war bei Weitem schwieriger jemanden zu schützen der sich von einer Notlage zur nächsten manövrierte, als einem der sich etwas sagen ließ oder sich zumindest selbst einschätzen konnte. Wobei sie sich die Frage stellte, ob er sie, außer zum Führen, überhaupt gebrauchte. Wenn sie an ihre eigenen magischen Fähigkeiten dachte, war er ihr um Dimensionen überlegen.
Ihre Zweifel wurden aber beiseitegeschoben, sobald er davon sprach den Weg mit ihr zu teilen. Es stahl sich sogar ein süffisantes Lächeln auf ihre Lippen. Das Gespräch schien sich zu ihren Gunsten zu entwickeln. Jetzt hieß es höflich und freundlich zu sein und die lockenden Gulden halfen ihr dabei.
„Dann seht Ihr es gleich wie ich. Dort wo Euch Eure Fähigkeiten nicht weiterhelfen, sollten die meinen dienlich sein, oder umgekehrt.“ Sie hoffte, nicht zu viel zu versprechen. Es war zwar keine besondere Herausforderung nach Aliata zu wandern, aber wer wusste schon was geschah.
Diese Gedanken erinnerten sie an die Kette. Kyrian hatte einst gesagt er sollte ihr Schutz und Mut bieten. Fast etwas hektisch griff sie danach. Sie war noch dort wo sie hingehörte. Sie hatte Glück. Früher oder später sollte sie ein Lederband dran machen lassen, ansonsten könnte sie sie irgendwann verlieren.
„Ich verfolge kein genaues Ziel. Zumindest keinen Ort“ Bei diesen Worten griff sie nach den Handschuhen und den Bogen und hievte sich langsam hoch. Die Hitze, die Anstrengungen, dann noch der Blutverlust den sie ganz und gar nicht einschätzen konnte, mahnten sie zur Vorsicht. Sie wollte ihren Kreislauf zwecks der Vorfreude, endlich wieder völlig einsatzfähig zu sein, nicht strapazieren. Sobald sie sich sicher war, keinen Schwindelanfall bekämpfen zu müssen, schob sie die Handschuhe ein, klemmte den Bogen zwischen die Beine und entspannte ihn. Nun fiel es ihr ganz einfach. So einfach, dass sie dabei sogar Lucádians Blick suchen konnte. „Ich versuche höchstens Euch dazu zu bringen, mich anzuheuern und ich denke, ich bin auf den richtigen Weg. Ich müsste Euch nur darum bitten einen kurzen Umweg zum Bach zu machen. Ich muss mich waschen und ich denke Ihr würdet das Selbige begrüßen“ Um ein Bad kam sie nicht drum herum. Blut und Dreck klebten an ihr und selbst in den Haaren hatten sich kleine Zweige der umstehenden Sträucher verfangen. Aber die Dämmerung setzte ein. Das bedeutete sie sollten sich sputen, egal ob sie unter freiem Himmel oder in einem Gasthaus übernachteten. Auf die Pfeile durfte sie ebenfalls nicht vergessen.
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BeitragThema: Re: Die Straßen   So März 25, 2012 12:10 pm

Ihr Lächeln und ihre Freundlichkeit, als sie ihm anbot, mit ihm gemeinsam zu reisen, erschienen Lucádian verdächtig gewinnend. Vorher hatte sie nicht so breit gelächelt... Der freundliche Gesichtsausdruck, wenn auch vermutlich aus Berechnung aufgesetzt, ließ ihr Antlitz gleich viel weniger verbittert wirken.
Caidra versprach ihm, sie könne seine Fähigkeiten durch ihre eigenen ergänzen. Währenddessen griff sie an eine zierliche Silberkette, als wolle sie sich vergewissern, dass sie noch da war. Sicher ein Geschenk, oder eine Erinnerung.
"Euch anzuheuern", wiederholte Lucádian nachdenklich. Er war sich nicht ganz sicher, ob eine temperamentvolle Söldnerin ihm eher helfen oder ihn in Schwierigkeiten bringen würde. Andererseits hatte er auf seinen Reisen einen Gesprächspartner schmerzlich vermisst, und vielleicht konnte sie ihm auch zur Hand gehen... Nun, er hatte keine Ahnung, wie er sich eine Reise mit Caidra vorstellen sollte, auf jeden Fall wäre es wohl nicht langweilig.
"Das würde bedeuten, dass Ihr meinen Befehlen gehorchen müsstet", gab er zu bedenken. Irgendwie fiel es ihm schwer, sich das bei ihr vorzustellen.
"Wie dem auch sei, ein Bad ist eine vorzügliche Idee. Geht ruhig schon einmal vor, ich packe die Sachen zusammen und werde mich dann auch etwas erfrischen."
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BeitragThema: Re: Die Straßen   Mo März 26, 2012 1:38 pm

War sie doch noch nicht auf dem richtigen Weg? Lucádian klang gedankenversunken. Sollte sie das als Zögern werten? Vielleicht verkaufte sie sich gerade etwas zu forsch. Wie auch immer, von ihrer Unsicherheit durfte er nichts erfahren. Noch während er sprach, schritt sie an ihm vorbei, schnappte sich beim Vorbeigehen den einen Pfeil und steuerte auf den zweiten zu. So konnte sie sich nicht durch einen besorgten Blick enttarnen und sie gewannen Zeit. Ein Hacken daran war nur, dass es nicht gerade von Höflichkeit sprühte und sie hätte im Moment auch gern seinen Blick gesehen. Wenn sie sich richtig erinnerte, war der verirrte Pfeil ungefähr in die Richtung geflogen, aus der Lucádian während des Unfalls gekommen war. Aber sie könnte sich auch täuschen. In diesem Moment hatte sie sich auf genügend andere Dinge konzentrieren müssen.
Caidra zog ihr Messer und schnitt den Pfeil aus einer der Eichen während sie erwiderte: „Für jemanden der gelernt hat Befehle zu erhalten, ist es nicht schwer diese anzunehmen.“ Wenn er wüsste welche Anweisungen sie schon folge geleistet hatte, würden ihm die Nackenhaare zu Berge stehen. Zumindest schätze sie ihn so ein. Mit einem Lächeln, welches nicht ihre Augen erreichte, kehrte sie um und ging weiter auf die Pferde zu. Er sprach zwar davon, alles einzupacken, aber das Finden der Pfeile traute sie ihm schon mal nicht zu, ohne gewissen Sachen an ihr zu wissen wollte sie nicht zum Bach und andere brauchte sie wieder fürs Waschen. „Viel schwieriger hingegen ist es die richtigen Befehle zu geben. Aber ich vermute, Lucádian Saphis von Isenwart, Ihr, ein Mann aus dem Adel, habt gelernt die Besagten zu erteilen. Denn Ihr wisst, dass selbst so eine harmlos erscheinende Reise ihre Tücken haben kann.“ Ganz ehrlich? Sie traute es ihm nicht zu. Jedoch hatte sie auch so ihre Ideen und Pläne wie sie ihren Kopf durchsetzten könnte.
Arun legte die Ohren an sobald sich Caidra grob an den Satteltaschen zu schaffen machte. Sie kannte sein Gehabe und musste schon etliche Male auf schmerzhafte Art und Weise in Erfahrung bringen, was es zu bedeuten hatte. Daher ließ sie ihn nicht aus den Augen.
„Bevor Ihr aber zusammenpackt, möchte ich Euch noch etwas zu Bedenken geben. Es könnte Euch unter Umständen behilflich sein. Denn nach dem Aufenthalt beim Bach werdet wohl Ihr über das weitere Vorgehen bestimmen.“
Das erste Argument welches ihm eingefallen war, dass sie ihm ab da an gehorchen sollte. Natürlich war das ein wesentlicher Bestandteil ihrer Arbeit, erweckte aber auch ihr Misstrauen. Sie befürchtete, er könnte ihre Zuständigkeiten anders auslegen als sie. Es war auch einerseits eine Prüfung wie weit er die Befehlsgewalt ausnutzen würde und andererseits wollte sie ihm ihre Erfahrungen mitteilen um den Vermeidlichem aus dem Weg zu gehen. Falls sie sein Nachdenken jedoch völlig falsch einschätzte, würde sie es so auch erfahren.
„Wie Ihr Euch gewiss gewahr seid, bricht die Dämmerung bereits herein. Der bequemste Weg zum Gasthaus ist die Straße. Der birgt jedoch auch mögliche Gefahren. Die Strahlen der tief stehenden Sonne blenden und werfen lange Schatten. Die besten Vorraussetzungen für Wegelagerer. Der Weg durch das Dickicht ist beschwerlich, erfordert Geschick und gute Augen. Das Lager hier aufzuschlagen bringt genauso Risiken mit sich und wir müssten uns beeilen. Der Bach ist ebenfalls ein zweischneidiges Schwert. Wir werden zwar schwer entdeckt, aber wenn sind wir in einer denkbar schlechten Lage. Also fällt Euren Entschluss weise, falls Ihr auch über derartige Kleinigkeiten bestimmten wollt.“
Sie wollte ihm erst gar nicht zu Wort kommen lassen. Er sollte über das Gesagte nachdenken.
Ausnahmsweise war Caidra schnell fündig geworden. Die Seife hatte sie eingesteckt und von einem der Leinentücher ein Stück herunter gerissen. Den Rest ließ sie fallen. Lucádian sprach davon alles einzupacken., sie wollte ihm reizen und ihre Grenzen austesten. Selbst den Bogen hatte sie mitsamt den Pfeilen nur gegen einen Baum gelehnt.
„ Und wenn Ihr meine Dienste annehmt, kostet Euch das täglich zwei Gulden und für die Nächtigungen sowie Kost und Trank werdet Ihr aufkommen.“ Der reinste Wucher. Nur sollte man nicht immer höher ansetzten?
„Bis nach Aliatal werden wir es zu Zweit versuchen. Falls unüberwindbare Differenzen auftreten sollten, habt Ihr dort dann die Gelegenheit mich loszuwerden oder ich Euch. Bedenkt Eure weiteren Vorgehensweisen und teilt sie mir dann beim Bach mit“
Mit diesen Worten ging sie langsam, um ihm die Möglichkeit zu geben etwas zu antworten, auf die Böschung zu. Schwert und Peitsche hatten mittlerweile wieder ihren ursprünglichen Platz gefunden und ihr Hemd hatte sie über eine Schulter geschlagen. Sie würde den direkten Weg über die Böschung nehmen. Dank Lucádian konnte sie ihrem Körper vertrauen und dreckig war sie ohnehin schon.
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BeitragThema: Re: Die Straßen   Fr März 30, 2012 3:44 pm

"Lasst die Wahl der Befehle ruhig meine Sorge sein", meinte Lucádian. Caidra schien offensichtlich eine sehr durchsetzungsfähige Persönlichkeit zu sein, wenn er nicht acht gab, würde sie ihn unterschwellig herumkommandieren, selbst wie sie oberflächlich betrachtet seinen Befehlen folgte.
Er hörte ihren Ausführungen zu den Möglichkeiten, die ihnen offen standen, aufmerksam zu, dann warf er selbst einen Blickz um Himmel. Er fühlte sich innerlich etwas erschöpft, die Anwendung der Magie so kurz hintereinander war kräftezehrend gewesen. Und ein Marsch in einbrechender Dunkelheit zu einer möglicherweise noch ein ganzes Stück entfernten Herberge erschien ihm nicht gerade motivierend. Andererseits war auch die Vorstellung, eine Nacht im Freien zu verbringen, nicht gerade traumhaft. Lucádian beschloss jedoch, seine Abneigung vor den Unnanehmlichkeiten der Wildnis nicht allzu sehr durchdringen zu lassen, schließlich wollte er vor der Sölderin auch nicht wie ein Narr dastehen.
"Ich halte es für sinnvoller, wenn wir erst einmal hier unser Nachtlager aufschlagen", stellte er fest. "Dann können wir beide unsere Kräfte auffrischen, immerhin haben wir heute einiges durchgemacht, und morgen umso besser vorankommen. Zudem ist es gut, wenn die Pferde sich über Nacht ein wenig erholen können und am Bach trinken, ich glaube auch nicht, dass hier alle fünf Minuten Wegelagerer vorbeiziehen, jedenfalls hatte ich während meiner bisherigen Reise durch diese bezaubernden Wälder nicht diesen Eindruck. Vielmehr begegnet man hier wüstem Kriegsvolk."
Während er sprach, sammelte Lucádian seine Sachen ein und nahm die Stute am Zügel. "Wir gehen also zum Bach und schlagen dort unser Lager auf. Und ich werde euch einen halben Gulden pro Tag zahlen, und nicht mehr."
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BeitragThema: Re: Die Straßen   Fr März 30, 2012 8:55 pm

Unvermittelt drehte sich Caidra um, sobald Lucádian das Wort ergriff. Nur mühsam widerstand sie der Versuchung ihm zu Widersprechen. Seine Befehle bestimmten zwangsläufig auch ihr Schicksal. Dennoch wollte sie es darauf ankommen lassen. Hauptsächlich aus Neugierde heraus, aber auch um der Schadenfreude Willen falls sich denn ihre Vermutungen bewahrheiten sollten.
Interessiert neigte sie den Kopf zur Seite während er anschaulich über ihr weiteres Vorgehen sinnierte und hob überrascht die Augenbrauen, sobald er seinen Entschluss verkündete. War er doch nicht so versnobt wie es ihre Vorurteile mutmaßen wollten? Und wie hätte er ohne ihre Erklärungen entschieden? Nichtsdestotrotz war sie angetan von seiner Wahl und sie musste ihm sogar Recht geben. Wenn derartiges Gesindel unterwegs war, würden sie sich auf die Straße konzentrieren und der Graben würde selbst ihr Feuer wunderbar verstecken. Sie nickte und musste zwangsläufig schmunzeln, als er vom wüstem Kriegsvolk sprach, womit zweifellos sie gemeint war.
Caidra setzte sich in Bewegung um wieder zu den Pferden zurückzukehren. Anscheinend wollte Lucádian sie erziehen. Er achtete nur auf seine Sachen. Und selbst wenn es ihr missfiel, musste sie sich fügen. Schließlich war es auch nur ein Test der zum Ergebnis führte, mit derlei Dingen nicht weit zu kommen. Ohne sich etwas anmerken zu lassen verstaute sie provisorisch ihre restlichen Habseligkeiten. Eilig. Denn sie wollte den Magier nicht warten lassen und es war auch noch einiges zu tun. Selbst das Bad musste sie wohl auch auf später verschieben.
„Könntet Ihr bitte Arun führen, dann kann ich mich ums Holz kümmern“ Gleich darauf widmete sie sich einen Baum um ein paar Flechten abzupflücken. Ihre Bitte würde er bestimmt nicht abschlagen. Letztendlich kam es ihnen Beiden zu Gute.
„So und jetzt zurück zu uns Beiden“, sagte sie, wobei sie mit dem Zeigefinger spielerisch zuerst auf ihm und dann auf sich selber zeigte bevor sie sich nach einem trockenen Grasbüschel beugte um das dann, zusammen mit den Flechten, in den Manteltaschen zu stecken. Reinstes Kalkül. Sie überspielte ihre Gedanken. Mit seinem vorgeschlagenen Sold wollte sie sich nicht zufrieden geben, selbst wenn sein Wortlaut darauf schließen ließ, keine Widerworte zu dulden. Notfalls müsste sie wirklich auf ihre geplante Gemeinheit zurückgreifen. Obgleich sie sehr wohl mit sich handeln ließ.
„Einen halben Gulden, Ihr wisst selbst wie albern das ist“ Lächerlich war es auf keinen Fall. Ihre Situation betreffend müsste sie dankbar darüber sein. Es schien einfach verdientes Geld zu sein. Bis auf ein paar Reibereien bräuchte sie nicht viel zu befürchten. Noch dazu war Lucádian in der Lage sich selbst sehr gut zu wehren. Offensichtlich sogar besser als sie selbst.
„Selbst Soldaten bekommen mehr und Ihr bekommt nicht nur jemanden der sich mit dem Umgang von Waffen versteht, sondern auch jemanden der Euch sicher führen kann.“ Während sie sprach hob sie immer wieder ein paar Äste auf. Manche zierlich manche größer. Wobei sie zielsicher den Weg verfolgte, den er vorhin zum Bach genommen hatte. Im Gegensatz zu dem was sie sagte, klang ihre Stimme freundlich. „Unter eineinhalb Gulden werdet Ihr mich nicht bekommen. Dafür übernehm‘ ich selbst meine Versorgung“
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BeitragThema: Re: Die Straßen   Mi Apr 18, 2012 9:42 am

Lucádian nahm den Hengst vorsichtig am Zügel, er schien ruhig zu sein und ihm bereitwillig zu folgen. Gemeinsam machten sie sich auf den Weg zum Bach. Während Caidra Flechten und Gras als Zunder sammelte, begann sie mit ihm zu handeln.
"Zurück zu uns beiden", sagte sie und wies mit dem Finger zunächst auf ihn, dann auf sich, während sie sich zu einigen Gräser hinabbeugte. Unwillkürlich folgte Lucádians Blick ihrem Fingerzeig, wobei er plötzlich in ihren Ausschnitt blickte. Rasch wandte er den Blick ab, bevor sie von den Gräsern aufsah.
Die Söldnerin begann zu handeln - damit hatte Lucádian bereits gerechnet. Das gehörte zu ihrem Beruf.
"Ich weiß, wie viel ich einem ordentlichen Söldner schuldig bin", entgegnete er fest. "Und bei Euch kann ich leider nicht einmal beurteilen, wie gut Ihr wirklich im Umgang mit dem Schwert seid. Weder wurdet Ihr - soweit Ihr mir bisher erzählt habt - an einer Akademie ausgebildet, noch kann Euer vorheriger Dienstherr mir Zeugnis von Euch ablegen. Ihr müsst also verstehen, dass ich mit Eurer Verpflichtung ein gewisses Risiko eingehe."
Ihre Stimme klang angenehm, als sie ihn darauf hinweis, auch ihre Qualitäten als Führerin zu beachten. Lucádian musste lächeln.
"Nun gut, wenn Ihr Euch selbst verpflegt - 1 Gulden und 2 Sesillis. Würde dieser Vorschlag Euch eher entgegen kommen?"
Bald erreichten sie den Bach, und er legte seine Sachen ab und band die beiden Pferde locker an einen jungen Baum.
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BeitragThema: Re: Die Straßen   Do Apr 19, 2012 11:38 pm

Ein Ast um den anderen fand seinen Platz in Caidras Armen und schon bald hatte sie genug für ein ordentliches Feuer beisammen. Keine große Kunst hier in Caldámia und trotzdem war sie genug abgelenkt um den eindeutigen Blick von den Magier zu übersehen. Erst als er ihr antwortete, schenkte sie wieder mehr ihrer Aufmerksamkeit. Das was er sagte und sein Tonfall forderte sie beinahe heraus ein paar Einzelheiten über ihre Vergangenheit zu erzählen und sie musste sogar eine auflodernde Wut unterdrücken. Er legte offensichtlich einen großen Wert darauf auf welche Art man ausgebildet wurde. Zu Gunsten ihres Vorhabens eine angenehmere Atmosphäre zwischen ihnen zu schaffen, konnte sie sich aber zurückhalten. Ein weiterer Faktor war auch, dass Lucádian mit dem Sold ihr nun deutlich entgegen kam.
„Euch ist bewusst, dass Ihr mir einen Trumpf in die Hand gelegt habt, indem Ihr davon spracht mich nach dem Weg fragen zu wollen?“, bemerkte sie trocken bevor sie die Äste vorsichtig auf den Boden fallen ließ. Sie war sich nicht sicher, ob der Zeitpunkt dieser Offenbarung klug gewählt war, auch nicht darüber wie sehr er sich verirrt hatte. Beim Letzteren hätte sie nachhelfen können, was sie zwar zu dem ersehnten Geld gebracht, im Gegenzug dazu aber die Gesinnung stark erschüttert hätte. Wie auch immer, sie hatte sich entschieden. Er sollte nur wissen welche anderen Optionen ihr möglich gewesen wären. Vielleicht verschaffte sie sich dadurch sogar einen Vorteil.
Caidra gesellte sich neben Lucádian zu den Pferden und begann damit ihre Habseligkeiten vom Rücken des Hengstes loszuschnüren. „Ich müsste mit Euch nicht verhandeln. Mit ein paar Flinten könnte ich jeden beliebigen Betrag erreichen und die Tage, an denen ich solche Umstände nicht ausnutzen würde, sind rar gesät. Noch dazu sprechen meine Referenzen für sich wenn Ihr meine Ausrüstung genauer betrachtet. Allein mit der Jagd kann man sich die nicht leisten. Nur habt Ihr mich vorhin nicht meinem Schicksal überlassen und das weiß ich durchaus zu schätzen.“ Sie zwang sich zu einem Lächeln. Die Satteltaschen hatte sie mittlerweile über ihre Schultern gelegt und den Rucksack hielt sie mit einer Hand fest. „Deshalb bin ich vorerst einverstanden. Wer weiß, vielleicht kann ich Euch bis Aliatal von meinen Talenten überzeugen. Nur lege ich mehr Wert darauf es erst gar nicht zum Kampf kommen zu lassen.“ Mit diesen Worten ging sie zurück zur Stelle die sie für den Feuerplatz gewählt hatte und leerte kurzerhand ihre Taschen. Weit genug von den Pferden entfernt um sich nicht gegenseitig in die Quere zu kommen, aber nah genug um sie im Auge behalten zu können. Deren Ohren verrieten ihr immer viel mehr über ihre Umgebung als ihre eigenen es vermochten. „Kümmert Ihr Euch bitte um die Pferde?“ Bald war es dunkel und sie wollte sich nicht mit absatteln und striegeln beschäftigen. Ihr war es viel wichtiger für das Feuer und somit Licht zu sorgen.
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BeitragThema: Re: Die Straßen   Fr Apr 20, 2012 8:31 pm

"Ja, das ist mir durchaus bewusst, werte Dame", erwiderte Lucadian höflich, aber auch mit einem Lächeln. "Ich bin der Meinung, dass ich Eure geographischen Qualitäten nicht aus Geiz unterschlagen sollte."
Eigentlich hatte er zwar im Sinn gehabt, sie nicht hilflos wirken zu lassen - zumindest war das der Plan gewesen. als er ihre Wichtigkeit für seinen weiteren Weg ansprach, aber das würde er jetzt nicht ausführen. Der Magier erkannte einen vorsichtiges Friedensangebot, wenn ihm eines gemacht wurde, und es schien ganz so, als würde Caidra gerade ungewohnt freundlich mit ihm reden. Er wollte ungern einen Streit vom Zaun brechen.
Daher erwiderte er auch diplomatisch: "Nun, Ihr habt vollkommen recht, man sieht selten gut gerüstete Jäger mit schwarfen Klingen wie euch. Ich bin davon überzeugt, dass Ihr mit ihnen umzugehen wisst."
So hatten sie sich also geeignigt. Lucádian war zufrieden darüber, immerhin sah es so aus, als würde er den einen oder anderen Tag des Herumirrens einsparen, und dafür war er gerne bereit, ein wenig Gold auszugeben. Außerdem versprach die Gesellschaft der Söldnerin zumindest nicht langweilig zu werden.
Er folgte ihrer Bitte, sich um die Pferde zu kümmern, und nahm ihnen das Gepäck ab, um sie dann zu striegeln und zu überprüfen, ob es ihnen auch gut ging. Als er nach einer Weile damit fertig war, vergewisserte er sich, dass sie Zugang zu Wasser und etwas Gras hatten, dann ging er hinüber zu Caidra, die das Feuer entzündete, und kramte etwas in seinen Taschen herum. Er förderte Brot, getrocknete Bohnen und Dörrfleisch zu Tage, dann nahm er sich den kleinen Zinntopf, den er mit sich führte, und ging zum Bach, um ihn mit Wasser zu füllen. Zurück beim Lagerfeuer erkundigte er sich: "Ihr habt doch nichts dagegen, wenn ich etwas zu Essen koche? Falls ihr noch irgendwelche Vorräte oder gar Frischfleisch hättet, wäre das natürlich auch wunderbar."
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Kurzcharakteristik: Selbstkritische, egoistische Söldnerin

BeitragThema: Re: Die Straßen   Sa Apr 21, 2012 2:06 am

Und schon wieder nannte er sie Dame. Caidra seufzte innerlich durch. Sicher, nur unbewusst und aus Höflichkeit. Einer der Gründe wieso sie sich äußerlich kaum etwas anmerken ließ. Unter anderem entwickelte sich auch das Gespräch immer positiver. Sie waren sich nicht nur bei dem Preis einig. Daher schwieg sie und nickte nur knapp.
Während sie alles für das Lagerfeuer vorbereitete warf sie immer wieder einen Blick zu Lucádian. Zu einem war sie verblüfft darüber wie brav sich Arun gab, zum anderen fragte sie sich, ob der Magier auch zukünftig auf ihre Bitten reagieren würde. Sie mussten zusammen arbeiten, wenn sie effektiv vorankommen wollten. Schon bald hatte sie den Stahl und den Feuerstein in dem Wirrwarr um sie herum gefunden, hockte sich hin und wenige Zeit und Handgriffe später fingen die ersten kleineren Äste an zu brennen. Glücklicherweise war sie geübt genug um bei dieser Geduld fordernden Angelegenheit auch Erfolg zu haben. Vorsichtig fütterte sie das Feuer und sah erst wieder auf als sich Lucádian an seinen Taschen zu schaffen machte. Neugierig beäugte sie die Speisen, aber ihr größtes Interesse lag am Topf den er gerade mit Wasser füllte. Und dann sprach er auch noch das aus, was sie sich erhoffte. Die Aussicht auf eine warme Mahlzeit hob ihre Stimmung um einiges. Das konnte man auch erkennen wenn man ihre Augen genauer betrachtete. Für einen kurzen Moment leuchteten sie freudig auf, aber dann gab sie sich schon wieder reserviert. Sie griff nach hinten und zog die beiden Leinensäcke nach vorne „Ich weiß nicht ob Euch Trockenfleisch, Hartwürste oder Zwieback dienlich sein kann. Falls ja, greift zu!“ Caidra hatte Lucádian nicht zugetraut, dass er kochen würde beziehungsweise überhaupt kochen konnte. Die gemeinsame Zeit mit ihm schien doch nicht so schwierig zu werden wie sie es vermutet hatte. Zumindest hatte er sich gerade einen Pluspunkt bei ihr verdient. Sie legte einen größeren Ast nach um für Hitze zu sorgen und stand dann wieder auf. „Während Ihr kocht, werde ich mich schnell waschen gehen. Man soll sich doch nicht dreckig an den Tisch setzten“, scherzte sie grinsend und griff abermals nach dem Hemd. Die Seife hatte sie noch immer in der Manteltasche wie auch den Leinenfetzen. Sie ging an den Pferden vorbei die ihr zusammen mit der aufkommenden Dunkelheit genug Sichtschutz bieten sollten. Blieb aber in Hörweite. Während sie sich ihre Rüstung auszog und sich ihrer Bluse entledigte fragte sie etwas lauter damit Lucádian sie auch hören konnte: „Um was handelt es sich eigentlich bei Euren Forschungsarbeiten“ Sie musste sich eingestehen doch etwas neugierig zu sein. Um eine Lappalie konnte sich es nicht handeln. Dafür nahm man keine so lange Reise in Kauf
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Die Straßen

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